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E-Scooter müssen draußen bleiben

23.01.2015 | 07:00 Uhr
E-Scooter müssen draußen bleiben
E-Scooter werden in Bussen und Bahnen nicht mehr mitgenommen.Foto: Gero Helm

Oberhausen.   Die Stoag untersagt die Mitnahme von Elektromobilen, weil diese in Bussen und Bahnen umkippen können. Die Linkspartei kritisiert das Vorgehen.

Die Stoag verbietet ab dem kommenden Montag die Mitnahme von Elektromobilen, den so genannten E-Scootern. Anlass dafür ist ein Gutachten des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen VDV, das empfiehlt, aus Sicherheitsgründen Elektromobile von der Beförderung auszuschließen. „Es ist eine unzumutbare Haltung der Stoag, Menschen mit E-Scootern nicht weiterhin mit Bus und Bahn befördern zu wollen“, reagiert Thomas Haller, behindertenpolitischer Sprecher der Linken, auf die Vorgehensweise der Stoag. „Es kann nicht sein, dass in einem Land wo die UN-Behindertenrechtskonvention gilt, jetzt genau die Betroffenen regelrecht hintergangen werden.“

Die städtische Nahverkehrstochter sieht dagegen einen akuten Handlungsbedarf. „Elektromobile können aufgrund ihres im Vergleich zu Rollstühlen relativ großen Wendekreises und der eingeschränkten Manövrierfähigkeit auf engem Raum in der Regel nicht sicher im Fahrzeug platziert werden und stellen deshalb ein erhebliches Gefahrenpotenzial dar“, heißt es in einer Stellungnahme. „Das Gutachten zeigt, dass die Gefahr besteht, dass E-Scooter mitsamt der aufsitzenden Person aufgrund ihrer Konstruktion bei starken Bremsungen und bei Kurvenfahrten kippen oder verrutschen und damit für die Nutzer und für andere Fahrgäste eine Gefährdung darstellen“, führt die Stoag weiter aus und bedauert die Einschränkung.

Gutachten nicht repräsentativ

Für Haller, der das Thema auch in der gestrigen Sitzung des Beirates für Menschen mit Behinderungen thematisierte, ist das ursächliche Gutachten „weder repräsentativ noch qualitativ“. Er verwies auf eine Resolution des Landesbehindertenbeirates NRW, welche die Mitnahme von E-Scootern von den Nahverkehrsunternehmen einfordert. „Die Teilhabe von Menschen mit Behinderung müsse ausdrücklich gesichert sein“, fordert der Linkenpolitiker ein. Auch Fraktionsvorsitzender Yusuf Karacelik sieht die Entscheidung der Stoag als fatal an, denn „die Kommunen verpflichten sich die Mobilität der Bevölkerung im gesetzlich vorgegebenen Rahmen zu erfüllen“.

Detlef Weirich, der für die CDU als sachkundiger Bürger Mitglied des Beirates ist und selbst im Rollstuhl sitzt, führte aus, dass er sehr wohl die Gefahren bei der Mitnahme von E-Scootern sieht. „Diese haben einen ganz anderen Schwerpunkt als etwa ein Elektro-Rollstuhl, so wie ich einen besitze.“ Ohne entsprechende Sicherung könne so ein Roller kippen, glaubt Weirich.

Für seine nächste Sitzung hat der Beirat für Menschen mit Behinderungen einen Bericht von der Stoag angefordert. Dann soll das Gutachten im Detail erklärt und zudem die Frage beantwortet werden, ob nicht doch eine Sicherung für E-Scooters möglich wäre, damit diese wieder mitgenommen werden können.

Marcel Sroka

Kommentare
24.01.2015
09:21
E-Scooter müssen draußen bleiben
von heikom30 | #3

Endlich, nicht nur das sie viel zu viel Platz wegnehmen, sondern das viele dieser Fahrer sehr unfreundlich und eingebildet snd und meinen die dürfen...
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E-Scooter müssen draußen bleiben
E-Scooter müssen draußen bleiben
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2015-01-23 07:00
Oberhausen, Verkehr, Stoag, E-Scooter, Rollstuhl,
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