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Dumpinglöhne in Spielhalle

01.12.2011 | 18:31 Uhr

Oberhausen.Dumpinglöhne, zehnstündige Arbeitsschichten ohne Pause und alleingelassene Auszubildende – es sind schwere Vorwürfe, die Michaela E. gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber erhebt. Die 46-Jährige hat ein Jahr u.a. in Oberhausen für die Schmidt-Gruppe gearbeitet, die vor einem Monat am Centro eine der größten Automaten-Spielhallen im Umkreis eröffnet hat. Ein Sprecher weist die Vorwürfe als haltlos zurück. Gewerkschafter kritisieren das Lohnmodell scharf.

Die Schmidt-Gruppe betreibt in Deutschland über 170 Spielstätten, in Oberhausen sind es mindestens fünf. Ihren Service-Mitarbeitern zahlt die Firma ein „Basisgehalt“ von 5,50 Euro, behauptet aber: „Unsere Mitarbeiter kommen im Schnitt auf einen Bruttostundenlohn von 8 Euro“, sagt Sprecher Robert Hess. Für Nacht- und Feiertagsschichten gibt es Zuschläge, auch eine Servicepauschale von täglich 0,50 Euro.

„Diese Zuschläge dürfen kein Bestandteil des Lohns sein“, rügt Günter Isemeyer von Verdi-NRW. „Sie werden zusätzlich zum Lohn gezahlt und dienen nicht dazu, ihn aufzubessern.“ 5,50 Euro – das sei ein Dumpinglohn. Verdi fordert seit langem einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro.

Keine Pausen

Nicht nur der Lohn, auch die Arbeitsbedingungen kritisiert Michaela E., die mittlerweile bei der Schmidt-Gruppe gekündigt hat: „Wir haben oft zehn Stunden am Stück gearbeitet, ohne Pause.“ Das wäre ein klarer Verstoß gegen das Arbeitszeitgesetz, das zehnstündige Schichten nur in Ausnahmen zulässt. Daran halte sich die Schmidt-Gruppe, sagt Robert Hess: „In Spielstätten, die 23 Stunden geöffnet haben, gibt es drei Acht-Stunden-Schichten. Zehn Stunden arbeiten unsere Beschäftigten nur im Ausnahmefall.“ Feste Pausen gibt es nicht: „Sie sind flexibel, werden aber bezahlt.“

E. klagt auch, dass Auszubildende lange allein gelassen würden, eine Ausbildung kaum stattfinde. „Die Ausbilder sind selten mit den Azubis an einem Standort.“ Hess erwidert, es sei sogar gewünscht, dass Azubis ein, zwei Stunden alleine seien. „Als ausgelernte Service-Mitarbeiter sind sie später allein in einer Filiale.“ Ausbilder seien aber telefonisch stets zu erreichen.

Beschwerden von anderen Mitarbeitern der Gruppe liegen Verdi nicht vor.

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Kommentare
11.12.2011
16:42
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von nixlein68 | #10

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10.12.2011
22:35
Dumpinglöhne in Spielhalle
von Elamaus | #9

Hallo ich bin MichaelaE .
Leider ist es wahr das die Firma sich rauswindet. Ist aber natürlich auch klar. Wer würde schon sagen das das alles stimmt. In der Filiale in Mülheim ( in der ich überwiegend gearbeitet habe ) ist es immer so das die Mitarbeiter 9,75 Std arbeiten. Auch ist es klar das sich niemand bei Verdi beschert hat es ist ja keiner Mitglied. Würde aber vom Arbeitgeber nicht gewollt sein. Einen Betriebsrat können sie sich nicht leisten. Ich hoffe nur das ich denen die noch dort arbeiten und einmal dort arbeiten werden helfen kann. Die die das nicht so sehen denen ist eh nicht zu helfen. Am 06.12.2011 war eine Sendung im WDR über diese Firma. Dort sagen sie auch das die Mitarbeiter auf suchtprävention geschult werden. Auch das ist nicht wahr. Ich habe in 1,5 Jahren diese Schulung nicht genossen. Auch kenne ich niemanden ( außer Gebietsleitung )die das haben. Tja es gibt noch viel mehr zu berichten aber es ist wie in vielen anderen Firmen die so mit ihrem Personal umgehen. Am besten man ist ruhig und macht was sie wollen und muckt nicht auf. Lg an alle Leser auch die die das nicht so sehen.
En

1 Antwort
Dumpinglöhne in Spielhalle
von nixlein68 | #9-1

Hallo Michaela,

als ehemalige Kollegin von dir möchte ich jetzt einfach mal reagierern.

Ich finde deine Aktion schlichtweg unmöglich und ich kann auch nicht nachvollziehen, was du damit erreichen möchtest. "anderen Kollegen und späteren einfach helfen"? Glaubst du doch selbst nicht.......

Tatsache ist, dass sich über Löhne und Gehälter trefflich streiten lässt - ABER jeder von uns - also auch du - hat irgendwann mal den Arbeitsvertrag unterschrieben und damit eben genau diesen Stundenlohn akzeptiert.
Weiterhin ist es auch eine Tatsache, dass dieser Lohn zumindest immer pünktlich gezahlt wird - inclusive jeder Überstunde und anderer Zulagen. Auch das ist nicht in jedem Unternehmen eine Selbstverständlichkeit.

(In Bezug auf die anderen Kommentare hier - sehr wohl zahlt die Schmidtgruppe Feiertagszuschläge....... )

Arbeitszeiten - zu den sogenannten kurzen Wechseln (von Nachtschicht auf Mittelschicht z.B.) wird kein einziger Mitarbeiter gezwungen. Wenn Kollegen durch Krankheit ausfallen und die Filiale besetzt werden soll, dann ist es manchmal nötig und ich zumindest habe nie gehört, dass eine Kollegin die Anweisung dafür bekommen hätte. Es ist schlichtweg Kollegialität.

Auszubildende - zumindest hier im Gebiet von Oberhausen ist es Tatsache, dass unsere Lehrlinge alle schon als Servicemitarbeiter in den Filialen gearbeitet haben, bevor sie in die Ausbildung gegangen sind. Sie sind also sehr wohl in der Lage gewesen, selbständig und eben auch allein zu arbeiten.

Und letztendlich Arbeitszeiten - Wenn die Öffnungszeiten in Mülheim erfordern, dass die Mitarbeiter 9,75 pro Schicht arbeiten, dann war es letztendlich immer noch die Entscheidung der Kollegen - dafür oder dagegen. Das Argument mit den Pausen ist lächerlich. In ganz ganz seltenen Fällen ist der Spielbetrieb so intensiv, dass man keine Zeit hätte, sich für ein paar Minuten auszuruhen. Für eure Zigarettenpausen scheint es ja noch zu reichen und bezahlt wird auch die komplette Zeit.....

Gerade du hattest (wie alle anderen auch) alle Chancen im Unternehmen und darum kann ich wirklich nicht verstehen, dass du die Schmidtgruppe jetzt so schlecht machst.

Trotzdem wünsche ich dir und den anderen hier vertretenen Ex-Kollegen alles Gute und gebe euch noch einen letzten Tipp - den nächsten Arbeitsvertrag RICHTIG lesen; verstehen und dann unterschreiben und vorher erkundigen, welche Gewerkschaft zuständig ist ;-)

09.12.2011
15:11
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von schwertfisch73 | #8

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09.12.2011
12:04
Dumpinglöhne in Spielhalle
von Respekt_Achtung | #7

Es wurde auch Zeit, daß dies öffentlich wird. Mit den Arbeitszeiten drücken sich die Mitarbeiter noch sehr Vorsichtig aus. Um 6 Uhr morgens ist Arbeitszeitende und um 14 Uhr müssen Mitarbeiter bereits wieder antreten und dies sind keine Ausnahmefälle. Hallo gesetzliche Ruhezeiten! Mitarbeiter werden ausgebrannt.Sonntagszulagen sind nicht existent Das so etwas in Deutschland zugelassen wird ist ein Trauerspiel. Was dürfen Arbeitgeber eigentlich noch machen!?
Hier sollten exemplarische Bestrafungen folgen.

09.12.2011
10:37
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von Gast11 | #6

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09.12.2011
01:30
Dumpinglöhne in Spielhalle
von schwertfisch73 | #5

Hallo Gast,
doch die IHK weiss davon und unternimmt nichts!!! Das kann Ich Dir versichern!!! Weil die Azubis beschwren sich nicht denn sonst werden diese gekündigt!!! Ich habe fast immer 190 bis 200 Std gearbeitet um überhaupt ein wenig Lohn zu bekommen!!!
Es wird sich niemand beschweren denn jeder der es tut muss gehen!!! Andere die nix sagen sind die besten denn bei Vertragsunterzeichnung dann hat man am besten keine Meinung mehr und man gibt seine Intiligenz ab!!!

09.12.2011
00:30
Dumpinglöhne in Spielhalle
von Gast11 | #4

Bis vor einiger Zeit wußte ich nicht das Verdi unsere Gewerkschaft ist. Ich bin nicht der Einzige der davon nicht wusste. Natürlich liegen Verdi keine anderen Mitarbeiterbeschwerden vor, denn wie auch wenn die Mitarbeiter Angst haben ihren Job zu verlieren. Keiner traut sich das auszusprechen was jeder denkt. Das ist das Problem.
LIEBE GEWERKSCHAFT VERDI, WIE KANN ICH MICH BEI EUCH BESCHWEREN???

09.12.2011
00:06
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von Gast11 | #3

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08.12.2011
13:45
Dumpinglöhne in Spielhalle
von schwertfisch73 | #2

Ich bin eine ehemalige Mitarbeiterin der Schmidtgruppe! Ich habe niemals 8 Euro die STD bekommen denn sonst wäre Ich dort nicht gegangen.Ich habe 6 euro die STD bekommen und 0,50 cent Service zulage BRUTTO!!!!! Ich habe ab 20 Uhr eine Zulage bekommen und davon auch nur 25 % von 6 Euro! Feiertagszulage,da muss ich lachen denn die Schmidtgruppe wird ja wissen was Sie bezahlt!!!Das die Schmistgruppe nicht ehrlich der Presse gegenüber ehrlich ist kann sich ein mancher ja denken!!! Die vollzeitkräfte in der Mülheimer Filiale arbeiten 9,5 Std ohne Pause auch die Auszubildene!! Und das alles ohne Pausen! Mal eine Zigarette rauchen das ja aber eine richtige Pause das stimmt nicht!
Wer hat denn einen Ausbilder Schein ausser die Gebietsleiter?Niemand denn Frau Michaela E HAT JA GEKÜNDIGT und alles andere sind so genannte Paten!!!!
Azubis sind 2-3 Std alleine?Auch das ist nicht wahr!In der Frühschicht sind sie 8 Std alleine in Oberhausen und in Mülheim 4 Std! In Mülheim haben Azubis auch die Fiiale alleine geführt! Die neue GBL ist ebenfalls selten zu erreichen! Das die IHK nicht richtig reagiert kann Ich nicht verstehen!!!
Das die Gäste raus müssen ist ebenfalls nicht richtig denn in den kleinen Filialen ist das nicht gewünscht nur in den grossen!!!!

01.12.2011
23:44
Dumpinglöhne in Spielhalle
von DuisburgerBeobachter | #1

Das ist unfassbar. Wie sich das Unternehmen rauswinden möchte. Hey Ihr Unternehmer, wenn bei 23 Std. in 3 Schichten a 8 Std. gearbeitet wird sind es 24 Std. Habt Ihr Euch etwa selber verraten, dass Ihr gegen weitere Gesetze verstösst und Ihr nicht diese eine Stunde schliesst? Es sollt sich gegen solche Unternehmen Verdi von alleine einschalten um so etwas zu unterbinden. Ein Mindestlohn ist hier auf jeden Fall zu erwarten. Die Mitarbeiter dieses Unternehmen sollten sich mobilisieren und den Kampf aufnehmen. Welches Unternehmen solche Hallen aufbaut, sollte auch in der Lage seien annähernd gute Löhne zu leisten. Schliesslich war ja auch Geld für das Ufo am Centro da, auch wenn es dazu Investoren gab. Weitere große Hallen wurden ja ebenfalls schon eröffnet.

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