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Dringend gesucht: Geld und Solidarität

09.03.2008 | 19:56 Uhr

FRAUENTAG. Beim offiziellen Empfang der Stadt im Ebertbad wurde eine neue Kontakt- und Beratungsstelle für Prostituierte vorgestellt.

Lilja wird bald neu in die Stadt kommen. Lilja, dahinter verbirgt sich eine Kontakt- und Beratungsstelle für Prostituierte, unterstützt durch die Stadt und getragen durch den Verein Solwodi (Solidarity with Women in Distress - Solidarität mit Frauen in Not). Vermutlich im Sommer kann die Beratungsstelle ihre Arbeit aufnehmen.

Diese Hoffnung zumindest äußerte die Verantwortliche von Solwodi NRW, Schwester Leoni Beving, am Samstag beim offiziellen Empfang der Stadt zum Internationalen Frauentag.

Eigentlich hatten die rund 200 anwesenden Frauen im Ebertbad mit einer Talkrunde über Menschenhandel und Zwangsheirat gerechnet - darin liegt ein Schwerpunkt der Arbeit von Solwodi - aber dann nutzten die Schwester und der zweite Talkrundengast, Oberbürgermeister Klaus Wehling, die große Bühne, um die Neuigkeit mit Lilja zu verkünden.

Die Sozialarbeiterin Katharina Dück wird die Beratungsstelle leiten, die Frauen an der Flaßhofstraße besuchen ("Wenn man nur in seiner Beratungsstelle sitzt und wartet, dass die Frauen kommen, das funktioniert nicht"), ihnen psychosoziale Beratung anbieten, sie über ihre Rechte als Prostituierte aufklären und falls gewünscht helfen, aus dem Milieu auszusteigen. All das soll in enger Zusammenarbeit geschehen mit den schon zuständigen Personen bei der Gleichstellungsstelle, beim Gesundheits-, Sozial- und Ausländeramt sowie der Polizei und Vertretern der Wohlfahrtspflege.

"Die Sache kann nur funktionieren, wenn es eine enge Kooperation gibt", sagte Schwester Leoni Beving und appelierte an die anwesenden Frauen, die sich in verschiedenen Gremien und Institutionen für die Frauen in Oberhausen einsetzen, die Arbeit der neuen Beratungsstelle unterstützen. "Wir brauchen eine ganz starke Solidarität".

Momentan braucht Solwodi aber erst einmal Geld. Bislang ist nicht vollständig geklärt, wer die Finanzierung von Lilja übernimmt. Der Verein hat einen Antrag bei der Aktion Mensch gestellt und ist zuversichtlich, dadurch die nötigen Mittel zu bekommen. Klaus Wehling versprach indessen: noch bevor dieser Antrag genehmigt sei, habe man von Seiten der Stadt geeignete Räume für Lilja gefunden.

GEGEN RÜCKSCHRITT Der diesjährige internationale Frauentag stand unter dem Motto: "Gegen den Rückschritt gibt es nur ein Mittel: immer wieder von vorn anfangen". Ingeburg Josting, Leiterin der Gleichstellungsstelle, referierte dazu beim Empfanges zum Internationalen Frauentag im Ebertbad. Sie forderte unter anderem einen Aufschwung für die Frauenpolitik, der nur in Zusammenarbeit mit männlicher Politik zu leisten sei. Abgerundet wurde das Programm mit Auftritten der Kabarettistin Carmela De Feo alias "La Signiora".

JULIA SEIFERT

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