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Drei Stunden mit David Hasselhoff in der Arena Oberhausen

21.02.2011 | 12:43 Uhr
Drei Stunden mit David Hasselhoff in der Arena Oberhausen
„The Hoff is back“: David Hasselhoff spielte vor 3500 Fans in der König-Pilsener-Arena in Oberhausen. Foto: Schumacher

Oberhausen.David Hasselhoff spielt in der König-Pilsener-Arena eines der ungewöhnlichsten Konzerte seit langer Zeit. Ironische Vergötterung, echte Begeisterung und Volltrunkenheit im Publikum verschmelzen zu einem bizarren Auftritt. Ein Stimmungsbericht.

Still ist es hinter der Bühne. David Hasselhoff steht entspannt in einer der Lounges der König-Pilsener-Arena. Der Blick zielt ins Leere. Von dem Sturm, den ihn in nur ein paar Minuten erwartet, ahnt er noch wenig. Während sich draußen bereits einige Kegelklubs, Jungesellenabschiede mit Bier-Combos und Barcadi-Flaschen in Stimmung grölen, fragt „The Hoff“ gelassen nach einem Filzschreiber. Er schreibt Autogramme, spricht mit ausgesuchten Fans. „Stift?“ Hasselhoff schaut irritiert, runzelt die Stirn, hat offensichtlich „stiff“ - übersetzt steif - verstanden. „Das heißt im Englischen aber was anderes!“, sagt er, hebt seinen Kopf und zwinkert der Assistentin zu. Kurz vor dem Konzert ist die Stimmung locker.

Langsam schreitet der 58-jährige Kult-Star auf die Tür zu, die ihn vom Backstage-Bereich näher zum Bühnenrand bringt. Sein Blick senkt sich zum Boden: So etwas wie „Dann wollen wir mal!“ murmelt er in englischer Sprache. Und weg ist er!

Rentner, Kegelclubs, Nerds, Punks

„Hassel? Hoff! Hassel? Hoff!“ Auf den Tribünen ist längst der Teufel los. In der mit 3500 Zuschauern gefüllten, wenn auch verkleinerten Arena, üben sich die Anhänger im Wechselgesang. Es hört sich an wie im Fußball-Stadion. David Hasselhoff ist in Oberhausen angekommen. Ironische Vergötterung, echte Begeisterung und Volltrunkenheit im Publikum verschmelzen zu einem bizarren Konzert , das in dieser Form in der Arena wohl noch nicht gespielt wurde.

Kaum geht das Licht aus, schon ist der Geräuschpegel am Anschlag. Auf der Videoleinwand erscheinen in schneller Schnittfolge Bilder. Knight Rider. Baywatch. Ein karges Schriftband flackert durch die Montage, die den 58-Jährigen vor der Berliner Mauer zeigt: „The Man! The Myth! The Legend! The Hoff“ Mythos, Legende? Der Jubel kennt keine Grenzen. Fotoapparate blitzen auf. Dann betritt eine dunkle Gestalt die Showtreppe, der Rücken zum Publikum gedreht. Langsam bewegt „The Hoff“ erwartungsschwanger den Kopf, sein legendärer Nummer-eins-Hit „Looking for freedom“ ertönt. Den Text liest er vom Teleprompter ab. „Ich liebe Euch alle“, schreit der Sänger und Schauspieler ins Mikrofon, der nach Alkoholproblemen seine schweren Zeiten offensichtlich überwunden hat. Der Hexenkessel scheint wie Balsam auf ein strapaziertes Ego.

„Hurra! Hurra! Der Hasselhoff ist da!“

David Hasselhoff wechselt die Garderobe. Erscheint im mintfarbenden 80er-Jahre-Anzug, dann wieder in cooler Leder-Kluft, so wie sie Michael Knight in der Hit-Serie Knight Rider trug. Er wirkt bemüht, konzentriert - beinahe übermotiviert angesichts des großartigen Echos, das ihm entgegen schallt.

Im Publikum passiert fast genauso viel wie auf der Bühne: Einige ältere Fans verlassen bereits die Halle, während andere eine Polonaise auf den Rängen anführen. Der Wechselgesang im Block geht weiter: „Hurra! Hurra! Der Hasselhoff ist da!“ Es ist ein Konzert mit hohem Spaß-Faktor. Einige haben T-Shirts mit dem Kopf des US-Kultstars und dem Spruch „Don’t hassel the hoff“ angezogen. Eine Sitzreihe hat sich aus Pappe Hasselhoff-Masken gebastelt. Zwei Reihen darüber hat man die Shirts schon wieder ausgezogen - Freikörperkultur! Während der Protagonist selber zum Baywatch-Thema eine Rettungsschwimmer-Uniform trägt und mit Badenixen Limbo tanzt.

David Hasselhoff

Im Innenraum recken Anhänger „Baywatch-Bojen“ in die Luft, daneben prosten sich einige Punks mit Bier zu. Ein Junggesellenabschied hat den nächsten Fangesang erfunden: „Steht auf, wenn ihr Hassel hofft!“ Hasselhoff selbst genießt jede Sekunde. Drei Stunden Programm mit „Crazy for you“, „Do the Limbo dance“, „Hocked on a feeling“ und einer halben Stunde Pause dazwischen. Nach der vierten Zugabe ist Schluss!

Dirk Hein

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