Diskussionen über Stoag-Bußgelder für Gelsenkirchener Kinder

Die Stoag hatte sich hinter ihre Mitarbeiter gestellt und betont, beide Kontrolleure hätten sich korrekt verhalten.
Die Stoag hatte sich hinter ihre Mitarbeiter gestellt und betont, beide Kontrolleure hätten sich korrekt verhalten.
Foto: Ute Gabriel / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Vorfall, bei dem Schüler in Oberhausen wegen Schwarzfahrens ein Bußgeld zahlen müssen sorgt für hitzige Diskussionen. Wir haben sie zusammenfasst.

Oberhausen.. Für hitzige Diskussionen sorgt unser Bericht über fünf Kinder eines Gelsenkirchener Gymnasiums, die auf einer Klassenfahrt in Oberhausen Bußgelder wegen Schwarzfahrens kassierten – obwohl sie Tickets hatten.

Die Lehrerin der 13- bis 14-jährigen Schüler hatte sich über das „rüde Vorgehen“ der Kontrolleure beschwert und auf eine Entschuldigung des Verkehrsunternehmens gehofft. Die Kinder hätten ihre Tickets abstempeln wollen, seien nur noch nicht dazu gekommen. Die Stoag reduzierte das Bußgeld zwar auf zehn Euro, stellte sich ansonsten aber hinter ihre Mitarbeiter.

„Meiner Tochter ist vor kurzem genau das Gleiche bei ihrem Klassenausflug auf gleicher Strecke mit der Gesamtschule Wulfen-Barkenberg passiert“, berichtet Sabrina Würzburg aus Dorsten. Sogar der Hergang sei fast identisch gewesen. „Ein paar Schüler hatten schon ihre Tickets abstempeln können, andere, inklusive der Lehrer, noch nicht.“

Eine Mutter hält das Verhalten der Stoag für Abzocke

Auch in diesem Fall seien von den Stoag-Kontrolleuren Verwarngelder aufgrund Schwarzfahrens in Höhe von 40 Euro ausgesprochen worden. „Nach dem Einspruch von Lehrern und Eltern ist das dann ,kulanter Weise’ auf zehn Euro reduziert worden – für mich ganz klar Abzocke“, stellt die Mutter entrüstet fest.

Und Leserin Diana Lettau betont: „Ich finde es toll, wenn der Arbeitgeber sich hinter seine Mitarbeiter stellt, aber in diesem Fall sollte man sich mal überlegen, dass es sich um ein Dienstleistungsunternehmen handelt – und man seine Kunden auch so behandeln sollte.“ Die Schüler hätten eine Fahrkarte gehabt. „Diese von den Kontrolleuren zu entwerten, wäre eine Leichtigkeit gewesen.“

Etwas anders sieht es ein User, der unter der Online-Version unseres Artikels folgende Anregungen gab: Die Gruppe hätte besser Tagestickets lösen sollen, die seien den ganzen Tag lang gültig und müssten nicht einmal abgestempelt werden. Lehrer, die sich dennoch für Einzel- oder Gruppentickets entscheiden, könnten doch an der Haltestelle warten, bis alle Kinder ihre Tickets dort abgestempelt haben. Schlimmestenfalls hätte das nur bedeutet, mal einen Bus später nehmen zu müssen.

Sammelticket wird als Lösung vorgeschlagen

„Eine Lösung des immer wiederkehrenden Problems“, meint ein anderer Kommentarschreiber, „wäre ein Sammelticket, das von der Schule im voraus erworben werden könnte und nur am Ausflugstag gültig ist“. Voraussetzung wäre aber, dass die Verkehrsbetriebe diese Möglichkeit, die es früher einmal gab, wieder anbieten – was bislang aber nicht der Fall sei.

Verständnis für die Kontrolleure zeigt dagegen dieser User: „Die Kontrolleure haben absolut nachvollziehbar gehandelt. Die Ausreden von Schwarzfahrern sind bekannt. Dazu zählt leider auch ,Ich wollte gerade abstempeln’. Man kann es den Kontrolleuren nicht verdenken, dass sie diese täglichen Ausreden nicht mehr hören können, auch dann nicht, wenn es mal wahr sein sollte.“