Diskussion um Parkplätze für Behinderte

Seit dem vergangenen Herbst sind von den einstmals 25 Behindertenparkplätzen am Sterkrader Tor nur noch sechs übrig. Der Betreiber des Einkaufszentrums, die Hahn-Gruppe, ließ damals die Markierungen von 19 Stellplätzen entfernen, da sie ohne entsprechendes Straßenschild ohnehin nicht richtig gekennzeichnet waren. In der gestrigen Sitzung des städtischen Beirates für Menschen mit Behinderung wurde nun Kritik an der Hahn-Gruppe und der Stadt laut, die den Betreiber damals auf die fehlende Kennzeichnung aufmerksam machte.

Ein älterer, sehr stark gehbehinderter Mitbürger, der laut eigener Aussage oft dort einkaufen geht, müsse nun lange Wege zu Fuß gehen. „Die noch bestehenden Behindertenparkplätze sind sehr weit weg von den beiden Supermärkten Edeka und Aldi. Wie soll ich mit den schweren Einkäufen bepackt zu meinem Auto kommen?“, fragte er in die Runde.

Weitere Parkplätze überprüfen

Martin Kemper, Fachbereichsleiter für Verkehrs- und Baustellenmanagement bei der Stadt, nahm die Hahn-Gruppe in Schutz – zumindest in rechtlicher Hinsicht. „Laut geltender Bauordnung muss bei öffentlich genutzten und zugänglichen Parkplätzen ein Prozent der Stellplätze für Behinderte ausgelegt sein.“ Dies sei auch weiterhin am Sterkrader Tor der Fall – bei 520 Parkplätzen insgesamt würden sechs Behindertenparkplätze ausreichen.

Die Mitglieder des Beirates, darunter Norbert Mellis vom Bündnis Oberhausener Bürger, wollten sich damit jedoch nicht zufrieden geben. Sie wollen den Betreiber auffordern, die Anzahl von Behindertenparkplätzen zu erhöhen oder die vorhanden Plätze zumindest besser zu verteilen – so dass auch weitere Läden besser für gehbehinderte Oberhausener erreichbar sind.

Klaus Kösling (SPD) forderte die Verwaltung zudem auf, auch die öffentlich zugänglichen Parkplätze von anderen Einkaufszentrum zu überprüfen. „Beim Luchs-Center etwa, das auch von der Hahn-Gruppe betrieben wird, gibt es nicht ausreichend Stellplätze für Menschen mit Behinderung.“