Differenzen in der Kurbel-Führung
14.09.2009 | 20:30 Uhr 2009-09-14T20:30:00+0200Geschäftsführer der gemeinnützigen GmbH ist in den Urlaub geschickt worden. Aufsichtsrat mauert und schweigt
Offiziell heißt es, er sei im Urlaub, inoffiziell ist die Rede davon, dass Oliver Heck, Geschäftsführer des Katholischen Jugendwerks Oberhausen gGmbH, „Die Kurbel”, beurlaubt ist. Und das erstmal bis zum 21. September: Dann tritt die Gesellschafterversammlung zusammen, um das weitere Vorgehen zu beraten. Soviel immerhin scheint bei aller Unruhe ringsum klar: Heck werden keinerlei persönliche Verfehlungen angelastet. Und: „Die rund 140 Mitarbeiter müssen sich wirklich keine Sorgen machen, und es ist auch keine existenzbedrohende Situation fürs Katholische Jugendwerk insgesamt eingetreten”, betont Sven Diedenhofen, Vorstand des Katholischen Jugendwerks Oberhausen e.V. und Aufsichtsrat der gemeinnützigen Gesellschaft „Die Kurbel”. Ansonsten verweist er auf die Gesellschafterversammlung nächsten Montag: „Das ist das entscheidende Gremium, dem möchte der Aufsichtsrat nicht vorgreifen.”
Aufsuchende Jugendarbeit
Während man sich im „Kurbel”-Umfeld in Schweigen hüllt, ist von Stadtdechant Dr. Michael Dörnemann immerhin soviel zum Hintergrund zu erfahren: „Es gibt offenbar Differenzen zwischen Aufsichtsrat und Geschäftsführung, was die Führung und die wirtschaftliche Absicherung der Gesellschaft angeht.”
Die gemeinnützige Gesellschaft tummelt sich vor allem in vier Geschäftsfeldern: dem großen Bereich der Jugendberufshilfe und Beschäftigungsförderung, dem „FairKauf”-Second-Hand-Einrichtungshaus, Angeboten an Schulen wie der Betreuung im offenen Ganztag und Stadtteilprojekten wie in Osterfeld oder in der City. Häufig wird „die Kurbel” im Auftrag der Stadt tätig – meist über zeitlich befristete Kontrakte mit fest ausgehandelten Entgelten. Jährlich rund 130 000 Euro gibt's etwa vom städtischen Bereich Soziales – für aufsuchende Jugendarbeit und Projekte in Stadtteilzentren. Auch für die Beschäftigungsförderungsgesellschaft Oberhausen, BFO, ist „die Kurbel” einer der größeren Partner: „Wir arbeiten seit Jahren vertrauensvoll zusammen”, erzählt BFO-Geschäftsführer Achim Kawicki. Aktuell sind 88 Ein-Euro-Jobber über BFO zur Qualifizierung, Weiterbildung und sozialen Betreuung an die „Kurbel” vermittelt – refinanziert am Ende durch die Arge Soda.
Das Geschäft der „Kurbel” und ähnlich gelagerter Institutionen ist kein einfaches: Finanzierungen sind notgedrungen häufig „Spitz auf Knopf”, bei im Vorfeld fest ausgehandelten Entgelten schlagen oft schon kleinere Tarifgehaltserhöhungen heftig ins Kontor, wegbrechende Landesgelder wie im Fall des von Kurbel getragenen Arbeitslosenzentrums „Kontakt” zehren etwaige Reserven auf.

0mitdiskutieren