Die Tour ihres Lebens

Schöne Landschaften waren der Lohn für die sportliche Mühe.
Schöne Landschaften waren der Lohn für die sportliche Mühe.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Von ihrer schlimmsten Nacht, der schönen Arbeit beim Winzer oder ihrem Einsatz als Erntehelferin berichtet Susanne Storck in der Stadtbibliothek.

Oberhausen.. Es war die schlimmste Nacht der ganzen Tour: Der laue Sommerabend hat sich mit Einbruch der Dunkelheit leise verabschiedet und dem Regen Platz gemacht. Und auch die schleimigen Schnecken machten nicht vor ihrem Schlafsack Halt. Und trotzdem ließ sich Susanne Storck nach diesem Erlebnis in Sichtweite zum Binger Mäuseturm nicht davon abhalten, weitere Nächte unter freiem Himmel zu verbringen. Von dieser Nacht und den vielen anderen, ihren Erlebnissen und ihrer Radtour quer durch Deutschland wird sie am kommenden Dienstag, 14. April, um 19 Uhr in der Stadtbibliothek Oberhausen im Bert-Brecht-Haus erzählen.

2700 Kilometer mit 400 Euro

„Wer Ballast abwirft, wird reich beschenkt“, das ist die Quintessenz, die Susanne Storck, ehemalige NRZ-Redakteurin und Mülheimerin, aus ihrer siebenwöchigen Reise mit dem Fahrrad durch halb Deutschland zog. Ihr Weg führte sie, die bis dahin noch nie Sport gemacht hat, mehr als 2700 Kilometer von Mülheim an der Ruhr bis zum Bodensee. Mit dabei: 16 Kilogramm Gepäck und 400 Euro Bargeld, ohne Geldkarte. Das zwang sie dazu, als Tagelöhnerin zu arbeiten, bei der Zucchini-Ernte und der Ziegenzucht zu helfen, Wäsche zu bügeln und dem Winzer unter die Arme zu greifen. Und immer wieder: strampeln, strampeln, strampeln. Doch das, was sie während ihrer kurzen Auszeit vom Beruf erlebt hat, hat sie geprägt.

Sie wollte wissen, ob sie in Deutschland einfach bei wildfremden Menschen anklingeln und nach einem Job fragen kann – und was dann passiert.

„Ich wurde reich beschenkt mit Begegnungen mit spannenden, wunderbaren Menschen, mit Überraschungen, gemeisterten Anstrengungen.“ Ihr Fazit: „Ich will das Leben nicht auf später verschieben.“