Die Suche nach dem richtigen Weg

Apostolos Tsalastras hat sich eine Wohnung an der Marktstraße genommen. Die Couch lässt noch auf sich warten, ansonsten fehlt es wohl nur noch an Kleinigkeiten. So viel dazu. Denn es scheint einige Oberhausener zu geben, die das interessiert.

Es tun sich zwei Lager auf. Das eine kritisiert, dass Tsalastras nur nach Oberhausen gezogen sei, weil er Oberbürgermeister werden möchte. Warum ist er nicht schon eher hierher gezogen? Warum zahlt er nicht dieselben Steuern wie wir? Und: Ist er eigentlich wirklich hierher gezogen oder handelt es sich dabei um eine Alibi-Wohnung? Denn sicherlich würde ein Kämmerer doch nicht an die Marktstraße ziehen, sondern sich ein schickeres Umfeld suchen.

Das andere Lager sagt: Prima. Herr Tsalastras hat versprochen, nach Oberhausen zu ziehen, wenn er für das Amt des Oberbürgermeisters kandidiert.

Die Wahrheit ist: Apostolos Tsalastras hätte es in diesem Fall gar nicht richtig machen können. Hätte er sich keine Wohnung in Oberhausen genommen, hätte man ihm vorgeworfen, sich nicht mit Oberhausen, mit der Stadt, in der er Oberbürgermeister werden möchte, zu identifizieren.

Andererseits: Nimmt er sich eine Wohnung wird ihm vorgeworfen, er meine es nicht ernst.

Was man Tsalastras hingegen nicht vorwerfen kann, ist, dass er nicht präsent ist. Damit wir uns nicht falsch verstehen: An dieser Stelle sind nicht seine Wahlkampfauftritte gemeint. Schon vor seiner Kürung als SPD-OB-Kandidat besuchte er als zuständiger Dezernent die kulturelle Landschaft oder nahm als Erster Beigeordneter öffentliche Termine wahr. Seit rund zwölf Jahren arbeitet er in und für Oberhausen – auch am Wochenende.

Es wird Zeit, nun endlich über Themen und Inhalte zu reden.