Die Stadt muss verkauft werden
19.09.2011 | 17:10 Uhr 2011-09-19T17:10:00+0200
Oberhausen.Für mehrere zehntausend Euro hat die städtische Tochter „Entwicklungsgesellschaft Neu-Oberhausen“ (ENO) einen kurzen Imagefilm in Auftrag gegeben, der Oberhausen als Stand- und Wohnort bekannter und attraktiver machen soll. Er soll anlässlich des 20-jährigen Bestehens der ENO Anfang 2012 erstmals gezeigt werden.
Die Stadtkasse
wird entlastet
Gegründet wurde die ENO, um für diese Stadt als Standort zu werben, die ansässigen Betriebe zu beraten und zu vernetzen, Standorte zu vermarkten und Gewerbeansiedlungen zu ermöglichen.
Anders als die 2007 ins Leben gerufene Wirtschaftsförderung Oberhausen (WFO) ist die ENO aber ein gemischt-wirtschaftliches Unternehmen, das laut Firmenangaben zu je 50 Prozent in städtischer und in privater Hand ist. Zu den derzeit rund 50 Gesellschaftern dieser öffentlich-privaten Partnerschaft („Private Public Partnership“, kurz PPP) gehören allerdings auch andere städtische Töchter wie Stoag, OGM und WFO, ebenfalls aber auch die Stadtsparkasse und private Unternehmen wie Oxea oder MAN Diesel & Turbo SE.
Mit ihrem Kapital finanziert die ENO als eine Art städtisch-privater Beirat Projekte zur Wirtschaftsförderung, die wiederum von der 100-prozentigen Stadttochter, der WFO, umgesetzt werden. Somit wird die Stadtkasse entlastet, die privat-wirtschaftlichen Gesellschafter erhalten mehr Mitsprache und auch Aufträge im Rahmen dieses Netzwerks.
„Move Elevator“ ist ebenfalls Gesellschafter der ENO. Die Oberhausener Werbeagentur wird den Imagefilm produzieren, der im Januar 2012 im Rahmen des ENO-Geburtstags präsentiert werden soll. Die Kosten trage die Firma selbst im Rahmen ihrer Geschäftsbeteiligung, sagt Frank Lichtenheld, der in Personalunion Geschäftsführer der ENO und WFO ist. „Der Film ist somit ins Budget der ENO eingerechnet, seine Kosten sind auf drei Jahre verteilt worden.“
Echte Bürger,
keine Schauspieler
Idee des Films sei es, Menschen, Unternehmen und Landschaften Oberhausens darzustellen; auf Messen, im Internet soll er genutzt werden, Investoren anlocken und gleichzeitig den Unternehmen, die hier ihren Sitz haben, als Marketinginstrument für die Mitarbeiter-Akquise dienen.
„Der Film war ein ausdrücklicher Wunsch unsere Gesellschafter. Oberhausen muss immer noch verkauft werden“, sagt Lichtenheld. „Dafür geben wir ihnen nun ein Werbe-Instrument an die Hand.“ Burkhard Koch, ebenfalls Geschäftsführer der ENO, betont: „Das wird kein bewegliches Reisemagazin, sondern soll die Identität der Stadt zeigen.“
Deshalb kommen auch nur Oberhausener Bürger vor die Kamera, keine Models oder Schauspieler. Gedreht hat „Brandnew Entertainment“, die Filmproduktion von „Move Elevator“, unter anderem bei MAN Turbo, Kempchen und „Lenord und Bauer“ sowie am Theater, im Centro und bei Haus Ripshorst.

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