"Die Schlecker-Welt ist grausam"
29.04.2009 | 19:51 Uhr 2009-04-29T19:51:00+0200Verdi will mit einer landesweiten Kampagne auf die Umstrukturierung der Drogeriemarktkette antworten.
Gewerkschaftssekretär Günter Wolf kam gestern direkt vom Arbeitsgericht zum Pressegespräch ins DGB-Haus. Verhandelt wurden wieder einmal diverse Klagen gegen Schlecker. Womit man gleich beim Thema war, denn die Drogeriemarktkette sorgt mit einer neuen Unternehmensstrategie auch abseits der leider alltäglichen juristischen Scharmützel wieder einmal für helle Aufregung.
Worum geht es? Schlecker will vier Filialen in Oberhausen, Mülheim und Dinslaken schließen und zwölf Mitarbeiter sollen entlassen werden. Das aber ist nur der formale Anlass, auf den Verdi jetzt mit einer landesweiten Kampagne reagieren will.
Der Einzelhandelsriese ist dabei, seinen Konzern radikal umzustrukturieren. Zwischen 2000 und 4000 von 10 000 Filialen machen dicht, dafür gehen größere, so genannte XL-Filialen an den Markt. Hier aber soll laut Verdi neues und billigeres Personal angestellt werden, während die tariflich bezahlten Mitarbeiter aus den geschlossenen Läden auf der Straße stehen.
Für die XL-Filialen hat Anton Schlecker eine eigene, nicht tarifgebundene Gesellschaft gegründet. So würden dort statt 12,67 Euro für ausgelernte Kräfte im sechsten Berufsjahr nur 7,59 Euro bezahlt. Auch würden die dort beschäftigten Frauen 42 statt 37,5 Stunden pro Woche arbeiten, bekämen kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld und nur 24 statt 26 Tage Urlaub.
Selbst in den alten tarifgebundenen Schleckerfilialen würden Überstunden mit nur 6,50 Euro statt 12,67 Euro bezahlt, so Verdi-Sekretär Wolf. Dies sei sittenwidrig. „Bei Schlecker ist die Welt anders. Es ist die Schlecker-Welt, und diese ist grausam und unfair.” Die Gewerkschaft will nun abseits rechtlicher Schritte eine Kampagne starten, um den politischen und moralischen Druck zu erhöhen. So werden 30 000 an Christa und Anton Schlecker adressierte Postkarten gedruckt, mit denen man seinen Unmut zum Ausdruck bringen kann. Und was ist mit Boykott der Schlecker-Filialen? „Um Gottes Willen. Damit würden Sie uns treffen und nicht Herrn Schlecker”, meinte Birgit Lang, die seit sieben Jahren für die Firma arbeitet.

11:03
Eine Bekannte arbeit seit Jahren bei Schlecker als Verkäuferin. Selbst sie sagt, man solle sich besser woanders bewerben... Unterbezahlung und eine Menge Überstunden erwartet eine Mitarbeiterin. Die Bekannte bangt um ihren Arbeitsplatz. Sie hat keine Berufsausbildung und war froh, als Schlecker sie dennoch einstellte. Deshalb wird sie sich niemals gegen Schlecker wenden...
15:09
Und? Wer kauft bei Schlecker?
Doch nur Frauen!
Könnten sie mal alleine was regeln, aber....
13:02
Schlecker, aldi, lidl, kik,edeka, ikea usw. usw.
Die Liste könnte man noch stundenlang fortführen. Ausspionieren, gängeln, mobben ist fast Arbeitsalltag. Und die KollegInnen lassen sich vieles gefallen, da der Verlust des Arbeitsplatzes droht. Oben schaufelt man sich die Säcke voll und das Arbeitnehmervolk bezahlt. Und es trifft zu 90% Frauen!!
Da hilft nur eins: wehrt euch endlich. Gründet Betriebsräte und wendet euch an eure Gewerkschaft. Macht die Kunden auf eure Misere aufmerksam und bittet um Unterstützung und Solidarität. Nur wer sich wehrt kann etwas ändern.
Aber zum Glück gibt es andere Arbeitgeber, zwar nicht so oft, aber sie leben noch.