Die Oberhausener Reporter von morgen

Die Zeitungsmacher der Kita Löwenzahn: (v.l.) Anton, Simon, Nele, Simon, Levke, Malia und Freeda.
Die Zeitungsmacher der Kita Löwenzahn: (v.l.) Anton, Simon, Nele, Simon, Levke, Malia und Freeda.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Vorschulkinder der Elterninitiative Löwenzahn bringen eigene Zeitung heraus. Bei Redakteurin Barbara Hoynacki holen sie sich Tipps ab, worauf sie dabei achten müssen.

Oberhausen.. Nele hatte die Idee. Die Fünfjährige beobachtet ihre Mama genau, auch beim Zeitunglesen. Für ihre Kindertageseinrichtung Löwenzahn Am Ringofen 17 bastelte Nele bereits ein Titelblatt für eine eigene Kita-Zeitung. Da lag es nahe, dass sie das Thema Zeitung als Projekt für ihre Vorschulgruppe vorschlug. Sechs weitere Kinder machten sofort mit.

Jetzt will Nele mit ihrer Kamera losziehen und die Menschen in einer nahen Flüchtlingsunterkunft fotografieren. Doch weil sich die Kinder nicht so ganz sicher sind, wie „Zeitung machen“ überhaupt geht, baten sie unsere Redaktion, doch mal jemanden vorbeizuschicken. Ich kam dieser Bitte gerne nach – und staunte.

Fragen gesammelt

Was die Kinder alles wissen wollen. „Wir haben ganz viele Fragen gesammelt“, sagt Freeda (5) und blickt mich erwartungsvoll an. „Also erzähl doch mal, wie wird Zeitung denn jetzt gemacht?“, kürzt Simon (6) das Ganze ab. Und ich erzähle von der Morgenkonferenz, dem Terminplan, in dem wichtige Ereignisse notiert sind, und von Menschen, die sich mit ihren Sorgen an uns wenden. „Ja, aber wie wird daraus die Zeitung?“, hakt Anton (5) ungeduldig nach. Ich erkläre, dass wir aus dem, was wir hören, Geschichten machen, die am Computer samt Bildern zu einer Zeitungsseite gestaltet werden. „Und dann druckt ihr die auf Papier und schmeißt die in die Briefkästen?“, will Simons Namensvetter Simon wissen (der auch 6 ist). „Nicht wir als Redaktion, aber die Drucker in einem unserer Druckhäuser und das Verteilen übernehmen die Zeitungsboten“, kann ich die Neugierde halbwegs stillen.

„Ja, aber du arbeitest doch nur in Oberhausen, wie kommst du dann an die Geschichten über die Flüchtlinge im Mittelmeer?“ wundert sich Malia (6). Ich erzähle, dass es überall auf der Welt Journalisten gibt, die zusammenarbeiten, damit alle Oberhausener stets wissen, was so los ist in der Welt. Einmütiges Nicken. Dann erfahre ich von Sozialarbeiterin Linda Blankenstein, womit sich die Kinder schon beschäftigt haben. Sie haben sich die Kinderseite in der Zeitung genau angesehen. Und wollen sich nun mit dem Thema „Flüchtlinge aus Kindersicht“ befassen – für die hauseigene Löwenzahn-Zeitung, die sie herausbringen wollen. Nele wird dafür, wie gesagt, ein Flüchtlingsheim besuchen. Aber da eine Zeitung viele Themen enthält, hat sich der eine Simon überlegt, dass er eine Bauanleitung für einen Lego-Schlepper anfertigt. Malia will über den Zirkus der Kita berichten. Levke und Anton freuen sich auf die Kinderfreizeit in Ratingen, die jetzt ansteht. Denn was sie dabei erleben, soll natürlich auch in ihrer Zeitung stehen.

Besuch im Druckhaus

Ein Druckhaus wird die Vorschulgruppe noch besichtigen. „Und wir werden Papier selber herstellen“, verrät Projektleiterin Linda Blankenstein. Mit Hilfe eines Setzkastens lernen die Kinder, wie schwierig es ist, einen guten Druck herzustellen. Freeda erzählt, dass sie auch gerne fotografieren würde. „Aber ich weiß nicht, ob ich die Kamera von meiner Mama nehmen darf – die ist sehr groß und schwer“, bedauert die Fünfjährige.

Malia und Levke verraten, dass sie an der Kinderseite unserer Zeitung den Filmtipp besonders interessant fanden. Vielleicht, weil sie ihren Eltern so beibringen können, dass sie diesen Film unbedingt sehen sollten? Die Sechsjährigen lachen. Und ich? Ich freue mich über diese neue Konkurrenz – und auf die erste Ausgabe ihrer Zeitung Löwenzahn.