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Die Linie 112 wird in Oberhausen zum Problemfall

30.12.2015 | 11:00 Uhr
Die Linie 112 wird in Oberhausen zum Problemfall
Längst nicht immer sind die Straßenbahnen der Linie 112 pünktlich.Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.  Fahrgäste in Oberhausen beschweren sich über überfüllte und ausfallende Bahnen der Linie 112. Die Stoag attackiert Mülheimer Verkehrsbetriebe.

Überfüllte und unpünktliche Bahnen, Wartezeiten von mehr als 40 Minuten und unüberwindbare Hürden für Rollstuhlfahrer oder Senioren mit Rollatoren: Die Mängelliste in Bezug auf die Straßenbahnlinie 112 ist lang und sorgt für Missstimmung zwischen Mülheim und Oberhausen.

Der Betriebsrat des städtischen Nahverkehrsunternehmens Stoag berichtet von andauernden Beschwerden der Fahrgäste über Ausfälle, Unpünktlichkeit, überfüllte Fahrzeuge sowie den nicht behindertengerechten Einstieg. Auch das Personal klagt über nicht einzuhaltende Fahrzeiten und Pausenregelungen. Die Geschäftsführung der Stoag räumt die Probleme ein, schiebt den Schwarzen Peter jedoch der Mülheimer Verkehrsgesellschaft (MVG) zu, mit der gemeinsam die Linie betrieben wird.

Kleinere Fahrzeuge im Einsatz

Die Probleme fangen an der Stadtgrenze an. Bis zur Haltestelle Landwehr, dem ersten Halt auf Oberhausener Gebiet, fährt die Linie 112 im 10-Minuten-Takt. Von dort bis zum Neumarkt in Sterkrade kommen dann oft kleinere Hochflurfahrzeuge in einem 20-Minuten-Takt zum Einsatz. Diese sind zum einen nicht behindertengerecht ausgestattet und können zum anderen das Fahrgastaufkommen nicht bewältigen, so der Betriebsrat. „Es sind Meldungen vorhanden, wo Fahrgäste 40 Minuten und mehr auf eine Bahn gewartet haben, und dann doch nicht mitgenommen wurden, weil kein Platz mehr vorhanden war“, heißt es in einer Mitteilung von Betriebsratschef Michael Stemmer.

Spezialwerkstatt bei Berlin
Straßenbahnen werden instand gesetzt

Die Stoag selbst besitzt sechs Niederflurfahrzeuge. Diese werden derzeit sukzessive in einer Spezialwerkstatt nahe Berlin instand gesetzt, um weiter einsatzbereit zu sein.

Die Laufzeit von Straßenbahnen beträgt mindestens 25 Jahre, die NF6D sind seit 1996 im Einsatz. Das erste sanierte Fahrzeug, der Wagen 209, ist aus Berlin zurück, zwei weitere Wagen sind zur Zeit noch in Berlin.

Neuere Straßenbahnen, welche die MVG kürzlich angeschafft hat, sind nur in Mülheim selbst auf anderen Linien im Einsatz. „Auf der gemeinsam betriebenen Linie 112 dürfen sie nicht fahren, weil sie für die marode Thyssenbrücke angeblich zu schwer sind“, so Stemmer. Sein Fazit: „Eine gelungene interkommunale Kooperation, wie sie auf Wunsch von Bezirks- und Landesregierung angestrebt werden soll, sieht wahrlich anders aus.“

Mülheimer sitzen am längeren Hebel

Von berechtigter Kritik spricht die Geschäftsführung der Stoag. In einer Stellungnahme bestätigt Sprecherin Sabine Müller, dass Fahrgäste teilweise 40 Minuten und länger auf eine Bahn warten mussten. „Der Fahrzeugeinsatz auf der Linie 112 entspricht nicht der Vorstellung der Unternehmensleitung der Stoag.“

Doch sitzen die Mülheimer am längeren Hebel: Der Fahrzeugeinsatz und die Wartung der Straßenbahnen für die Linie 112 obliegen der MVG. Mehrfach hätten die Stoag und die Stadt mit Vertretern aus der Nachbarstadt Gespräche geführt und Schreiben verfasst – bislang jedoch ohne Erfolg.

Marcel Sroka

Kommentare
31.12.2015
14:20
Die Linie 112 wird in Oberhausen zum Problemfall
von momsit22 | #8

Es ist schon auffallend, wie oft in letzter Zeit auf der Linie 112 die kurzen Straßenbahnen vom Typ M6D eingesetzt werden.
Die Mülheim...
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2015-12-30 11:00
Oberhausen