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Musical

Die Hexen singen sich warm

27.01.2010 | 19:06 Uhr
Die Hexen singen sich warm

Die Vampire sind im Abflug begriffen und die Hexen bereits gelandet. Am Sonntag läuft im Metronom Theater zum letzten Mal der „Tanz der Vampire”, am 8. März singen die Hexen aus „Wicked” vor Premierenpublikum.

Sie singen auf Deutsch, wie es bei den für den hiesigen Markt übernommenen Broadway-Produktionen üblich ist. Weil es sich beim Original von „Wicked” um einen besonders harten sprachlichen Brocken handeln soll, hatten die Verantwortlichen seinerzeit das „Dreamteam der deutschen Musicalübersetzer” engagiert. Michael Kunze und Ruth Deny kamen am Mittwoch ins Metronom Theater, um wenige Wochen vor dem dortigen Auftakt der Show die Werbetrommel zu rühren.

Der Übersetzer und die Binnenreime

„Unheimlich raffiniert komponiert” nennt Musiktheater-Experte Kunze die Lieder von Stephen Schwartz. So viele Binnenreime, so viele Alliterationen, so viele Insiderwitze! Deny, die sich weniger den Songs als den Dialogen widmete, hatte vor allem mit den zahlreichen Kunstwörtern zu kämpfen, die Autorin Winnie Holzman der Geschichte mitgegeben hatte und die es schon im Englischen nicht gibt.

Eingefunden ins „Ozianische”

Darstellerin Katrin Taylor, die gestern eine Kostprobe des Gesangs von Hexe „Glinda” gab, kann das nur bestätigen. Sie nennt die fantastisch-kreativen Wortschöpfungen „Ozianisch”, schließlich fußt das Musical auf dem Kinderbuchklassiker „Der Zauberer von Oz”. Mit diesem Ozianisch also, in dem Wörter vorkommen wie „glindafiziert”, habe sie sich anfangs schwer getan – und irgendwann gemerkt, dass sie manches davon privat zu verwenden begann.

Viele Wörter seien im Stück „aufgebauscht, stärker gemacht”, sagt Übersetzerin Deny. Da werde dann aus dem eigentlichen englischen Begriff für „entziffern”, nämlich „decipher”, ein „decipherate”. Allein für die Sprache der zweite Hauptrollen-Hexe, der grüngesichtigen Elphaba, gelte das nicht. „Sie ist die einzige Wahrhaftige, Geradlinige, die nichts verbrämt.” Aber das ist dann wieder eine andere Geschichte.

Helen Sibum

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