Die Hexen kommen
17.06.2009 | 19:18 Uhr 2009-06-17T19:18:00+0200
Oberhausen. Das mehrfach preisgekrönte Musical "Wicked - die Hexen von Oz" soll ab März 2010 im Metronom Theater in Oberhausens Neuer Mitte gespielt werden.
Das Hexen-Musical „Wicked” soll Show-Fans ab März 2010 in Scharen nach Oberhausen ziehen: Das Unterhaltungsunternehmen Stage Entertainment bringt das seit 2003 am New Yorker Broadway gefeierte Musical auf die Bühne seines Metronom Theaters in der Neuen Mitte. Ein genauer Termin steht noch nicht fest, wohl aber, dass das Unternehmen „einen gerade noch einstelligen Millionen-Betrag” investiert, um die Show im Ruhrgebiet zu produzieren, wie Johannes Mock-O'Hara, Geschäftsführer von Stage Entertainment Deutschland, bei einer Pressekonferenz erklärte. Schließlich sei „Wicked eins der qualitativ hochwertigsten Musicals unserer Zeit und unsere opulenteste Show in Deutschland.”
15 Millionen Zuschauer
Aufwändige Kulissen und rund 580 verschiedene Kostüme für etwa 45 Darsteller gehören dazu – dass es kein zweistelliger Millionenbetrag werde, liege auch nur daran, dass Teile der bis Ende Januar in Stuttgart laufenden „Wicked”-Produktion übernommen werden könnten, sagte Mock-O'Hara.
Das Musical von Stephen Schwartz basiert auf einem Roman von Gregory Maguire, der in „Wicked – Die Hexen von Oz” die Vorgeschichte zum L. Frank Baums berühmten Kunstmärchen „Der Zauberer von Oz” erzählt. Die Geschichte dreht sich um Elphalba und Glinda, die sich ein Studentenzimmer an der Hexen-Uni teilen. Elphalbas grüner Teint macht es ihr schwer, Anschluss zu finden, aber schließlich werden sie und die beliebte Glinda Freundinnen. Und dann verlieben sich beide in den selben Prinzen. . .
Drei Tony-Awards und ein Grammy
Der bessere Antrieb
Man wolle auch einen Beitrag zur Kulturhauptstadt leisten, sagte der Stage-Geschäftsführer bei der Vorstellung der nächsten Show fürs Metronom Theater. Klingt gut, aber dass das Unternehmen vor allem einen Beitrag zur eigenen Umsatzsteigerung leisten will, wäre ehrlicher.
Das wirtschaftliche Motiv ist bestimmt der bessere Antrieb. Und die Experten von Stage Entertainment wissen offenbar, was sie tun: Aller Wahrscheinlichkeit nach wird nach den drei Vorgängern auch „Wicked” ein großer Erfolg werden – und ist damit wichtig für die Stadt. (moi)
Mehr als 15 Millionen Menschen hätten die Show bisher gesehen – in New York und Los Angeles, Chicago, Melbourne, Tokio, Stuttgart und im Londoner Westend, sagen die Stage Entertainer. Mit welchen Erwartungen sie in Oberhausen starten, sagen sie weniger deutlich: Das „Niveau von ,Tanz der Vampire'” werde man mit Sicherheit erreichen, sagte Mock-O'Hara gestern – ohne zu verraten, welches Niveau das denn ist. Immerhin läuft das Polanski-Musical auch noch weitere sieben Monate. Dessen Vorgänger, die Show der „Blue Man Group”, hatte nach Angaben von Stage Entertainment in den anderthalb Jahren in Oberhausen „mehr als 500 000 Besucher”, genauer wollen die Verantwortlichen da auch nicht werden.
Der Erfolg des Hexen-Musicals wird aber aller Voraussicht nach nicht plötzlich in Oberhausen abbrechen: Die New Yorker Produktion hat drei der als Bühnen-Oscars geltenden Tony-Awards bekommen, Autor und Komponist Stephen Schwartz auch einen Grammy für das Wicked-Album.
Karten (39 bis 99 Euro plus Gebühren) gibt es ab sofort im Vorverkauf.

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