„Die Glocken von Rom“
15.02.2010 | 21:23 Uhr 2010-02-15T21:23:00+0100
Explosives Schmuggelgut war ausgemacht worden: Stimmungskanonen, Raketen und Knalltüten, ganz zu schweigen von einem Prinzen, der an „Altweiber“ erheblich gefährliche Umtriebe gezeigt hatte, indem er Polizei, Justiz und Fiskus lahmlegte. Deshalb ließ Polizeipräsidentin Heide Flachskampf-Hagemann im Polizeipräsidium vorsichtshalber gleich die ganze Gästeschar eine Sicherheitsschleuse passieren: „Das war ein Nacktscanner. Der zeigt Sie so, wie Gott Sie schuf und König Pilsener sie formte.“ Heiter und gelöst war die Stimmung beim Rosenmontagsempfang im Präsidium am Friedensplatz, bei dem traditionell immer schon ein bisschen Rückschau auf die sich dem Ende entgegenneigende Session gehalten wird.
„Eine wunderbare Session“
Bei Prinz Marco I., der seine närrische Regentschaft ganz unter das Motto „Lasst uns feiern wie die alten Römer die fünfte Jahreszeit“ gestellt hatte, kam schon ein kleines bisschen Wehmut auf: „Wir hatten eine wunderbare Session. Aber jetzt läuten die Glocken von Rom für uns schon langsam das Ende ein.“ Doch angesichts des Lobes, mit dem er und sein Team von allen überhäuft wurden und des nicht endenden Applauses war für trübe Gedanken nicht mehr als Sekundenbruchteile Platz.
Ihr ward hervorragende Repräsentanten des Oberhausener Karnevals“, würdigte Hauptausschusspräsident Heiner Dehorn das gesamte Prinzenteam und schloss auch das Kinderprinzenpaar sowie das Dreigestirn der Karnevalsgemeinschaft „Dampf drauf“ in seine Dankesworte ein. Nachdem bei beiden großen Umzügen in Osterfeld am Samstag und Alt-Oberhausen am Sonntag trotz nicht gerade einladendem Freiluft-Feierwetter wieder über 200 000 kleine und große Narren die Straßen gesäumt hatten und überwiegend friedlich gefeiert hatten, galt der Dank des ranghöchsten Karnevalisten auch allen anderen, die beteiligt waren -- Polizei, THW, die Gesellschaften, die die Wagen gebaut und die Zugleiter, die für den reibungslosen Ablauf gesorgt haben, die „Jungs von WBO“, die seit Samstag Nacht dafür gesorgt haben, dass Straßen und Gehwege der Zugstrecke frei waren. „Ohne Sie alle wäre all das nicht möglich gewesen. Und dass es sich weiterhin lohnt, dafür etwas zu tun, das kann jeder unterschreiben, der am Rande des Zuges die Begeisterung der Kinder gesehen hat.“

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