Die Chance nutzen

Linie 105. Herr Hausmann (CDU) ist doch wirklich an Unglaubwürdigkeit nicht zu überbieten. Da machte er sich noch bis vor wenigen Monaten im Internet FÜR die Verlängerung der Straßenbahnlinie 105 nach Oberhausen (wohlgemerkt in der Variante über die am 8. März abgestimmt werden soll) stark, wendet sich nun plötzlich gegen das Projekt und fordert nun ernsthaft Sachlichkeit. Ich denke, das Bündnis „Sag ja zur 105“ ist durchaus für konstruktive Kritik offen, wenn sie aufgrund belegbarer Fakten vorgetragen werden.

Herr Hausmann konnte jedenfalls bis jetzt keine Alternativen vortragen, wie er künftig mit weniger Budget Sterkrade, Hbf, Centro und Stahlwerksgelände mit dem Essener Westen und der Uni Essen umsteigefrei verknüpfen, stauanfällige Kreuzungen umfahren und Oberhausens Straßen entlasten will.

Heute pendeln über 13 000 Arbeitnehmer täglich zwischen Oberhausen und Essen und es werden mehr. Fakt ist, dass der CDU-Trassenvorschlag jedenfalls bedingt durch Neuplanungen nicht bis 2019 realisierbar gewesen wäre, nach 2019 steht im Moment noch gar nicht fest ob es überhaupt noch Fördergelder für ÖPNV-Neubauprojekte geben wird. Die CDU hätte eine Alternative bereits vor zwei Jahren einbringen können. Dass die CDU dies damals nicht getan hat zeugt davon, dass sie sich nicht regelmäßig mit der fortschreitenden Stadtentwicklung auseinander gesetzt hat. Ohnehin hätte die 105-Verlängerung schon seit Jahren für wesentlich weniger Baukosten in Betrieb sein können, wenn Ex-NRW Verkehrsminister Wittke (CDU) die Pläne nicht in seiner Amtszeit in der Versenkung hätte verschwinden lassen. Nutzen wir in Oberhausen die Chance für die letzten zur Verfügung stehenden Fördergelder jetzt nicht, dann werden diese in das U81-Stadtbahnprojekt in Düsseldorf investiert! Fundierte, belegbare Kritik ist gerne erwünscht und trägt meist zu einem gesunden Kompromiss für alle Bürger bei.