Der Wähler reibt sich die Augen

Die Woche startete – zumindest kommunalpolitisch – mit einem Knall: Das Bündnis Oberhausener Bürger (BOB), das seit der Kommunalwahl im Mai 2014 im Stadtrat sitzt, fällt auseinander. Ob die Oberhausener Sozialdemokraten und die Grünen angesichts dieser Nachricht die Sektkorken haben knallen lassen, ist nicht bekannt – vorstellbar wäre es. Gerade die beiden Parteien haben Wähler an das Bürgerbündnis verloren, müssen es als echte Konkurrenz fürchten. Oder mussten es, sollte es jetzt wohl besser heißen. So, wie sich BOB aktuell präsentiert, wird das Bündnis bei der Oberbürgermeisterwahl im Herbst dieses Jahres keine große Rolle mehr spielen. Die Enttäuschung wird auf Seiten derjenigen, die BOB ins Stadtparlament gewählt haben, enorm sein. Deren Wählerauftrag lautete bestimmt nicht: Verzettelt Euch in internen Querelen und pflegt Euer Ego. Sondern kümmert Euch um die Themen, die uns am Herzen liegen und von denen wir das Gefühl haben, dass sie den etablierten Parteien egal sind. Schade eigentlich.

Kopfschütteln löste auch eine andere Nachricht in dieser Woche aus: Der Kinder-Notfallpraxis, die im Evangelischen Krankenhaus Oberhausen angesiedelt ist, droht das Aus. Für Oberhausen, Duisburg und Mülheim sollte es nur noch eine Ambulanz geben. Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein hat ihre Pläne etwas revidiert – statt nur 15 Kindernotfall-Praxen könnte es 21 geben. Über die Standorte soll noch entschieden werden – damit wäre Oberhausen wieder im Rennen. Jetzt müssen sich Politik und Verwaltung für den Erhalt einsetzen.