Der City-Markt in Oberhausen ist Sorgenkind

Am Stand von Achim und Ulrike Bröker sind neben dem frischen Gemüse aus der Region vor allem auch die frischen Erdbeeren sehr beliebt bei den Kunden.
Am Stand von Achim und Ulrike Bröker sind neben dem frischen Gemüse aus der Region vor allem auch die frischen Erdbeeren sehr beliebt bei den Kunden.
Foto: Funke Foto Services
Trotz rückläufiger Händlerzahlen bietet der Markt aber an gleich sechs Tagen der Woche Waren. Mehrmals im Jahr gibt es auch besondere Aktionen.

Oberhausen.. Bereits 1859 stiftete der Landwirt Wilhelm Stöckmann der Gemeinde Styrum, die seit 1862 zu Oberhausen gehört, den heutigen Altmarkt unter der Maßgabe, „daß dieser Marktplatz auch wirklich zur Abhaltung der Wochen- und Jahresmärkte benutzt, auch immer als öffentlicher Gemeindeplatz betrachtet wird“. Daran hat sich bis heute nichts geändert: Von Montag bis Samstag finden hier regelmäßige Marktveranstaltungen statt. Mit frischem Obst und Gemüse, Backwaren, Eiern, Fisch, Schnittblumen und Textilien bietet der Wochenmarkt in der Alt-Oberhausener City dabei auch das komplette Sortiment an, das die Kunden von den anderen Märkten in der Stadt gewohnt sind.

Trotzdem bereitet der City-Markt Besuchern und Händlern durchaus Sorgen: In den vergangenen Jahren hat sich das Feld der Händler zusehends verkleinert. Wo früher noch der komplette Marktplatz fast ganz ausgefüllt war, reicht es heute an Wochenenden gerade noch für die Hälfte der Stände, unter der Woche sind es oft auch noch ein paar Anbieter weniger. Fragt man die Händler nach den Ursachen, so wandert der Blick vor allem in Richtung der benachbarten Marktstraße: „Der Rückgang in der Fußgängerzone hat uns schon zugesetzt. Die dort ausbleibenden Kunden fehlen natürlich auch bei uns auf dem Markt“, berichtet etwa die Obst- und Gemüseverkäuferin Ulrike Bröker, die schon seit 26 Jahren ihre Waren auf dem Markt verkauft. Heidemarie Heidtkamp, die an ihrem Wagen frische Backwaren anbietet, sieht aber auch ein Problem im veränderten Lebenswandel: „Die Wirtschaftslage hat sich verändert, heute sind in vielen Familien zwei Personen berufstätig.

Markt dient als Rahmen für viele Veranstaltungen

Die haben gar keine Zeit mehr für einen Marktbesuch unter der Woche.“ Auch Heike Tucker, zuständige Projektleiterin beim Veranstalter CityO-Management, verortet das Problem im veränderten Zeitgeist. Der beträfe aber nicht nur die Kunden, sondern genauso die Markthändler: „Uns fällt es unheimlich schwer, neue Händler zu finden, weil in diesem Bereich einfach der Nachwuchs fehlt“, sagt die Organisatorin. Das Berufsbild sei für viele jüngere Menschen einfach nicht mehr attraktiv und infolgedessen würden viele Betriebe altersbedingt ersatzlos wegfallen.

Aufgeben möchte man den Altmarkt trotzdem nicht. Im Gegenteil: Sowohl der Veranstalter als auch die Marktleute entwickeln immer wieder Ideen, um den Kunden in der City etwas Besonderes bieten zu können. Nicht nur, dass der Frischemarkt seinen Besuchern als einzige Marktveranstaltung in der Stadt die Möglichkeit bietet, an fünf Tagen in der Woche frische Waren einzukaufen, zusätzlich dient der Markt auch noch als passender Rahmen für viele Veranstaltungen.

Großes Kürbisfest der Marktbeschicker

Viermal im Jahr ergänzt etwa ein holländischer Stoffmarkt das Angebot des täglichen Wochenmarktes mit bis zu 120 Ständen. Jedes Jahr findet im September außerdem ein großes Kürbisfest der Marktbeschicker statt, bei dem es eine Schminkaktion und ein Kürbisschnitzen für Kinder gibt. Zusätzlich besteht auch eine Kooperation mit dem benachbarten Kulturrestaurant Gdanska, die immer wieder kleinere Aktionen hervorbringt. Aber auch am Warenangebot wird von Seiten der Veranstalter weiter mit Hochdruck gearbeitet: Seit kurzer Zeit wird an Samstagen etwa auch ein frischer Mittagstisch aus der Gulaschkanone angeboten.

Wer den City-Wochenmarkt einmal selbst erleben will, hat dazu von Montag bis Samstag, immer in der Zeit von 8 bis 14 Uhr, auf dem Altmarkt Gelegenheit.