Konzert
Depeche Mode als umjubelter Magnet
01.11.2009 | 19:01 Uhr 2009-11-01T19:01:00+0100
Oberhausen. Depeche Mode sorgte dafür, dass 12.000 Fans am Puls der Zeit waren. Die Gruppe brachte die Arena in Oberhausen zum Kochen.
Depeche Mode sind ein Magnet. Wo sie hinkommen, sind die Hallen voll. Seit nahezu drei Jahrzehnten. Auch die Köpi-Arena war am Samstag zum Bersten gefüllt. Doch warum ist die Synthie-Pop-Formation eigentlich so unglaublich erfolgreich? Das Konzert in Oberhausen bot eine Möglichkeit, diesem Geheimnis auf die Spur zu kommen.
Schon lange, bevor Martin Gore, Andrew Fletcher, Christian Eigner, Peter Gordeno und Dave Gahan auf die Bühne kommen, ist die Spannung zum Greifen nahe. Vor der Bühne heben sich die ersten Arme erwartungsvoll in die Luft. Die meisten der 12 000 Menschen haben in diesem Moment viele Jahre einer Band im Kopf, die es immer geschafft hat, am Puls der Zeit zu sein. Irgendwie. So nah waren und sind sie dran, dass man denken könnte, der Rhythmus ihrer Musik verschmilze mit dem Puls der Zeit. Das ist Popmusik in ihrer Reinform. Wirklich jeder einzelne der 12 000 überwiegend erwachsenen Gäste ist am Samstagabend bereit, diesen Rhythmus in sich aufzunehmen. Halloween, der Alltag, alles außerhalb dieser Halle zählt nicht mehr. Dann sind sie da. Fünf dunkle Gestalten mit dem Licht der Scheinwerfer im Rücken. Wer noch nicht steht, den reißt es jetzt aus Sitzen. Hände recken sich nach oben, ein begeistertes und forderndes Rufen erhebt sich. Nehmt uns mit, fordern die Zuschauer. Das machen Depeche Mode völlig mühelos und mit einem Selbstverständnis, das sich nicht allein mit knapp drei Jahrzehnten an der Spitze der Popmusik erklären lässt.
Das Geheimnis ihres Erfolges
Überwiegend neuere Songs bestimmen das Konzert. Nicht alle sind den Fans schon in Fleisch und Blut übergegangen. Sollte man meinen. Doch die „Sounds of the Universe” treffen den Puls genau. In der Menge beginnt es zu kochen. Auf der Bühne schwingt Dave Gahan in seiner unnachahmlichen Art den Mikrofonständer durch die Luft. Es ist ein knapp zweistündiger Flirt, der zwischen den beiden stattfindet, gespickt mit sexuellen Anspielungen. Vor 12 000 Menschen, die den Puls mitfühlen. „I feel you.” Das Bühnenbild dahinter hat etwas Unspektakuläres. Relativ einfache Videoeinblendungen der Band, eine Kugel, die immer wieder verschiedene Formen annimmt. Zwischenzeitlich dreht sich hoch über der Bühne die Erde. Sie ist nur ein Teil des Klanguniversums, dass Depeche Mode erschaffen. Ab und zu erscheinen Textfetzen auf der Leinwand. „Enjoy the silence.” Ruhig ist es wirklich nicht. Vielmehr nimmt das Konzert immer mehr an Fahrt auf. Das Publikum wippt enthusiastisch mit, immer häufiger wird begeistert mitgeklatscht. „It's no good.” Doch, es ist gut. Unglaublich gut.
Ein Konzert rast auf seinen Höhepunkt zu. „Never let me down again.” Die Menge wippt reihenversetzt mit den Armen hin und her. Die Stimmung ist auf dem Siedepunkt, die Halle scheint fast auseinander zu platzen. Zum Rhythmus und Klang der Musik kommt ein irrer optischer Effekt. Einen derartigen Gleichklang kann wohl keine andere Band herstellen. Auf einmal drängt sich eine Ahnung auf, warum Depeche Mode so unglaublich erfolgreich sind. Doch es ist nur eine Ahnung vom Geheimnis dieser Band, dass wohl nie so ganz geklärt werden kann. Aber wer will das auch? Am Samstag waren jedenfalls 12 000 Menschen für knapp zwei Stunden am Puls der Zeit. Angezogen vom Magneten Depeche Mode, der seine Anziehkraft wohl noch lange behalten wird.

11:58
DM sind einfach die besten.
Am genialsten finde ich inzwischen, dass bei einer angeblichen Synthie-Band der Drummer Schwertsarbeit leistet. Und so viele und laute Gitarrenriffs! DM sind ne echte Rockband geworden!
01:10
Beste Band der Welt
20:08
Schön formuliert!