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Dem Andenken der Opfer

11.09.2008 | 17:03 Uhr

Ortwin Benninghoff dirigiert die Kiewer Kammerakademie in einem Benefizkonzert für das Ambulante Hospiz. Zu hören ist unter anderem eine Sinfonie von Lewko Kolodub, die unter dem Eindruck der Tschernobyl-Katastrophe entstand.

Ortwin Benninghoff im Jahre 2007. Foto: © Tom Thöne / WAZ

Beim letztjährigen Benefizkonzert fürs Ambulante Hospiz Oberhausen war für das Streichorchester an der Lutherkirche und seinen Dirigenten Gotthart Mohrmann humorige Musik keineswegs tabu. Von Mohrmanns eigenen „Hänschen klein”-Variationen bis zu Wolfgang Schröders „Eine kleine Lachmusik” war es der geglückte Versuch, die Zuhörer für eine Stunde aus dem tristen Alltag zu entführen.

Wenn jetzt am Mittwoch, 17. September, um 19 Uhr in der Sterkrader Ev. Friedenskirche an der Steinbrinkstraße 156 die Kiewer Kammerakademie unter ihrem Gründer und Leiter, dem bekannten Oberhausener Komponisten und Dirigenten Ortwin Benninghoff, seit 1999 Cheflektor des Sternschen Musikverlags und Professor, für den guten Zweck spielt, hat das Programm eine andere Farbe mit ernsten Klängen – und mit Schlusschor – zu bieten.

Benninghoff wählt mit Thomas Buchholz' „Spielspiel” von 2007 nach Klavierstücken Max Regers aus op. 82 („Aus meinem Tagebuche”) einen noch vergleichsweise leichten Einstieg. Doch gleich das zweite Stück, eines der Brandenburgischen Konzerte von Johann Sebastian Bach, ist eben nicht das strahlende zweite, das beschwingte dritte oder das glanzvoll-virtuose fünfte, sondern das dunkel timbrierte sechste und letzte der berühmten Sammlung, das ohne den hellen Klang der Geigen auskommt.

Von dem 1930 geborenen ukrainischen Komponisten Lewko Kolodub ist die 4. Sinfonie zu hören, die dem Andenken der Opfer von Tschernobyl gewidmet ist.

Mozarts D-Dur-Serenade KV 239, „Serenata notturna”, ein knapp viertelstündiges Werk des 20-Jährigen, das 1776 in Salzburg entstand, leitet über zu Bachs Kantate Nr. 82, „Ich habe genug”. Solist ist der Bassist Wasyl Kolybabyuk.

Da es sich um eine Solokantate handelt, singt er auch den Schlusschoral. Ortwin Benninghoff war aber an einem Konzertausklang mit Chor gelegen. So kommt der Singkreis an der Lutherkirche unter Gotthart Mohrmann noch zu einem späten Einsatz. Benninghoff wählte eine passende Musik, den Schlusschoral aus der Bach-Kantate Nr. 95, „Christus, der ist mein Leben”.

Da heißt es: „Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich im Grab nicht bleiben; dein letztes Wort mein Auffahrt ist, Todsfurcht kannst du vertreiben. Denn wo du bist, da komm ich hin, dass ich stets bei dir leb und bin; drum fahr ich hin mit Freuden.”

Hajo Berns

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