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Das Schweigen gebrochen

30.06.2012 | 10:05 Uhr
Das Schweigen gebrochen
Preis für das beste Interview: Christina Oelsner (von links), Vanessa Bojak, Sümeyra CeylanFoto: Udo Milbret

Oberhausen.   Vanessa Bojak, Sümeyra Ceylan und Christina Oelsner haben den Zeus-Award, den Preis für junge Nachwuchsjournalisten der WAZ-Mediengruppe, in der Kategorie „Bestes Interview“ gewonnen – mit einer persönlichen Geschichte über Blutkrebs.

So richtig können Vanessa Bojak (17), Christina Oelsner (21) und Sümeyra Ceylan (20) vom Käthe-Kollwitz-Berufskolleg es immer noch nicht glauben: Sie haben den Zeus-Award, den Preis unserer Mediengruppe für junge Nachwuchsjournalisten, in der Kategorie „Bestes Interview“ gewonnen. Doch für Vanessa, die in dem Beitrag die Interviewpartnerin gab, war das Projekt mehr als nur eine Schularbeit für den Deutschunterricht – sie hat darin ihre ganz persönliche Krankengeschichte verarbeitet. Zum ersten Mal brach sie so ihr Schweigen und erzählte ihren Freundinnen ungeschönt, wie sie mit dem lange Unaussprechlichen fertig geworden ist – mit der Diagnose Blutkrebs.

„Die Aufgabe war sehr offen gestellt“, erinnert sich Deutschlehrerin Marlies Zimmermann-Schubert. „Die Schüler sollten ein Thema bearbeiten, das ihnen unter den Nägeln brennt.“ Einigermaßen erstaunt waren ihre Teamkolleginnen, als Vanessa von sich aus das Thema Blutkrebs ins Gespräch brachte. „Das fand ich sehr mutig“, sagt Sümeyra anerkennend. „Für die Arbeit war es von Vorteil, dass wir uns recht gut kannten. Ich hätte nie einem fremden Menschen so persönliche Fragen gestellt.“

17-jährige Kämpfernatur

Doch war es für Vanessa eine Überwindung, so offen über ihre Krankheit zu sprechen. Angefangen beim ersten Unwohlsein über die niederschmetternde Diagnose, die kraftzehrende Chemotherapie bis hin zu den Reaktionen von Familie und Freunden. „Mama, fallen mir die Haare aus?“ lautete der Titel des Interviews und war jene bange Frage, die Vanessa in den Tagen vor der Chemo quälte. „Wir haben durch das Projekt einen neuen Blick auf die Krankheit gewonnen“, sagt Sümeyra. Auch Vanessa räumt ein, dass sie das Thema Leukämie vor ihrer Krankheit immer beiseite geschoben hat: „Krebs war für mich etwas, was die anderen hatten. Es hat gedauert, bis ich begriffen habe, dass ich jetzt selbst zu den anderen gehöre.“

Heute hat sie den Blutkrebs besiegt. Mit den Folgen der Chemotherapie hat sie jedoch immer noch zu kämpfen, leidet an Knochenschwund und benötigt ein künstliches Hüftgelenk. Doch die 17-Jährige ist eine Kämpfernatur. Für ihr Berufsleben hat sie schon Pläne geschmiedet: „Ich möchte gern im gestalterischen Bereich arbeiten“, erzählt sie. „Was genau das sein wird, weiß ich aber noch nicht.“

Traumberuf Journalistin

Träume haben auch Christina und Sümeyra. „Ich würde gern als freie Journalistin oder Autorin arbeiten“, erzählt Christina, die auch in ihrer Freizeit viel schreibt. „Der Preis ist natürlich eine tolle Anerkennung. Wir hätten nie damit gerechnet.“ Auch Sümeyra kann sich vorstellen, später journalistisch zu arbeiten, „auch wenn das ganz schön viel Druck bedeutet.“ Schließlich wisse sie nicht, ob Themen, die sie bewegen, auch für eine breite Leserschaft interessant sind. Marlies Zimmermann-Schubert ist sichtlich stolz auf ihre Mädels: „Manchen Schülern musste ich bei dem Projekt noch etwas helfen. Aber die drei haben von Anfang an sehr selbstständig gearbeitet.“

Auf das Interview haben die jungen Autorinnen viel Resonanz bekommen. Auch für Vanessa hat die Arbeit weite Kreise gezogen: „Nach der Veröffentlichung hat mich ein Mädchen auf Facebook angeschrieben, die auch an Krebs erkrankt war. Wir haben immer noch Kontakt und tauschen öfters Erfahrungen aus.“ Auch hatten viele Menschen das Interview in der Zeitung gelesen und ihr zu ihrem Mut gratuliert. Auf Mitleid kann die ehrgeizige Schülerin allerdings verzichten – ihr geht es um etwas anderes: „Gesunde Menschen vergessen oft, dass das Leben ein Geschenk ist. Man sollte es genießen.“

Kristin Dowe

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Kommentare
30.06.2012
19:59
Das Schweigen gebrochen
von Davee | #1

Langweilt doch langsam immer die selbem wehleidigen Themen... ja ist vielleicht schlimm das sie diese Krankheit hatte aber man darf nicht vergessen hier bekommt sie die beste Medizin in anderen ländern träumen menschen von sowas.......

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