Oberhausen
Das Salz in der Suppe
21.01.2008 | 19:20 Uhr 2008-01-21T19:20:13+0100KABARETT. Ausverkaufte Schlosserei. Premiere von "Nachgewürzt" kam beim Publikum an.
Nicht nur Politiker bekamen bei der Premiere von "Nachgewürzt" ihr Fett weg. Auch Lukas Podolski oder die TV-Super-Nanny waren Ziele der teilweise leider nicht ganz so scharfen Satire, die es von nun an alle zwei Monate geben wird. Über 170 Zuschauer lockten Marco "Jonas" Jahn, Matthias Reuter, René Steinberg und Benjamin Eisenberg zur dieser Kabarettshow in die Schlosserei des Zentrums Altenberg.
Ausverkauft hieß das, und damit hatten die Akteure offensichtlich gar nicht gerechnet. "Wir sind alle ein bisschen nervös", teilte WDR-Radiosatiriker Steinberg dem Publikum gleich zu Anfang mit - und das merkte man seinem Programm auch an. Der Funke wollte einfach nicht recht überspringen, obwohl er sich mit bewährtem Radioprogramm (etwa "Die von der Leyens") Mühe gab.
Von Jahn und Reuter gab's die gewohnte Kost: Wer hin und wieder mal den Poetry Slam besucht, weiß, dass Jahn ein Meister darin ist, Alltagssituationen in witziger Lyrik auszudrücken, wie etwa mit seinem "Weihnachtsgedicht". Piano-Kabarettist Reuter stand ihm mit seinem bekannt trockenen Humor in nichts nach. Der auf politisches Kabarett spezialisierte Bottroper Eisenberg animierte das Publikum mit einer Multimediashow über den Islamisten Pierre Vogel zum Lachen.
Am besten aber schmeckte das Gericht, wenn alle vier Köche zusammen die Löffel schwangen. Von wegen viele Köche verderben den Brei: Die Konferenzschaltung zwischen dem Moderator im Studio (Reuter), dem Präsidium des FC Bayern München (Jahn), Peter Struck (Eisenberg) und dem rasenden Reporter (Steinberg) war ein Höhepunkt des Abends.
Gastkoch aus Düsseldorf
Das Salz in der Suppe war aber Gastkoch Jens Neutag aus Düsseldorf. Er war der einzige, der das Publikum auch in der eher faden zweiten Hälfte begeistern konnte. Ob die Tour de France ("Spritztour") oder Lukas Podolski ("knapp an der geistigen Behinderung vorbei, aber zum Kultstatus reicht es allemal"). Er gab zu allem seinen Senf dazu, und das Publikum honorierte das mit frenetischem Applaus.
Die nächste Show gibt's am 28. März.

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