Lecker von der Hüfte auf die Hüfte in Oberhausen

In knapp 35 Minuten hat Johannes Sowinski (59) sein Geschnetzeltes gekocht.
In knapp 35 Minuten hat Johannes Sowinski (59) sein Geschnetzeltes gekocht.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
In unserer fünften Folge von „Das ist der Pott“, in der wir Leibgerichte unserer Leser vorstellen, geht es um Hüftsteak-Geschnetzeltes.

Oberhausen.. Dass hier ein Feinschmecker wohnt, sieht man sofort. Auf dem Weg in die Küche von Johannes Sowinski führt seine Frau Dagmar die Besucher an einer beachtlichen Sammlung irischer Whiskeys vorbei. Vor der Tür stoppt sie. „Die Küche überlasse ich meinem Mann“, sagt die Erzieherin und lacht.

Sonntags musste es schnell gehen

Der Herr der Küche kommt schnell zur Sache. Mit geübten Handgriffen rollt er das Hüftsteak aus dem Papier. „Das ist ein Extra-Papier, damit das Steak die Farbe behält. Fleisch kaufe ich immer frisch vom Metzger“, sagt Sowinski. Locker von der Hüfte schneidet er das Steak in kleine Streifen. Ruckzuck brutzelt es in der Pfanne. Da weiß einer, was er tut. „Bei uns musste es sonntags immer schnell gehen“, erzählt er, „ich war Jugendtrainer bei Buschhausen 12. Die Spiele waren um 11 Uhr, um 15 Uhr wollte ich wieder das Spiel der ersten Herren-Mannschaft sehen.“

Als ihm das Hüftsteak-Rezept – das ursprünglich mit Rinderfilet gemacht wird – in die Hände fiel, war er begeistert. „Es geht schnell und meine Frau und mein Sohn mochten es auch, das war optimal“ sagt der 59-jährige Buschhausener.

Knapp 35 Minuten braucht er fürs Kochen dieses Gerichts. „Wenn ich das Essen in der Pause eines Köln-Spiels zubereite, ruft meine Frau mir immer zu, wenn ein Tor gefallen ist“, sagt er.

Fan des 1. FC Köln

Sowinski ist seit 1962 Fan des 1. FC Köln. „Damals gab es Sammelbücher mit Spielszenen. Da war einer, Hans Sturm, der hatte am gleichen Tag Geburtstag wie ich. Und dann wurde Dortmund knapp vor Köln Meister. Das tat mir so leid, dass ich sofort Fan wurde“, erinnert er sich. Mittlerweile ist er längst Dauerkarteninhaber. Auch seine Frau hat er infiziert. „Das Hüftsteak-Geschnetzeltes machen wir auch oft, wenn wir von einem Spiel zurückkommen“, sagt Sowinski.

In seinen FC-Köln-Puschen huscht er jetzt von der einen Seite der Küche zur anderen. Das Fleisch ist angebraten, Milch und Schmelzkäse kommen in die Pfanne. In einer zweiten brutzeln knusprige Kartoffelwürfel in Rosmarin. Zu schade, dass Geruch sich weder auf Papier, Bild noch Ton festhalten lässt.

Nun fehlen nur noch Erbsen und Möhren. „Für meine Frau mache ich immer eine Extra-Portion“, sagt der Industrie-Techniker, „sie mag nicht so gerne Erbsen – deshalb bekommt sie nur Möhren.“ Gegessen wird allerdings gemeinsam. Ob Köln spielt, oder nicht.

Und so geht’s

Zutaten: 600 Gramm Hüftsteak, 400 Gramm Schmelzkäse, 200 ml Milch, 1 Dose Erbsen (850 ml), Pfeffer, Salz, Petersilie.

Soll das Essen für vier Personen reichen, müssen zunächst 600 Gramm Hüftsteak in schmale Streifen geschnitten werden. Die Fleischstreifen kommen in eine Pfanne und werden in Sonnenblumen- oder Rapsöl angebraten. Nach einiger Zeit gibt man Milch und Schmelzkäse hinzu und wartet bis letzterer sich aufgelöst hat. Während das geschieht, können die Erbsen und Möhren abgetropft und zum Erwärmen in die Pfanne gegeben werden. Alles wird mit Salz, Pfeffer und Petersilie abgeschmeckt.

Als Beilage serviert der Buschhausener Johannes Sowinski Kartoffelwürfel, die er mit frisch gehaktem Rosmarin in einer zweiten Pfanne in Olivenöl knusprig gebraten hat.