Kochen in Oberhausen nach Oma Josefines Rezept

So sieht das fertige Gericht aus: Hanni Werner serviert den warmen Kartoffelsalat mit Endivien auf Schwarzbrot.
So sieht das fertige Gericht aus: Hanni Werner serviert den warmen Kartoffelsalat mit Endivien auf Schwarzbrot.
Foto: Fabian Strauch
Was wir bereits wissen
In der vierten Folge unserer Serie „Das isst der Pott“ kocht Hanni Werner aus Oberhausen ihr Leibgericht: warmer Kartoffelsalat mit Endivien.

Oberhausen.. Eigentlich wollte Hanni Werner für uns mit frischem, selbstangebautem Endiviensalat kochen. Doch die wilden Kaninchen haben ihr einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Die haben alles weggefressen“, sagt die 84-Jährige. Zuckt mit den Schultern und schreitet mit gekauftem Grünzeug zur Tat. Eine gestandene Frau mit fünf Kindern und acht Enkeln, die seit 30 Jahren ihr Leben ohne den verstorbenen Ehemann bestreitet, bringt so schnell nichts aus der Fassung.

Bevor sie jedoch mit gekonnten Handgriffen die Arbeit in der Küche beginnt, erzählt Hanni Werner die Geschichte zu dem warmen Kartoffelsalat mit Endivien, den es heute für Sohn, Schwiegersohn und die Reporter geben wird. 30 Jahre liegt es zurück, dass ihre Tante, eine Ordensschwester, im damaligen St. Barbara-Hospital in Duisburg-Hamborn lag. „Sie wollte so gerne Kartoffelsalat haben. So wie meine Mutter ihn gemacht hat“, erzählt Werner. „Und da hab ich ihr den gebracht. Mit dem Rad.“ Man kann es sich lebhaft vorstellen.

Das alte Familienrezept ist preiswert und schnell zubereitet

Ein altes Familienrezept ist dies also, was heute auf den Tisch kommt. „Preiswert und schnell“, beschreibt Werner es kurz und bündig. Das war schon so, als ihre Oma Josefine es für ihre Kinder und Enkel kochte. Flink geht die Seniorin nun zu Werke, setzt die Kartoffeln auf und nimmt sich der Endivien an. Das Alter merkt man ihr kaum an. „Beim Kochen fühle ich mich wohl“, sagt Hanni Werner. „Putzen ist nicht so meins.“

Gelernt hat sie das Essenmachen vor vielen Jahrzehnten. Im heutigen Clemens-Hospital in Sterkrade. „Da war ich 18 und bin von Ordensschwestern in der Küche angelernt worden.“ Später kam ihr das Wissen zugute: bei ihrer Arbeit als Hausmädchen. „Das habe ich gemacht, bis ich Kinder bekam. Mit 27 Jahren das erste und dann eins nach dem anderen. Das war damals so. Es gab ja keine Pille.“

Das Essen steht immer pünktlich auf dem Tisch

Sich beschweren oder Lamentieren käme Hanni Werner nicht in den Sinn. Sie macht einfach weiter, in tiefster Entspanntheit. Jetzt kommt Speck mit Zwiebeln, Mehl und Brühe in die Pfanne. Für uns hat sie genaue Mengenangaben notiert, doch eigentlich braucht die geübte Hausfrau das nicht. „Ich wiege nix ab, ich mach das alles so.“

Die Kartoffeln sind gekocht. Hanni Werner schreckt sie kurz mit kaltem Wasser ab. „Aber die pellen sich dann auch nicht besser“, sagt sie lakonisch. „Das stimmt gar nicht. Früher haben die sich besser pellen lassen.“ Das müsse wohl an den Kartoffeln liegen.

Es ist viertel vor 12 am Mittag. Jetzt muss nur noch der Panhas in die Pfanne. Da klingelt es auch schon und einer ihrer Söhne kommt. Das Essen steht hier immer pünktlich auf dem Tisch. Kinder, Schwiegerkinder und Enkel wissen das zu schätzen. Hanni Werner muss selten alleine essen.

Und so geht’s - Zutaten und Rezept

Zutatenliste für vier Personen: 1 Kilo Kartoffeln, 50 Gramm Speck, 25 Gramm Mehl, eine Zwiebel, ein kleiner Endiviensalat, Salz, Pfeffer, Essig.

Als erstes die Kartoffeln in der Schale kochen. Dann pellen und in Scheiben schneiden. In einer Pfanne Speck oder Margarine zusammen mit einer klein geschnittenen Zwiebel auslassen. Jetzt Mehl hinzugeben und mit Brühe auffüllen. Anschließend das Ganze etwas köcheln lassen. Mit etwas Salz, Pfeffer und Essig abschmecken. Die Soße über die Kartoffeln geben. Den Endiviensalat fein schneiden, waschen und mit dem warmen Kartoffelsalat mischen. Dazu schmecken laut Hanni Werner gebratener Panhas, Fisch oder Spiegeleier. Sie richtet sich da ganz nach den Wünschen ihrer Familienmitglieder. Panhas, im Rheinischen auch Pannas, ist übrigens eine Kochwurstsorten, die in unterschiedlichen Varianten verbreitet ist.