Hühnersuppe wie bei Muttern

Guten Hunger: Anette Friedhoff (l.) und Redakteurin Ruşen Tayfur lassen sich die Hühnersuppe schmecken.
Guten Hunger: Anette Friedhoff (l.) und Redakteurin Ruşen Tayfur lassen sich die Hühnersuppe schmecken.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Anette Friedhoff hat das „Kochgen“ ihrer Mutter Käthe geerbt. Deren „Essens-Orgien“ folgt sie jedoch nicht. Sie mag’s lieber schnörkellos.

Oberhausen.. Wenn Anette Friedhoff über den Wochenmarkt geht und sieht saftiggrünen Porree, leuchtendorangefarbige Möhren, dann kommt es schonmal vor, dass sie alle Pläne fürs Mittagessen über Bord wirft und entscheidet: Heute mach’ ich Suppe. Am liebsten Hühnersuppe.

„Das Kochgen habe ich von meiner Mutter“, erzählt Anette Friedhoff. Die habe bis ins hohe Alter regelrechte „Kochorgien“ veranstaltet. „Sonntags machte meine Mutter alles in mehrfacher Ausführung: Hühner- und Rindfleischsuppe; Sauer- und Schweinebraten, Kartoffeln und Klöße, Blumenkohl und Bohnen, Gurkensalat, Grünen Salat, Bohnensalat – und für jeden den Lieblingsnachtisch: Vanille- oder Schokopudding.“

Familie spielt auch in Anette Friedhoffs Leben eine große Rolle. Liebevoll bekocht sie täglich ihre Tochter und deren Mann, die mit im Haus leben. Nur übertreibt die Osterfelderin es nicht so sehr wie einst ihre Mama Käthe. Heute steht einfach nur Hühnersuppe auf dem Plan. Ohne Schnick und ohne Schnack. Aber sehr lecker.

Schon beim Schnippeln des Gemüses verbreitet sich in der cremeweißen, tipptopp sauberen Küche im modernen Landhausstil der Duft von Mittagessen. Die Osterfelderin muss an den Gemüsegarten ihrer Eltern denken. Jetzt wird das Suppenhuhn, ein Viertel reicht für die dreiköpfige Familie, abgewaschen und mit dem Suppengrün auf den Herd gebracht.

Lieblingsrezepte Der Reis kommt aus dem Beutel

Eine Stunde Zeit hat Anette Friedhoff jetzt. „Ich mache dann meistens mein Sudoku von morgens aus der Zeitung zuende“, sagt sie und lacht. Zwischendurch müsse sie aber auch immer wieder einen Blick in den Kochtopf werfen, ob auch alles schön weiterköchelt und nicht überkocht.

60 Minuten sind schnell verplaudert, Anette Friedhoff muss wieder ran an den Herd. Diesmal Reis kochen. „Da mache ich’s mir einfach“, sagt sie und lässt zwei durchsichtige Beutel ins Wasser plumpsen. Jetzt muss nur noch alles abgeschmeckt werden. „Wenn der Geschmack nicht ganz so kräftig ist, dann nehme ich Brühe“, erklärt die ehemalige Sekretärin. Ist heute aber überhaupt nicht nötig.

Bleibt eine Frage: Fleisch drinlassen oder rausholen? Die Tochter mag es mit, der Schwiegersohn ohne. Anette Friedhoff entscheidet sich für Variante C: klein geschnitten auf einem Extrateller anbieten. Dabei fallen ihr noch mehr Familiengeschichten ein. Vom Vater, dem Taubenzüchter, und davon, wie das eine oder andere Tierchen sonntags im Suppentopf landete...

Zutaten & Zubereitung

¼ Suppenhuhn (Anette Friedhoff nimmt gern Brust)
Reis (2 Kochbeutel)
Suppengrün (bestehend aus zwei Möhren, 1 Sellerie, 1 dünne Stange Porree)
Salz, Brühe/Maggi nach Wunsch

Das Hühnerfleisch unter fließendem Wasser abwaschen und in einen größeren Topf mit kaltem Wasser legen. Das gewaschene und klein geschnittene Suppengrün sowie Salz dazugeben. Den Herd auf höchste Stufe stellen. Sobald das Wasser sprudelnd kocht, den Herd soweit herunterschalten, bis es noch gerade eben kocht. Nach etwa einer Stunde den Reis separat kochen. Das Hühnerfleisch herausnehmen und den Reis zur Suppe dazugeben. Fertig. Wer mag, rundet sie mit Maggi ab. Anette Friedhoff schneidet das Hühnerfleisch klein und bietet es zur Suppe an. Ihre Mutter hat es allerdings weiterverwendet und mit Ananas, Pilzen, Spargel und Mayonnaise zu einem schmackhaften Salat weiterverarbeitet.