Fleischlos glücklich - Oberhausener Leibgerichte

Andreas Lettau (l.) kocht Taco-Gemüseauflauf und Sohn Felix (r.) hilft mit.
Andreas Lettau (l.) kocht Taco-Gemüseauflauf und Sohn Felix (r.) hilft mit.
Foto: Fabian Strauch / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
In der dritten Folge unserer Serie „Das isst der Pott“ kocht dir Familie Lettaus ihre Leibgericht: einen Taco-Gemüseauflauf.

Oberhausen.. Es ist knapp drei Jahre her, da stand Diana Lettau (49) vor einer großen Herausforderung. Ihr Sohn Felix (19) hatte gerade verkündet, ab jetzt vegetarisch leben zu wollen. „Eigentlich konnte ihm kein Schnitzel groß genug sein, da musste ich mir etwas einfallen lassen. Zumal: Gemüse war jetzt auch nicht so sein Ding“, erzählt die Bankkauffrau und lacht.

Diana Lettau durchstöberte etliche Zeitschriften und Magazine auf der Suche nach passenden Gerichten. Gute Ideen landeten in einem dicken Ordner im Küchenregal. Beim Durchblättern fiel er ihr irgendwann in die Hand: Der Taco-Gemüseauflauf. „Das ist Gemüse mit Chips – besser kann man Kindern gesundes Essen doch gar nicht verkaufen“, sagt sie. Und nicht nur Kindern!

Erstmals kochten die Lettaus den Auflauf für eine Party. „Das kam super an, mittlerweile ist es unser Familiengericht“, erzählt sie. Ihr Mann Andreas (50) erinnert sich: „Als wir vor 20 Jahren Urlaub in Mexiko gemacht haben, haben wir etwas Ähnliches gegessen. Das war auch sehr lecker. Wie das hieß, weiß ich aber nicht mehr.“

Weil die Lettaus oft gemeinsam kochen, sind die Handgriffe in der Küche geübt. Felix wäscht das Gemüse, Vater Andreas schnippelt Paprika, Zwiebeln und Knoblauch. „Frauen-Hände müssen ja nicht unbedingt danach riechen“, sagt er scherzhaft.

Mutter Diana übernimmt derweil den Staudensellerie, deren Reste sie fürs nächste Mal portioniert und geschnitten einfriert. Nebenbei behält sie den Überblick, räumt ihren Männern hinterher. „Mein Mann hat Schichtdienst und kocht deshalb viel, aber er ist ein Chaoskopf.“

Lieblingsrezepte Der hat sich mittlerweile schon der Feuerstelle gewidmet und beginnt mit dem Anbraten des Gemüses. Verfeinert wird alles mit verschiedenen Gewürzen und Kräutern aus dem heimischen Sterkrader Garten. „Da sind wir vom ursprünglichen Rezept abgewichen, das machen wir so wie wir es mögen“, sagt Andreas Lettau.

Gemüse kann nicht frisch genug sein

Früher gab es bei den Lettaus auch mal Gewürzmischungen aus der Tüte, heute können die Zutaten nicht frisch und die eigenen Gewürze nicht abgeschmeckt genug sein. Selbst bei der Auswahl der Tacos, die eigentlich Tortillachips sind, merkt man das. „Wir essen gerne scharf, nehmen aber nie die ganz extreme Variante – gerade, wenn wir Besuch haben“, sagt der Flughafen-Angestellte.

Als Gemüse, Nachos und Käse im Ofen verschwinden, deckt Abiturient Felix schon einmal den Tisch. Er ist auch heute noch Vegetarier, „weil einer ja die Welt retten muss“. Felix lacht und seine Eltern machen mit. Fleischlos glücklich, sozusagen.

Und so geht’s - Lettaus Taco-Gemüseauflauf

Mais und Kidneybohnen abtropfen lassen. Paprika und Staudensellerie werden gewaschen, die Paprika halbiert und in Streifen, der Sellerie in Scheiben geschnitten. Zwiebeln und Knoblauch werden geschält, die Zwiebeln gewürfelt, der Knoblauch zerdrückt. Beides in Öl andünsten. Genauso Paprika und Sellerie. Hinzu kommen die passierten Tomaten, die man aufkochen lässt. Es folgen: Mai, Kidneybohnen, Zucker, Salz, Kreuzkümmel, Chilipulver und gehackte Kräuter. Danach kommt alles in eine Auflaufform. Tortillachips und der Käse werden verteilt. Ab in den Ofen: Für 30 Minuten, bei 180 Grad (vorgeheizt). Die Frühlingszwiebeln werden in Ringe geschnitten, mit Schmand verrührt und gewürzt.

Das sind die Zutaten

1 Dose Mais, 1 Dose Kidneybohnen (je 425 ml), 3 Paprika (rot, grün, gelb), 2 St. Staudensellerie,
1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe,
2 EL Olivenöl, 1 P. passierte Tomaten (500 g), ½ TL Zucker, 2 EL geh. Kräuter, 60 g Tor-tilla-Chips, 60 g ger. Käse,
4 Frühlingszwiebeln, 1 Becher Schmand (200 g), Kreuzkümmel, Chili-pulver, Salz, fr. gem. Pfeffer