Fabiola Baumann macht Himmel und Erde vom Grill

Bratwurst mit Blutwurstkartoffeln: So sieht das Lieblingsgericht von Fabiola Baumann aus
Bratwurst mit Blutwurstkartoffeln: So sieht das Lieblingsgericht von Fabiola Baumann aus
Foto: Fabian Strauch
Was wir bereits wissen
In der neuen "Das ist der Pott"-Folge bereitet Fabiola Baumann Bratwurst mit Blutwurstkartoffeln zu. Die Schleusenhexe hat bereits Preise gewonnen.

Oberhausen.. Noch bevor Fabiola Baumann überhaupt die Tür öffnet, hat dieser Ort schon viel erzählt. Zum Kochen ist er nämlich sehr ungewöhnlich: Hinter einem Eisentor liegt der alte Garten von Baumanns Vater. Moderne Küchenzeile? Fehlanzeige. Heute wird gekocht, wo früher eine Theke war.

Am Eingang zur Gartenlaube gibt es keine Klingel, dafür einen Türklopfer. Ein ehemals prunkvoller Löwenkopf. „Das findet man, wenn man auf den Schrottplatz geht“, erzählt sie. Ihr Vater war Schrotthändler, Baumann hat von ihm nicht nur den Garten, sondern auch das Sammelfieber geerbt. „Einmal Schrotti, immer Schrotti“, sagt sie und lacht. Neben dem Fenster hängt ein Schild: „Grillteam Schleusenhexen“ steht in glitzernden Buchstaben darauf. Die kochende Leidenschaft der 54-Jährigen wäre damit geklärt, was sie servieren wird, irgendwie auch.

Grillteam Schleusenhexen

In der Gartenlaube hat sich Baumann eingerichtet: mit mobilem Ofen und Gasherd. Die Kartoffeln sind schon gekocht, jetzt geht es um die Wurst. Die Blutwurst. „Den Naturdarm brauchen Sie nicht abmachen, den kann man mitessen“, weist sie ihre Aushilfe an. Alles klar, Nachricht angekommen.

„Eigentlich ist das ein Grillgericht“, erklärt die Borbeckerin, „wir haben damit zweimal die Bergische Meisterschaft in Odenthal gewonnen.“ „Wir“ sind die Schleusenhexen, das weibliche Grillteam, mit dem Fabiola Baumann seit 2007 immer wieder an Grill-Meisterschaften teilgenommen hat.

Preise für die beste Bratwurst

„Als wir damals losfahren wollten, hatten wir noch keine gute Beilage. Ich hatte noch eine Blutwurst im Kühlschrank und hab’ überlegt, was man machen könnte“, erzählt sie beim Zwiebel-Schälen. Die Idee: Himmel und Erde für den Grill. „Das Gericht ist ja im Bergischen genauso bekannt wie im Ruhrgebiet, da haben wir das mal ausprobiert – und in der Kategorie ,Bratwurst’ 2011 und 2012 den ersten Platz geholt“, sagt sie stolz.

Während sie spricht, mischt sie in einer Schüssel geraspelte Äpfel, Zwiebeln, Crème fraîche und Blutwurstwürfel zusammen. Das alles kommt in die ausgehöhlten Kartoffeln. Für alle, die der Himmel-und-Erde-Kombination nichts abgewinnen können, gibt es Kartoffeln mit Meerrettich-Füllung. Zusammen mit den mit Senf-Soße gefüllten Champignons kommen die Schiffchen ab in den Ofen. Den hat sich Baumann extra von einer Freundin geliehen. Denn sonst wird im Garten natürlich mehr gegrillt.

Sechs Grills hat Baumann in der Garage – vom Kugelgrill bis zum „Smoker“. Doch heute wird sogar die Bratwurst in der Pfanne gebrutzelt. Immerhin stimmt die Grundlage: „Ich brauche kein Gemüse“, sagt Baumann, „Fleisch ist mein Gemüse.“

Und so geht’s - Zutaten und Rezept:

Zutatenliste: 4 grobe Bratwürste, 8 gleichgroße Kartoffeln, Meerrettich (frisch oder aus dem Glas), 1 Becher Crème fraîche (200 Gramm), 1 Blutwurst, 2 Zwiebeln, 1-2 Äpfel, 4 große Champignon-Köpfe, 250 ml Sauce Hollandaise, Senf, geriebener Käse, Salz, Pfeffer .

Die acht Kartoffeln gar, aber bissfest kochen, die Champignons putzen und den Stiel rausdrehen, die Bratwurst pfeffern und salzen. Von den gekochten Kartoffeln die obere Kappe abschneiden und die Hälften aushöhlen. Vier Kartoffeln werden mit einer Masse aus Crème fraîche und Meerrettich gefüllt, die je nach Geschmack gemischt wird. Weitere vier Kartoffeln werden mit Blutwurstwürfeln, etwas Crème fraîche, gehackten Zwiebeln und Äpfeln gefüllt. Alle Hälften werden mit geriebenem Käse bestreut, die Kappen kommen obendrauf. Mit den Champignons, die mit einer Senf-Sauce-Hollandaise-Crème gefüllt werden, kommen sie in den Ofen (zehn Minuten, 160 Grad). Dabei die Würste braten.