Das Familiengericht - Lauchreis

Umgerührt wird erst am Schluss, ist der Tipp von Dagmar Rickers.
Umgerührt wird erst am Schluss, ist der Tipp von Dagmar Rickers.
Foto: Fabian Strauch / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Lauchreis: Das ist Gericht Nummer 1 der zehnteiligen Kochrunde „Das isst der Pott“ mit Oberhausener Leibgerichten, diesmal bei Dagmar Rickers.

Oberhausen.. Die Tür öffnet sich und Dagmar Rickers begrüßt die Gäste - mit einem Lächeln. Bei einer Einladung zum Essen ist der herzliche Empfang bei ihr inklusive. Auf dem Speiseplan steht Lauchgemüse – „das absolute Lieblingsgericht“ ihrer Familie. Die Kinder sind zwar schon aus dem Haus, aber wenn ihre Mutter dieses Gericht kocht, dann stehen sie meistens auf der Matte. Heute ist nur ihr Mann Jürgen dabei.

Und auch er freut sich über das Essen, das auf den Tisch kommt. „Andere bringen eine Mitgift in die Ehe, sie ihr Essen“, scherzt Jürgen Rickers. Im Haus der Familie geht es ungezwungen zu.

Lieblingsrezepte Da ist es besonders schön, dass Dagmar Rickers einfache Gericht mag. Lauchreis ist so eines. Die meiste Arbeit hat man mit dem Waschen und Schneiden der Zutaten. Aber darum kümmerte sich die Gastgeberin schon, bevor die Gäste vor der Haustür standen. Es bleibt viel Zeit, um über Gott und die Welt zu sprechen. Das bedeutet aber nicht, dass Dagmar Rickers nicht mit Herzblut kocht.

Denn für die Erzieherin ist es selbstverständlich, dass alles noch von Hand geschnitten wird. Zwar hat sie schon diverse Reiben und Hobel ausprobiert – eben alles, was es so an Helferlein in der Küche gibt –, aber mit den Ergebnissen war sie nie zufrieden. „Es wir nie so schön wie von Hand“, sagt die 56-Jährige.

Bodenständiges Gericht

Ihre Art zu kochen ist ebenso bodenständig wie das Gericht Lauchreis. Deswegen muss es in dem 35 Jahre alten Topf gekocht werden. Die Edelstahltöpfe bleiben im Schrank. Es ist eben ein Essen, das eine Geschichte erzählt.

Als Dagmar Rickers die Berufsschule besuchte, lernte sie das Gericht im Hauswirtschaftsunterricht kennen. Es gefiel ihr. Zuhause kochte sie es nach. „Meine Mutter mochte es nicht“, sagt sie.

Als sie ihren Mann Jürgen heiratete und aus dem Elternhaus auszog, konnte sie kochen, was sie wollte. Und das tat sie auch. Lauchreis kam wieder auf den Esstisch. Und ihrer Familie schmeckt er bis heute.

Ihr Mann spricht von „350 Gramm Liebe“, die sie dem Gericht beimischt. Und ihre Tochter isst immer zuerst die Möhren: „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen", lautet ihr Motto.

Lauchreis duftet und schmeckt eben stark nach Familie. Es ist kein Gericht einer ambitionierten Hobbyköchin, die den kulinarischen Olymp erklimmen will. Kochshows schaut Dagmar Rickers beispielsweise nur selten. „Gut finde ich sie trotzdem“, sagt sie. Warum? Sie halten die Leute zum Kochen an. Und das war ihr immer wichtig. „Die Familie sollte etwas Leckeres und Gesundes auf den Tisch bekommen.“

Zutatenliste und Zubereitung

500 Gramm Gehacktes
3 große Stangen Porree
1 Kilogramm Möhren
250 Gramm Langkornreis
2 bis 3 TL gekörnte Brühe
Pfeffer, Salz und Öl

Das Gemüse muss zunächst gewaschen und geschnitten werden. Gut ist es, so der Tipp der Köchin, es nicht zu klein zu schneiden, sondern in größere Scheiben. So trifft man später den richtigen Garpunkt. Anschließend wird in einem Topf mit Öl das Gehackte angebraten. Gewürzt wird das Fleisch mit Pfeffer und Salz.

Anschließend kommt der Porree auf das Fleisch, danach erst die Möhren. Und als letztes ist der Reis an der Reihe. Bei geschlossenem Deckel muss das Gericht zirka 25 Minuten auf kleiner Flamme dünsten. Wichtig ist hier, dass man nicht umrührt, sonst besteht die Gefahr, dass der Reis unten anbrennt. Umrühren kommt zum Schluss.