Das FMO-Team bietet Musikspaß für alle

Musikalisch vielseitig unterwegs:  (v.li.) Peter Wohlgemuth, Uwe Milke, Jörg Berendsen, Hartmut Kehr, Günter Denkler, Michael Pauly.
Musikalisch vielseitig unterwegs: (v.li.) Peter Wohlgemuth, Uwe Milke, Jörg Berendsen, Hartmut Kehr, Günter Denkler, Michael Pauly.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Wenn jemand lernt, ein Instrument zu spielen, muss die Chemie zwischen Schüler und Lehrer stimmen.Die „Freien“ agieren sehr flexibel.

Oberhausen.. Im vergangenen Jahr haben sie das 20-jährige Jubiläum gefeiert, nach wie vor sind sie als die Freie Musikschule Oberhausen (FMO) aktiv. Gitarre, Schlagzeug, E-Bass, Saxofon, Querflöte, Percussion, Klavier oder Keyboard: Etwa 50 Leute unterrichtet das sechsköpfige Lehrerteam, „vom Anfänger bis zum Semi-Profi“, sagt Peter Wohlgemuth, seit 1995 dabei, der die Drummer schult. Das Leistungsspektrum der Schüler ist also groß, doch das allein ist sicherlich noch kein Kriterium fürs Freie im Namen des eingetragenen Vereins FMO. Was macht das Musizieren bei den Freien freier?

„Wir haben erwachsene Schüler, auch ältere Leute, die zu uns kommen und sagen: Musikmachen ist das, was ich schon immer mal ausprobieren wollte“, sagt Günter Denkler, Dozent für Saxofon und Querflöte. Doch vorwiegend sei es damals bei der Gründung des Vereins wichtig gewesen, fächerübergreifend zu agieren. Das bedeutet, dass, obwohl das musikalische Engagement der Beteiligten sehr vielfältig ist, sie als Team zusammen arbeiten. Sie organisieren den gesamten Betrieb gemeinsam. Niemand ist hier Chef. Regelmäßig treffen sie sich zum Erfahrungsaustausch, planen Projekte oder bringen Schüler zusammen, um miteinander zu musizieren. Daraus sind im Verlaufe der Jahre selbstständig agierende Gruppen entstanden.

Freier als üblich ist das Unterrichtsangebot der FMO allein schon zeitlich. „Wenn jemand zum Beispiel nur vormittags, samstags oder später abends kommen kann, machen wir das möglich“, sagt Michael Pauly, der spanische und klassische Gitarre unterrichtet.

Niemand ist hier Chef

Will jemand gern Westerngitarre spielen, ist er bei Paulys Kollegen Hartmut Kehr richtig. „Er ist für die Stahlsaiten zuständig“, sagt Pauly. Das heißt, dass Kehr die Blues-, oder Rockmusik-Fans bedient. Außerdem sind Soul, Swing, Ragtime oder jiddische und russische Folklore von ihm bevorzugte Musikstile.

Der einzige Trommler im Team ist auch Peter Wohlgemuth nicht. Percussionist Jörg Berendsen machte seine „Freundschaft“ zu Conga, Cajon und Co. zum Beruf. „Der Rhythmus macht das Leben“, ist sein Motto. Er unterrichtet, den Instrumenten geschuldet, bevorzugt Gruppen. „Beim gemeinsamen Musikerlebnis fließt Energie“, sagt er. Das funktioniere auch sehr gut in einer Gruppe 40- bis 70-Jähriger. Vorteil: Die Leute können gemeinsam Spaß haben, ohne allein viel üben zu müssen.

Zwar versteht das Team unter Freiheit auch, dass ein Schüler das Tempo des Lern-Fortschritts selbst bestimmt, dass sich ein Instrument jedoch ohne Training erlernen lasse, behauptet niemand.

Vor der Entscheidung für den Unterricht steht die Probestunde. Lehrer und Schüler beschnuppern sich. „Die Chemie muss stimmen“, sagt Jazz-Pianist Uwe Mielke, der auch Keyboard unterrichtet. „Das ist gut für den ersten Eindruck. Was dann passiert, entscheidet sich unterwegs.“