Christliche Klinik in Oberhausen als Erfolgsgarant

Peter Quaschner, neuer Geschäftsführer des EKO, will durch optimierte Arbeitsabläufe für eine Entlastung der Mitarbeiter und eine bessere Versorgung der Patienten sorgen.
Peter Quaschner, neuer Geschäftsführer des EKO, will durch optimierte Arbeitsabläufe für eine Entlastung der Mitarbeiter und eine bessere Versorgung der Patienten sorgen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Für Peter Quaschner gehört dem Krankenhaus mit Seele die Zukunft. Der neue Geschäftsführer des EKO setzt auf Gesundheitsversorgungsnetze.

Oberhausen.. Das Evangelische Krankenhaus Oberhausen (EKO) hat einen neuen Geschäftsführer: Mit Peter Quaschner hat das Haus einen Mann an seiner Spitze, der laut eigener Aussage auf Kommunikation und Menschlichkeit im Betrieb großen Wert legt. Redakteurin Barbara Hoynacki sprach mit ihm über den Drahtseilakt zwischen betriebswirtschaftlichen Anforderungen, kompetenter Patientenversorgung und kollegialem Miteinander.

Das Krankenhaus als Wirtschaftsunternehmen, ist das nicht ein Widerspruch?

Peter Quaschner: Nein, ich sehe darin keinen Widerspruch. Wir Krankenhäuser stehen nun einmal im Wettbewerb zueinander. Wir wollen uns behaupten und das schaffen wir nur, wenn wir eine gute Medizin und Pflege anbieten. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen, wie die aktuelle Reform für das Krankenhausstrukturgesetz 2016, müssen wir annehmen. Nicht nur in NRW kommen die Länder ihrer Investitionspflicht nicht vollumfänglich nach. Unsere Schlussfolgerung: Dann müssen wir das eben alleine stemmen und nachhaltig betriebswirtschaftlich gute Ergebnisse erwirtschaften.

Gerät Ihr Haus auf diese Weise nicht in eine Schieflage?

Quaschner: Das EKO steht wirtschaftlich stabil da. Das bisherige Leitungsteam hat hervorragende Arbeit geleistet. Das verschafft uns Luft für erforderliche Investitionen. In diesem Jahr werden wir die Notstromversorgung erneuern. Darüber hinaus wird unser Labor eine hochmoderne Gerätestraße zur Diagnostik erhalten – um nur zwei Beispiele zu nennen.

Sie haben eine gute Patientenversorgung angesprochen. Benötigen Sie dafür mehr Personal?

Quaschner: Schwerpunktthema am EKO ist in diesem Jahr die Patientenversorgung. Dabei geht es um Fragen wie: Wie können wir Abläufe optimieren? Wie kann es uns gelingen, dass wir möglichst keine Operation verschieben müssen? Gut strukturierte Arbeitsprozesse führen letztlich zu einer Entlastung der Mitarbeiter und zu einer besseren Versorgung der Patienten. Mehr Personal würden wir uns wünschen, das ist aber durch die bestehenden Rahmenbedingungen begrenzt. Auch für uns gilt: Wir können nur so viel Personal beschäftigen, wie wir finanzieren können. Andererseits haben wir herausragende medizinische Bereiche, in denen ich mir durchaus einen Ausbau vorstellen könnte.

Welche wären das?

Quaschner: Die Kinderklinik mit Kinderchirurgie, Sozialpädiatrischem Zentrum und großer Geburtshilfe und -medizin, die über die Grenzen Oberhausens hinaus einen sehr guten Ruf hat, ebenso wie unsere Innere Medizin und die Chirurgie.

Für einen guten Ruf benötigt ein Krankenhaus gutes Personal. Hat Ihr Haus Nachwuchssorgen?

Quaschner: Nein, aber wir können jungen Ärzten und Pflegekräften ja auch etwas anbieten. Interne Weiterbildungsmöglichkeiten sind nur ein Stichwort. Auch ausländische Mediziner stehen bei uns unter Vertrag. Dabei legen wir Wert auf gute Sprachkenntnisse. Denn damit stehen und fallen Diagnose und Therapie.

Das EKO hat einen konfessionellen Träger, ist das für Sie Formalie oder Auftrag?

Quaschner: Ein Auftrag und ein Wettbewerbsvorteil zugleich. Denn in Situationen, in denen kranke Menschen auf Hilfe angewiesen sind, können wir mit unserem christlichen Selbstverständnis mehr bieten. Der größte Erfolgsfaktor für das EKO ist es, unsere Werte tatsächlich zu leben und die Menschen – Patienten wie Mitarbeiter gleichermaßen – ernst zu nehmen. Diakonisches Profil ist keine Nostalgie, sondern ein wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmenskultur.

20 Jahre Berufserfahrung

Peter Quaschner ist seit Anfang Januar neuer Klinikgeschäftsführer des EKO. Geboren wurde er in Köln. Der Diplom-Ingenieur und Diplom-Betriebswirt verfügt über 20 Jahre Berufserfahrung im Krankenhaussektor. Er war u.a. in der Geschäftsführung des Evangelisch-lutherischen Diakonissen-Mutterhauses Rotenburg (Wümme) sowie stellv. kaufmännischer Vorstand der Universitätsmedizin Greifswald.

Das Ev. Krankenhaus Oberhausen (521 Betten, 1025 Mitarbeitern, 16 Fachabteilungen) ist eine Tochtergesellschaft der Ategris GmbH (Kette der diakonischen Krankenhäuser).