Christina Stürmer würde bei DSDS nicht für Dieter Bohlen singen

„Wenn ich zu Hause ankomme, räume ich immer direkt meinen Koffer aus." Christiana Stürmer über die Hektik des Alltags.
„Wenn ich zu Hause ankomme, räume ich immer direkt meinen Koffer aus." Christiana Stürmer über die Hektik des Alltags.
Foto: Tom Thöne
Christina Stürmer ist durch die Casting-Show "Starmania" in Österreich vor zehn Jahren populär geworden. Mit "Ich lebe" landete die heute 30-Jährige auch in Deutschland einen Ohrwurm-Hit. Im Interview spricht sie über die Hektik des Alltags und warum sie nicht bei DSDS für Dieter Bohlen singen würde.

Oberhausen.. Auf dem breiten Sofa schlägt Christina Stürmer die Beine übereinander. Sie atmet durch. Sie ist angekommen. Irgendwie jedenfalls. In einem Radiostudio nur wenige Gehminuten vom Oberhausener Centro entfernt.

Die 30-jährige Österreicherin ist mächtig unterwegs. Tag für Tag. Woche für Woche. Morgen geht es nach Süddeutschland. Gerade eben war es noch Mainz, das Morgenmagazin. Und jetzt: Oberhausen. Die deutschsprachige Pop-Sängerin lehnt sich zurück und erzählt: „Wenn ich zu Hause ankomme, räume ich immer direkt meinen Koffer aus. Wäsche waschen und der ganze Kram, das ist nach einer stressigen Zeit schon fast wieder entspannend.“

Saxophon, Querflöte - "Bis das nicht mehr cool war"

Stürmer ist gerne agil. Eine Casting-Show in ihrer Heimat absolvierte sie vor zehn Jahre erfolgreich. Dann kamen große Hallen. Nun macht sie für ihr Album „Hör auf dein Herz“ Reklame. Süddeutschland. Mainz. Oberhausen. Zeit zum Durchatmen bleibt nur daheim: „Ich wohne kurz vor Wien, auf dem Land, rund eine halbe Stunde von dem Trubel entfernt. Das ist ein guter Ort, um den Kopf frei zu bekommen.“

Eine Wohnung in der Stadt besaß Christina Stürmer drei Jahre lang. „Das ist nichts für mich. Dafür bin ich nicht der Typ“, sagt sie und blickt aus dem Fenster. In der Ferne sieht sie die Oberhausener König-Pilsener-Arena. „Die Halle kenne ich von der Silbermond-DVD, die dort aufgenommen wurde.“ Ansonsten ist die Stadt für sie Neuland. Zeit zum Kennenlernen? Fehlanzeige! „Ich würde in der Arena gerne mal spielen“, sagt sie und lacht.

Musik ist ihre Leidenschaft. Saxophon und Querflöte beherrscht sie seit der Kindheit gut. "Bis das nicht mehr cool war!" Nun singt sie. In der Vergangenheit so erfolgreich, dass sie einen Bravo Otto und die Goldene Stimmgabel gewann. 1,5 Millionen verkaufte Platten haben Statistiker zusammengetragen. „Ich lebe“ war ein großer Ohrwurm. Sie mag es, vor vielen Menschen zu spielen. „Lieber einmal vor 3000 als drei Mal vor 1000.“

"Lena macht das bei 'The Voice Kids' richtig gut"

Von der Casting-Welt hat sie sich jedoch gelöst. Stürmer: „Weil ich schon vor der Show immer Musik gemacht habe!“ Die Sendung war damals ein gutes Sprungbrett, aber mit den neuen TV-Formaten kann sie sich heute nicht anfreunden. „Ich finde, die Leute verstellen sich zu sehr. Da kommt es scheinbar mehr auf das Styling an als auf die Stimme.“

Würde sie sich heute als Kandidatin bei DSDS vor Dieter Bohlen stellen? Sie antwortet schnell: "Nein, sicher nicht." Die Sendung "The Voice" klammert gebürtige Linzerin unter den Casting-Shows aber aus. Und verteilt Lob an eine Gesangskollegin: "Lena macht das in der Jury bei 'The Voice Kids' richtig gut."

Die 30-Jährige blickt auf ein Plakat der US-Sängerin Pink, die darauf Strapse und ein knappes Fledder-Shirt trägt. „Das würde ich nicht anziehen“, sagt sie. „Aber Pink kann das tragen!“

Dabei zeigt Stürmer auf ihrem neuen CD-Cover selbst Haut, ungeschminkt und ohne protzigen Bombast. Es ist eine simple Schwarz-Weiß-Aufnahme, auf der ihr unbedeckter Rücken zu sehen ist. Ein Motiv bei dem sich die Sängerin wohlfühlt. "Wir haben vorher lange darüber geredet - und überlegt."

Familie und Freunde vergeben für Songs Punkte

Ein bisschen Casting gibt es noch in Stürmers Leben. Neue Songs spielt sie immer Familie und Freunden vor. „Die vergeben dann Punkte - von eins bis fünf.“ Die Zufriedenheit der Anderen verschaffe ihr Glück.

Es knarzt an der Tür. Der nächste Termin. Sie verabschiedet sich mit einem Lächeln. „Ich möchte mich nicht verbiegen lassen!“

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