Chöre in Oberhausen locken mit Sangesfreude

Um punkt 12.10 Uhr stimmten die Zuhörer auf dem Luise-Albertz-Platz in das aus dem Radio eingespielte Steigerlied ein.
Um punkt 12.10 Uhr stimmten die Zuhörer auf dem Luise-Albertz-Platz in das aus dem Radio eingespielte Steigerlied ein.
Foto: Ulla Emig/WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Schönes Wetter, viele gleichgesinnte Menschen: Der „Day of Song“ in Oberhausen hat denen, die teilgenommen haben, großen Spaß gemacht. Die meisten Sänger versammelten sich auf dem Sterkrader Wochenmarkt und auf dem Luise-Albertz-Platz am Centro.

Oberhausen.. Möglichst die Hemmschwelle niedrig halten, um gemeinsam zu singen und so ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu entwickeln und das gleichzeitig an zahlreichen Orten im gesamten Ruhrgebiet – das war 2010 die Idee beim ersten „Day of Song“, damals im Kulturhauptstadtjahr. Samstag wurde sie zum zweiten Mal wiederholt mit Gesangsdarbietungen allein in Oberhausen an zwölf Orten. Die beiden Zentren dabei waren der Wochenmarkt in Sterkrade und der Luise-Albertz-Platz im Centro.

Um punkt 12.10 Uhr wurde über WDR 2 das Zeichen zum Start gegeben. Auch am Rande des Wochenmarkts in Sterkrade wurde „Glück auf!“, das Lied des Steigers, angestimmt. Rund 100 Zuhörer hatten sich an der dortigen Kastanie eingefunden. Die Klosterspatzen, der 20-köpfige Kinder- und Jugendchor der Klostermusikschule, gaben dazu den Ton an. Deutlich mehr Publikum gab es im Centro, wo allein schon die Beteiligung der Sänger jener zehn Chöre, die dort das Programm gestalten sollten, für großen Auflauf sorgte.

Sterkrader sangen wenig mit

In Sterkrade hatte bereits um 11 Uhr der Projektchor der katholischen Pfarrei St. Clemens den Auftakt gemacht. Die Sänger hatten Lieder aus dem Musical „Jesus Christ Superstar“ einstudiert. Weil ein Gospelchor aus Duisburg kurzfristig abgesagt hatte, mussten die Klosterspatzen früher ran. Chorleiter Veit Jürgen Zimmermann sang mit ihnen zunächst geistliche Lieder, zum Beispiel „I Will Follow Him“ aus dem Musical „Sister Act“, und danach Poppiges.

Stimmung zum Mitsingen kam aber am Rande des betriebsamen Wochenmarktes nicht auf, war auch nicht beabsichtigt. „Für uns war es eher eine Plattform, uns zu präsentieren“, so Zimmermann. Die Resonanz war denn auch durchwachsen: Applaus bei den Zuhörern und Verwunderung neben­an. „Ist das hier eine Beerdigung?“, fragte ein Marktbesucher. Eine Marktfrau beklagte, die Leute würden vom Kaufen abgehalten.

Im Centro stand die Bühne mitten im Publikumsstrom zwischen Centro und Gastronomie-Meile. Zwar störte dort zeitweise die benachbarte Talentbühne die leiseren Chorauftritte, so beim Gastspiel des gemischten Chors „Pader-voices“ aus Paderborn. Aber als Volker Buchloh, der musikalische Leiter der Aktion, zum Gesang des Männerchors „Sängerbund Gutehoffnungshütte“ in die Tasten griff, kam tolle Stimmung auf, klatschten und sangen die Zuhörer zu „Wasser von Kölle“ von den „Bläck Föös“ oder zu Udo Jürgens’ „Hymne an die Zukunft“ prächtig mit.