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Chefinnen auf Zeit

01.08.2012 | 13:49 Uhr
Chefinnen auf Zeit
Gorilla-Marketing: Elisa und Christina (r.) mit dem von ihnen entwickelten Spiel.Foto: Gerd Wallhorn

Oberhausen. Eigentlich waren Elisa Zöller und Christina Cernoivanov vom Essener Hugo-Kükelhaus-Berufskolleg ziemlich spät dran mit ihren Bewerbungen. Schließlich sollte ihr Praktikum vier Wochen vor den großen Ferien beginnen. Übers Internet haben sie gesucht, ein paar Werbeagenturen herausgesucht und sie angeschrieben. Doch die Antworten blieben aus; nur eine einzige meldete sich. „Ein Praktikum bei mir? Mit so was hab’ ich keinerlei Erfahrung“, heißt es am Telefon.

Der, der da am anderen Ende der Leitung in Gedanken eigentlich schon den nächsten Auftrag beackert, ist Marian Prill, Chef der Oberhausener Werbeagentur „Deutsche Handarbeit“, die er zusammen mit Agenturgründer Jan Schekauski betreibt. Sie ist in einer ehemaligen Trinkhalle an der Essener Straße 317 beheimatet.

Eigene Kunden und Konzepte

Denn Prill mag’s gerne unkonventionell. So bietet er den Schülerinnen einen Deal an: „Ihr macht bei mir das Praktikum, als Agenturchefinnen auf Zeit. Ihr sucht Euch eigene Kunden, erarbeitet ein Konzept für sie und überlegt, was sie wirklich für ihre Vorhaben brauchen. Wir helfen Euch bei allem, stehen Euch zur Seite und stellen Euch unsere Technik und Programmierer zur Seite.“

Marian Prill (im Bild) in seinem „Werbeagentur-Kiosk“ an der Essener Straße, den er zusammen mit Agenturgründer Jan Schekauski betreibt. Foto: Gerd Wallhorn

Ein Angebot, bei dem die Mädels nicht nein sagen können. „Wir hatten uns eigentlich schon auf Kaffeekochen, Kopieren und Hilfsarbeiten eingerichtet“, meinen sie. Solche Tätigkeiten, wissen beide von Mitschülern, seien im Praktikum oft an der Tagesordnung. „Auf das, was uns hier geboten wird, sind sicher viele neidisch“, sagt Christina. „Ich hab’ mich riesig gefreut, dass sie das Angebot angenommen haben, denn lernen können schließlich immer beide Seiten voneinander“, so der Agenturchef.

Als ihren ersten Kunden können die Junior-Chefinnen das Restaurant „Taj Mahal & Sole Mio“ in Mülheim gewinnen. An ihren ersten Besuch beim „Indaliener“, wie sie Koch Aurang Zeb Cheema nennen, der neben indischen Gerichten Pizza und Pasta auf der Speisekarte führt, kann sich Elisa gut erinnern. „Wir mussten erst essen, bevor es ums Geschäftliche ging“, sagt sie. Da kam beiden eine Idee. „Wir wollen, dass der Gast die Speisekarte auswendig lernt“, so Christina.

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