Centro will im WC-Streit mehr Lohn für Klo-Aufsicht
06.05.2009 | 11:59 Uhr 2009-05-06T11:59:00+0200
Oberhausen. In der Diskussion um den so genannten „Pinkelgroschen” im Centro sieht sich das Einkaufszentrum unverschuldet in die Schmuddelecke gedrängt. Centro-Manager Frank Pöstges stellt die Rechtslage klar und will den Lohn der WC-Aufsicht von bisher 4,75 Euro pro Stunde auf über fünf Euro heben.
Wem gehören die "Pinkelgroschen" im Centro, die die Besucher des Einkaufszentrums auf dem Tellerchen der Toilettenaufsicht ablegen? Natürgemäß macht die um diese Frage entbrannte Diskussion das Management des Oberhausener Einkaufszentrumms nicht froh. Nach Prüfung der Sachlage fand Geschäftsführer Frank Pösges jetzt einige reinigende Worte: Die Reinigungsfirma InterClement habe das Recht, das Geld zu kassieren, weil sie das Personal bezahle.
Zur Zeit muss die Toiletten-Aufsicht das Geld bei der Reinigungsfirma abliefern, von der sie für das Hüten des stillen Ortes bezahlt wird. Aktueller Stundenlohn, frei verhandelt: 4,75 Euro.
Diskussion um die Tätigkeiten der Toilettenaufsicht
Urinstein des Anstoßes im Einkaufstempel ist in diesem Fall die genaue Definition der Tätigkeit einer Toilettenaufsicht, die nicht selber Kloschüsseln, Waschbecken und Urinale säubern soll. Vielmehr ist es ihr Job, sofort per Funk eine Reinigungskolonne herbeizurufen – die dann außerhalb der ohnehin festgelegten Reinigungsintervalle – sofort anrückt und die undankbare Hinterlassenschaften wegputzt. Für diese Mitarbeiter der Reinigungsfirma, im CentrO ist es InterClean aus Gladbeck, gilt dann der tariflich vereinbarte Stundenlohn von 8,15 Euro.
Bei der IG Bau geht man davon aus, dass die Toiletten-Aufsichten sehr wohl reinigen und deshalb Anspruch auf den Tariflohn haben. „Stimmt nicht”, meint Pöstges: „Die Behauptung, dass die Aufsichten die Toiletten saubermachen, ist falsch”. Die angekündigte Klage der IG Bau sei deshalb wohl noch nicht eingereicht worden, so der Manager.
Öffentliche Kritik bei Mai-Kundgebung
Trotzdem: Keine einfache Position für das CentrO-Management, das zuletzt bei der Mai-Kundgebung in Oberhausen öffentlich von Hauptredner Thomas Schicktanz (IG Bau) aufgefordert wurde, „sich nicht länger rauszureden” und die Reinungsfirma zu veranlassen, auch den Aufsichten Tariflöhne zu zahlen.
Gegen andere Äußerungen von Schicktanz, zum Beispiel der „Bespitzelung” der Mitarbeiter durch eine inzwischen abgebaute Überwachungskamera wird man sich in der Neuen Mitte per Unterlassungsklage wehren. Die Kamera sei auf die Rückfront von Läden ausgerichtet gewesen. Man habe damit Sicherheitsstandards genügen müssen.
Mit den Dienstleistern zusammensetzen
Zurück zum Pinkelgroschen: Ein durchaus emotionsbeladenes Thema, denn viele Besucher wollen, dass ihre Münze bei der Aufsicht landet und nicht in einer Firmenkasse – und achten dabei nicht auf den im Toilettenraum angebrachten Hinweis. Hier räumt Pöstges ein, dass die Schilder durchaus etwas größer sein könnten. Am Verbleib des Geldes könne aber nicht gerüttelt werden. Es ist offenbar Bestandteil der Kalkulation der Reinigungsfirmen. Und eine Aufteilung auf Aufsichts- und Putzkräfte sei auch deshalb nicht machbar, weil jeder Cent versteuert werden muss.
Auch für die letztendlich Betroffenen, die Frauen und Männer in den Klo-Zonen, will er was tun. Man werde sich mit den Dienstleistern zusammensetzen und überlegen, ob man beim Stundenlohn „was obendrauf packen und die Fünf-Euro-Grenze überschreiten kann”. Man sehe da eine moralische Verpflichtung. Und: Eventuell müsse InterClean rückwirkend den Lohn erstatten, wenn sich herausstellen sollte, dass doch gereinigt wurde.
Die Besucher von Europas größtem Einkaufszentrum ficht der unter großem Medieninteresse ausgetragene Streit um die Pinkelgroschen laut Pöstges kaum an: „Wir hatten weniger als zehn Beschwerden.”

14:34
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06:33
#18 von Christian123456
Na ja das Gericht hat es anders gesehen als Sie!
Des weiteren kenne ich hier am See niemanden der einen Arbeitsvertrag hat!
Meine Frau Arbeitet auch in der Gastro und hat mal nach einen Arbeitsvertrag nachgefragt da hat Sie die Stelle nicht bekommen!
Was meinen SIe was hier los ist?
Mehr Menschen aus den Osten Europas als Bedinung oder Küchenhilfe oder Koch als Menschen aus Deutschland.
Den wer möchte für rund 1200,00 Euro 12 und mehr Stunden am Tag Arbeiten?
Bedenken Sie auch das für eine WOhnung hier fast doppelt so hohe Mieten gezahlt werden wie im Pott und auch der Rest ist wesentlich Täurer!
Sie brauchen ein Auto den Sie kommen hier mit dem Bus nicht von einem Dorf ins nächste ausser Sie haben Stunden Zeit um zu Warten oder wollen Kilometerweit Laufen....
Da gibt es noch viel mehr was ein Turi nicht weis aber was solls es Interessierr so wie so niemanden.....
13:39
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12:59
Eine ordentliche Kontrolle kann nur stattfinden, wenn man neben die Trinkgeldschale einen Finanzbeamten postiert, andernfalls sind Betrug und Steuerhinterziehung Tür und Tor geöffnet.
12:53
@ 29
SIE glauben auch an das Politikmärchen von Bildung?!!
In den allerwenigsten Berufen ist eine 12 Jahre andauernde und anschließend noch eine 3 Jahre andauernde Ausbildung erforderlich.
In aller regel reicht es, wenn man lesen und schreiben kann. Rechnen geht mit dem Taschenrechner und die meisten Arbeiten lassen sich schon nach 4 Wochen Einweisung problemlos bewältigen.
12:50
Mich interessiert, ob diese Einnahmen auch ordnungsgemäß versteuert werden, wer kontrolliert das und ist das überhaupt zu kontrollieren?
12:42
Also, bin selber Arbeitgeber (kleine Kapitalgesellschaft) und muss kotzen, wenn ich das lese. Ich würde mich SCHÄMEN, meinen Mitarbeitern solche Löhne auszuzahlen. Und bei der ergänzenden Sozialhilfe wird wohl noch gnädigerweise bei der Antragstellung geholfen?
Wer meint, einen Mitarbeiter zu beschäftigen, der muss ihm soviel bezahlen, dass er (der Mitarbeiter) davon leben kann und sich gefälligst nicht das Geschäftsmodell vom Staat finanzieren lassen. Das macht nur die Unternehmen kaputt, die menschenwürdige Bedingungen bieten wollen. Deswegen müssen mindestens 8,50€ Mindestlohn her.
Ich finde es auch Menschenverachtend, wenn andere hier über die dummen herziehen, die zu dem Geld arbeiten gehen. Ich bin froh, dass die Arbeiten gehen wollen, Arbeit ist ein Stück Selbstbestätigung (im besten Falle) oder aber it pays the rent (im Normalfall) bedes ist aber bei einer solchen Arbeit und einem solchen Lohn nicht gegeben.
Ich kann nur hoffen, dass die Leute alle Links wählen (damit meine ich nicht die SPD)
12:35
#28 von J. Jansen
Was Sie hier vonsich geben ist einfach nur dumm.
Schon einmal davon gehört, dass es Menschen in unserer Gesellschaft gibt, die nicht die Schulbildung und Berufsausbildung haben um einen vernünftigen Job zu bekommen.
Ihre Aussage ist auch deshalb dumm, weil diese Menschen nicht der Allgemeinheit auf der Tasche liegen wollen, wie sie es hier anpreisen.
Hut ab vor diesen Leuten.
Nur der Lohn von 4,75 € ist nicht ok und Trinkgelder müssen auch die Mitarbeiter bekommen.
Jetzt fragen Sie nochmals wer hier dumm ist . . .
11:51
Ich finde es nicht gut, aber leider gibt es Arbeitnehmer mit denen man das Gehalt aushandelt und auch noch dafür arbeiten gehen. Diese Personen sind für mich nur dumm. Sie können lieber beim Arbeitsamt oder ARGE stempeln gehen. Solche Personen machen auch das Lohnniveau in Deutschland kaputt, aber das verstehen die sowieso nicht.
11:16
Wenn keiner mehr für so einen niedrigen Lohn arbeiten würde, gäbe es ihn auch nicht. Dies ist das Eine. Das andere ist, dass man, falls Toilettenaufsichten wirklich nicht nur aufpassen, sondern auch putzen, ihnen direkt Geld geben kann und es ihnen schenkt. Man muss es ja nicht auf den Teller legen.