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Centro und Gasometer locken Touristen nach Oberhausen

14.08.2012 | 18:42 Uhr
Für Touristen führt meist kein Weg am Centro vorbei. Hunderte Läden locken Menschen vom Niederrhein, aus Holland, Belgien oder sonstwo an.Foto: Lars Fröhlich

Oberhausen.   Für viele ist Oberhausen nur die Schuldenhauptstadt der Republik. Deshalb versucht die Tourismus Marketing Oberhausen die Stadt als Reiseziel anzupreisen. Gasometer, Centro und die zentrale Lage im Ruhrgebiet gelten als Türöffner.

Oberhausen dürfte für viele Leser dieser Zeitung „Heimat“ sein. Man kennt die schönen Ecken , während über die nicht ganz so schönen schon mal hinwegsehen wird. Demgegenüber stellt sich aber die Frage, wie man Oberhausen Menschen schmackhaft machen kann, die es nur als die Schuldenhauptstadt der Republik oder große Industriebrache zu kennen glauben?

Wir fragten bei der Tourismus Marketing Oberhausen (TMO) nach, wie man diese Stadt an Ruhr und Emscher als Reiseziel verkauft. „Der Gasometer und das Centro sind natürlich Türöffner“, erklärt Burkhard Koch, Geschäftsführer der TMO. „Auf den Tourismus-Messen merken wir aber inzwischen, dass man Oberhausen nicht mehr groß erklären muss.“ Sein Kollege Michael Schmitz ergänzt. „Oberhausen ist in der Zwischenzeit auf der Tourismus-Karte aufgetaucht.“

Im Herzen des Ruhrgebiets

Aber womit macht man Berlinern, Belgiern oder Holländern Oberhausen weiter schmackhaft? „Zum einen liegt Oberhausen im Herzen des Ruhrgebiets. Wir waren ebenso Teil der Kulturhauptstadt, außerdem ist die Stadt im Umbruch“, so Koch. „Oberhausen ist einfach lebens- und liebenswert. Hier sind alle auf dem Boden geblieben. Wir haben kein Anspruchsdenken, das in Richtung Champions League abhebt.“

"Magische Orte" im Gasometer Oberhausen

Das macht sich auch an den Werbekampagnen bemerkbar. Hier wird nicht auf teure Kurzfilme für Kinos in ganz Deutschland gesetzt, sondern eher auf gezielte Plakatwerbung im Einzugsgebiet. „Das ist das Gebiet entlang der A31, die von Bottrop in Richtung Ostfriesland führt“, so Michael Schmitz. Natürlich zählt aber auch das niederländische Grenzgebiet dazu.

Dreitagesreisen laufen gut

Drei Kernbereiche werden bei der TMO gesehen. Zum einen der Tourismus, worunter etwa Schloss Oberhausen mit dem Kaisergarten oder der Gehölzgarten Ripshorst fallen. Unter dem Punkt Shopping fasst Burkhard Koch die Angebote des Centros mit seiner großen Anzahl an Geschäften zusammen. Der letzte Bereich ist das Erlebnis, oder Neudeutsch „Event“. Damit sind Konzerte in der Arena, das Musical „Dirty Dancing“ oder die Spionageausstellung „Top Secret“ gemeint.

Die besten Orte im Ruhrgebiet

„Das Paket, das derzeit am besten läuft, ist eine Dreitagesreise durch das Ruhrgebiet mit Oberhausen als Ausgangspunkt“, so Koch. „Dabei ist auffällig, dass viele Urlauber dann doch die ganze Zeit hier bleiben, da es ihnen hier so gut gefällt.“ Burkhard Koch sieht weiteren Spielraum. „Die Marina ist noch ein ungeschliffener Diamant. Mit dem Hafenfest ist aber ein Anfang gemacht.“

Grüner als erwartet

Auch etwas weiter den Rhein-Herne-Kanal entlang, am neuen Schiffsanleger am Kaisergarten, der von Stadt und Emschergenossenschaft geplant wurde, könnte Potenzial liegen. „Dort können jetzt über 100 Meter lange Passagierschiffe anlegen.“ Das Feld der Flusskreuzfahrten ist für Koch hochinteressant. „Der Anleger am Kaisergarten ist derzeit ein Halt auf der Route von Köln nach Berlin. Eine Gruppe, die dort angekommen ist, flanierte von der Marina bis zum Haus Ripshorst. Die waren überrascht, wie grün Oberhausen ist. Man hatte da von einer Stadt mitten im Ruhrgebiet wohl ganz andere Vorstellungen.“

Ausbaufähig sei zudem das Feld der Geschäftsreisen. „Das ist ein Aspekt, der bisher doch etwas vernachlässigt wurde.“ Mit einer Neuaufstellung der Luise-Albertz-Halle und einer engeren Verzahnung will man hier Oberhausen attraktiver machen, als Standort für Tagungen und Seminare. „Bei alledem wollen wir aber die industrielle Vergangenheit nicht vergessen. Die wird weiter zentral für diese Stadt sein.“

Steigende Übernachtungszahlen

Trotz gestiegener Übernachtungszahlen sieht Burkhard Koch noch Potenzial. „Im letzten Jahr waren es 442.000 Übernachtungen. 2012 werden wir dieses Niveau ebenfalls erreichen. Mittelfristig wollen wir in den Bereich zwischen 500.000 und 600.000 Übernachtungen gelangen. Jede Hotelansiedlung ist willkommen.“

Centro-Erweiterung

Von Marcel Sroka


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