Centro schießt eine Million Euro zum 105-Lückenschluss zu

Das Oberhausener Einkaufszentrum Centro setzt ein klares Zeichen für den Ausbau der Straßenbahnlinie 105 zwischen Essen-Frintrop und der Oberhausener Neuen Mitte: Die Eigentümer des international bekannten Einkaufszentrums wollen nach Informationen der WAZ den geplanten 81 Millionen Euro teuren Lückenschluss mit einem Zuschuss in Höhe von einer Million Euro unterstützen, falls die Oberhausener beim Ratsbürgerentscheid am 8. März für den Ausbau stimmen.

„Der Lückenschluss der 105 ist ein zukunftsweisendes Projekt für diese Stadt“, wirbt Centro-Manager Frank Pöstges-Pragal für das Nahverkehrsvorhaben. „Das Centro und seine Mieter werden davon profitieren, denn es werden mehr Kunden zu uns kommen. Deshalb fühlen wir uns auch verantwortlich, etwas für dieses wichtige Projekt zu tun.“

Stoag-Budget würde entlastet

Die einmalige Sonderzahlung der beiden Centro-Eigentümer – „Unibail-Rodamco“ aus Frankreich und „Canada Pension Investment Board“ aus Kanada – soll Oberhausen zugute kommen.

Den Eigenanteil am 105-Ausbau von 13,1 Millionen Euro finanziert die Stadttochter Stoag über Kredite, über 30 Jahre kommt je ein Mehraufwand von 300 000 Euro zusammen. Diesen will das Centro abmildern. Die Mieter würden nicht belastet, sichert Pöstges-Pragal zu.

Das Centro verspricht sich durch den Lückenschluss nicht nur deutlich mehr Besucher, sondern auch eine Entlastung im Straßenverkehr. „Die Verkehrssituation ist am Anschlag“, sagt Pöstges-Pragal.

Schon jetzt zähle die Neue Mitte in Spitzenzeiten weit über 40 000 tägliche Fahrzeugbewegungen – es würden schleichend mehr.

Mit dem Lückenschluss würden mehr Kunden mit Bus und Bahn anreisen. Bisher machen das rund 22 Prozent der Centro-Besucher. Der Linienausbau ist für Pöstges-Pragal, seit 2003 Chef des Centros, eine wichtige Investition in die wachsende Tourismusbranche auch an der Neuen Mitte. „Der Tourismus ist eine der wenigen Chancen auf ein nachhaltiges Wachstum, die diese Stadt hat.“

Er greift auch den Gedanken der „Metropole Ruhr“ auf, unter dem die Revierstädte 2010 zusammengerückt sind. „Zu einer Metropole gehören vernünftige Verkehrswege, die man den Gästen anbietet.“ Es sei nicht zeitgemäß, Fahrgäste an der Stadtgrenze von der Bahn in den Bus umsteigen zu lassen. „Anderswo würde es das nicht geben.“

Auch die Stadtteile hätten etwas von dem Ausbau: „Die Menschen reisen in beide Richtungen, nach Essen und über die Neue Mitte nach Sterkrade und Oberhausen.“