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Centro-Manager widerspricht Wehling

01.02.2010 | 18:52 Uhr

Oberhausen. Centro-Chef Frank Pöstges-Pragal widerspricht Aussagen von Oberhausens Oberbürgermeister Klaus Wehling zur bevorstehenden Erweiterung des Centro in 2010. Es habe zudem keinen Kontakt zum Oberbürgermeister gegeben, sondern nur zu dessen Umfeld.

Kommentar
Centro muss Chefsache sein

Im Volksmund nennt man das „rumeiern”. Wie sich OB Klaus Wehling (SPD) am Montag vor dem Hauptaussschuss zum Thema Centro-Erweiterung äußerte, das war eines Stadtoberhauptes nicht würdig. Und es ließ schon erahnen, dass sich Wehling auf seinem Empfang am Freitag völlig übernommen hat.

Centro-Manager Frank Pöstges mag es höflich werten als den üblichen Versuch politischer Köpfe, gute Nachrichten zu streuen. In Wirklichkeit hat der Oberbürgermeister allerdings seine 500 Gäste an der Nase herumgeführt.

Wer eine Millioneninvestition so vollmundig ankündigt, der sollte vorher den direkten Kontakt zu den Entscheidern suchen. Genau das aber hat Wehling versäumt. Letztlich war er nur schlecht beraten, aber das interessiert nur am Rande.

Der Fall deutet vielmehr daraufhin, dass unser OB nicht nur seine Reden schreiben lässt (da gibt's im Übrigen Schulungsbedarf), sondern sich auch so ganz gern ans Händchen nehmen lässt. Und das ausgerechnet beim so wichtigen Thema Wirtschaftsförderung. Wenn nicht die Chefsache ist, was dann?

Als den bei Politikern üblichen Versuch, „auf Empfängen gute Nachrichten unters Volk zu bringen”, wertete Frank Pöstges-Pragal Montag die Aussagen von Klaus Wehling (SPD) zur Erweiterung des Centro in 2010. „Wir arbeiten intensiv daran, aber ob die Erweiterung 2010, 2011 oder 2012 kommt, das steht in den Sternen”, sagte der Centro-Manager. Es habe zudem keinen Kontakt zum Oberbürgermeister gegeben, sondern nur zu dessen Umfeld.

Auf seinem Neujahrsempfang (wir berichteten) hatte Wehling kryptisch von Signalen aus dem Centro berichtet und angekündigt, dass sich noch in diesem Jahr am Centro die Kräne drehen. Wörtlich: „Mitten in der noch nicht überwundenen Wirtschaftskrise nimmt das Centro Millionen in die Hand.”

Wehling blieb auch Montag im Hauptausschuss optimistisch, als in Sachen Centro Daniel Schranz (CDU) nachhakte. Er glaube, so Wehling, dass mit den Arbeiten am Centro „noch 2010 begonnen wird”.

Deutlich klarer gestaltet sich die Zukunft Dirk Buttlers in Oberhausen: Es gibt sie nicht. Zwar blieb der Hauptausschuss gestern bei der Vorberatung über die Wiederwahl des CDU-Beigeordneten ohne Beschluss, SPD und Grüne machten aber keinen Hehl daraus, dass eine Wiederwahl nicht in Frage kommt. Hans-Otto Runkler (FDP) erinnerte mit breitem Lachen die Grünen an ihre Solidarität mit Buttler im Wahlkampf 2009.

Für die Stadt wird der politische Wille von Rot-Grün teuer: Buttlers Versorgungsansprüche belaufen sich auf rund 30 000 Euro pro Jahr.

Thomas Schmitt

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