CDU hält den Umzug von Tsalastras für Augenwischerei

Wenn Politiker Versprechen nicht erfüllen, hagelt es Kritik, aber manchmal sind Politiker davor noch nicht einmal dann geschützt, wenn sie Versprochenes einhalten.

So versicherte der seit zwölf Jahren an der Oberhausener Stadtspitze arbeitende, aber mit seiner Frau in seiner Geburtsstadt Hilden lebende Apostolos Tsalastras 2014, er werde nach seiner Nominierung durch die SPD als OB-Kandidat seinen Erstwohnsitz nach Oberhausen verlegen. Die tägliche Pendelei von Hilden aus hat Tsalastras so lange Zeit auf sich genommen, weil seine Frau Anabela Pires Barata erst als SPD-Fraktionsgeschäftsführerin im Hildener Rat, dann als SPD-Ratsfraktionschefin beruflich in Hilden gebunden ist. Tatsächlich mietete Tsalastras vor wenigen Monaten – wie berichtet – eine Wohnung an der Marktstraße.

Die CDU-Opposition, die stets betont, dass ihr OB-Kandidat Daniel Schranz in Oberhausen geboren wurde, kritisiert den Umzug. In ihrer Parteizeitung „Klartext“ schreibt CDU-Chef Wilhelm Hausmann: „Viele Menschen schütteln darüber den Kopf. Ich kann jeden verstehen, der da von einem politischen Manöver und Augenwischerei spricht.“ Hausmann hält den Umzug für ein Eigentor. „Damit hat Tsalastras das Gefühl bestärkt, dass manche wohl alles tun, um gewählt zu werden. Wer schnell den Wohnsitz und das Autokennzeichen wechselt, wird auch alles versprechen. Mit seiner neuen Wohnung bekräftigt er den Eindruck vom Tricksen, Täuschen und Tarnen des sozialdemokratischen Systems.“