Das aktuelle Wetter Oberhausen 14°C
Oberhausen

CDU beklagt die "Arroganz der Macht"

25.08.2009 | 19:04 Uhr
CDU beklagt die "Arroganz der Macht"

Ärger über Große Brömers Zitat. Opptositionspartei macht auch den Filz zum Thema.

Das 100-Stunden-Programm für Buttlers Wahlkampfendspurt sollte gestern im Rathaus vorgestellt werden, und auch dass die zuletzt immer wieder angedeutete Filz-Problematik auf der Tagesordnung stehen würde, war kein Geheimnis mehr. Für die größte Empörung aber sorgte beim Pressegespräch der CDU ganz augenscheinlich der Auftritt von Wolfgang Große Brömer auf dem Unterbezirksparteitag und sein Zitat: „Ich verspreche, Dirk Buttler hat in Oberhausen keine Zukunft mehr.”

„Man hat mich von Anfang an unter Druck gesetzt”, behauptete Buttler. „Ich solle mir sehr gut überlegen, ob ich für das Amt des Oberbürgermeisters kandidiere.” Große Brömers Zitat aber drücke aus: „Hier geht es nicht mehr um Demokratie, sondern um Herrschaft.” Dies sei eine unglaubliche Arroganz der Macht. Vielleicht solle man erst einmal das Wahlergebnis abwarten, so der Ordnungsdezernent. „Ich bin vom Rat der Stadt gewählt worden und nicht von der SPD.”

CDU-Chef Wilhelm Hausmann setzte sogar noch eins drauf und sprach von der Aberkennung demokratischer Grundrechte. „Diese Denkweise findet man sonst nur bei kleinen radikalen Parteien”, meinte Hausmann und fügte dann süffisant ein Zitat von Klaus Wehling hinzu. „Er ist mein bester Mann im Rathaus”, habe Wehling über Buttler gesagt. Mit dessen Kandidatur sei das dann schlagartig vorbei gewesen. 

„Die Stadt gehört den Bürgern und keiner Partei”, wollte Fraktions-Chef Daniel Schranz noch einmal klargestellt wissen. Die SPD aber sei wie ein Krake, der überall hin-einregiere und alles für sich nutzbar mache. Schranz nannte eine Reihe von Beispielen für diesen Filz. Dies sei wohlgemerkt nichts, was die Stadt in ihren Grundfesten erschüttere, aber er wolle schon auf die Missstände hinweisen.

Er wolle auch nichts skandalisieren, so Schranz, der sich gleichwohl über die Tatsache wunderte, dass ein leitender Angestellter aus der Verwaltung unter Pseudonym gegen Buttler im Internet agitiere. So habe dieser Angestellte zu Missständen beim Winterräumdienst (für den der WBO-Geschäftsführer zuständig ist) geschrieben: „Der Mann will Oberbürgermeister werden und kann noch nicht einmal einen vernünftigen Streudienst organisieren. Ist ihm wahrscheinlich egal. Fährt ja einen fetten Geländewagen, vermutlich auf Kosten der Steuerzahler.”

Buttler seinerseits, so hieß es dann weiter, sei immer wieder in seinem Wahlkampf behindert worden. Wehling habe ihm von Anfang an einen Maulkorb verpasst, er dürfe keine öffentlichen Erklärungen im Haushaltsstreit mit Düsseldorf abgeben. „Ganz kleines Karo” sei dann letzte Woche die Aufforderung gewesen, sich nicht mehr über die Verbesserungsmöglichkeiten von Verwaltungsvorlagen zu äußern. Schranz: „Nicht mal das. Was bleibt dann noch übrig?”

Wie Buttler erklärt, habe die SPD die Ämter im Rathaus angeschrieben und angefragt, was man an ihrer Arbeit in den letzten fünf Jahren besonders positiv herausstellen könne. In Buttlers Bereich sei danach gefragt worden, was nicht so gut gelaufen sei. Mitarbeitern, die auf Loyalitätsprobleme hingewiesen hätten, sei entgegnet worden, sie sollten sich nicht so anstellen.

Übel aufgestoßen sei den Christdemokraten auch die Absage des Technischen Hilfswerkes (THW) Oberhausen für das CDU-Sommerfest durch den Ortsbeauftragten (und SPD-Stadtverordneten) Klaus Kösling, „nur weil ihm die Nase unseres Kandidaten nicht passte”, wie Schranz erklärte. Beim Sommerfest der Sozialdemokraten sei das THW dann eine Woche später selbstverständlich wieder vertreten gewesen.

Mit Mitteln der Stadt bezahlte Prospekte zum Thema „80 Jahre Oberhausen” seien an Infoständen der SPD verteilt worden. Der Stadtsportbund unter seinem Präsidenten und SPD-Stadtverordneten Josef Loege habe seit Jahren die Osterfelder Infomeile ausgerichtet. Erst bei der letzten Veranstaltung am 16. Mai diesen Jahres habe man darauf hingewiesen, dass es sich um eine Kooperation mit der Osterfelder SPD handele.

Hannes Fritsche

Empfehlen
Kommentare
Facebook
 
Kommentare
27.08.2009
22:24
CDU beklagt die Arroganz der Macht
von chuck01 | #47

@lollipop09
Sie wissen wer ich bin? Das wissen nur die Leute, die an der Quelle sitzen. grübel......... .Werde ich jetzt auch aus der Stadt gejagt?

27.08.2009
21:43
CDU beklagt die Arroganz der Macht
von Lollipop09 | #46

@ Chuck 01: Von Ihnen Herr Chuck 01 hab ich nichts anderes erwartet. Sie sind ja treues CDU-Mitglied. Man weiß ja wer Sie sind.
Zu den Dummen Sprüchen nur soviel, ich habe den Eindruck, das dafür Sie und Herr L. zuständig sind. Schließlich liest man von Ihnen davon soviel.
Sonntag wird abgerechnet, dann wird die CDU in Oberhausen das schlechteste Ergebnis aller Zeiten einfahren, und das ist auch gut so! Ein hoch auf Frau Boss und Co.

27.08.2009
21:23
CDU beklagt die Arroganz der Macht
von FragenStellerInOb | #45

chucki - wat gab es denn verbrutzelte Currywurst ?

27.08.2009
20:08
CDU beklagt die Arroganz der Macht
von herrtengelmann | #44

hallo chucki,

wieder aktiv? heute keine einladung zum parteigrillen?

schade! schicke dir gern ein paar koteletts, dann hast du was zum kauen und musst dich nicht immer in den beiträgen sozen verbeißen.

27.08.2009
17:49
CDU beklagt die Arroganz der Macht
von chuck01 | #43

@ Lollipop09,
war wieder am Stand. Brauche die Bürger gar nicht zu überzeugen. Sie sind überzeugt davon die SPD auf keinen Fall zu wählen. Spätestens nach dem Parteitag wissen sie, dass ausser Drohgebärden und dummen Sprüchen im Netz nichts Konkretes für den Bürger rauskommt. Da lobe ich mir die CDU - und die kriegt meine Stimme. Gutes Programm, ein Verwaltungsfachmann an der Spitze.Kann ja nur noch besser werden.
Nach über 40 Jahre SPD ist das Ergebniss für unsere Stadt ja wohl übel.
Die Erstwähler haben sich ja einen Eindruck verschaffen können- und haben die Parteien richtig eingeschätzt.

27.08.2009
12:31
CDU beklagt die Arroganz der Macht
von dcarleitermann | #42

Ja sicherlich doch. Dort können sie ihre gute Argumentationen sofort mit den Oberstufenschüler- und schülerinnen austauschen.

27.08.2009
12:13
CDU beklagt die Arroganz der Macht
von FragenStellerInOb | #41

kann man Sie in der II. Etage besuchen Herr Leitermann ?

27.08.2009
12:10
CDU beklagt die Arroganz der Macht
von FragenStellerInOb | #40

Berta - ? ist das die Schule wo die vielen Kinder aus Essen und Mülheim hin gehen ?

27.08.2009
11:44
CDU beklagt die Arroganz der Macht
von dcarleitermann | #39

An Lolipop : dann frage doch mal die Schüler und Schülerinnen des Berta von Suttner-Gymnasium. Werde das Gymnasium ein Projekt vorschlagen:
Die Kommunalwahl Oberhausen2009.
Auswertung der Kommentare im der Westen. Wie das geschieht müssen die Oberstufen sellber entscheiden.
Wir werden uns bestimmt wiederlesen.

26.08.2009
23:40
CDU beklagt die Arroganz der Macht
von Lollipop09 | #38

Chuck 01 will mal wieder schnell ablenken. Wolltest du nicht wieder an deinen Infostand gehen? Oder hast du da regelmäßig eine Klatsche bekommen und bist frustriert? Die Oberhausener wissen, was sich gehört und die CDU nicht!

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/139630/create

Umfrage der Woche
Die Stadt Oberhausen hat zu Bürgerversammlungen zum Sparpaket eingeladen und ein Online-Forum geschaltet, in dem Bürger ihre Meinungen zu den Sparvorschlägen für den städtischen Haushalt kundtun können. Was halten Sie von dieser Form von Bürgerbeteiligungen?

Die Stadt Oberhausen hat zu Bürgerversammlungen zum Sparpaket eingeladen und ein Online-Forum geschaltet, in dem Bürger ihre Meinungen zu den Sparvorschlägen für den städtischen Haushalt kundtun können. Was halten Sie von dieser Form von Bürgerbeteiligungen?

Captcha

Bitte übertragen Sie den Code in das folgende Feld:

Wort unleserlich? (Neuladen)

 
Aktuelle Fotos und Videos
Brings im Ebertbad in Oberhausen
Bildgalerie
Konzert
Stimmen zum Rauchen
Video
Video
Radrennen in Oberhausen
Bildgalerie
Pfingstradrennen
Wohnhausbrand in Lirich
Bildgalerie
Feuer
Aus dem Ressort
Der Oldtimer als Familienhobby
Unser Norden
Ulf Berens hat einen 57 Jahre alten Ford-Pickup originalgetreu und aufwändig restaurieren lassen. Jetzt wollen die Amerikaner den Wagen gerne zurück
Foto
Jugendarbeitslosigkeit in Oberhausen sinkt
Arbeitsmarkt
Auch die Zahl der erwerbslosen Ausländer sowie älteren Menschen verbesserte sich leicht. Doch obwohl es mehr freie Stellen gibt, stagniert Arbeitslosigkeit