Carp vor Wechsel nach Freiburg

Peter Carp ist seit 2008 Intendant des Theaters Oberhausen.
Peter Carp ist seit 2008 Intendant des Theaters Oberhausen.
Foto: Fabian Strauch Photography / WAZ
Was wir bereits wissen
Der Intendant des Theaters Oberhausen soll ab der Spielzeit 2017/18 die Bühne der Stadt im Breisgau übernehmen. Kulturdezernent: Keine Steine in den Weg legen

Oberhausen..  Der Intendant des Theaters Oberhausen, Peter Carp, möchte die Stadt vorzeitig verlassen und zur Spielzeit 2017/18 nach Freiburg, zum dortigen städtischen Theater wechseln. Wie die Stadt im Breisgau nun mitteilt, hat sich die dortige gemeinderätliche Findungskommission in ihrer vergangenen Sitzung mit großer Mehrheit für Peter Carp ausgesprochen. Der gebürtige Stuttgarter ist seit 2008 Intendant am Theater Oberhausen, sein Vertrag läuft eigentlich noch bis 2018. Carp selbst ist für Rückfragen derzeit nicht zu erreichen.

Verwunderung im Theater

Im Theater Oberhausen hat die Nachricht des bevorstehenden Abgangs für einige Verwunderung gesorgt – Mitarbeiter des Theaters zeigten sich äußerst überrascht von dieser Mitteilung. In Kontakt treten mit ihrem Intendanten könnten sie aktuell nicht – noch nicht einmal per Telefon sei er zu erreichen.

Apostolos Tsalastras, Kulturdezernent der Stadt, möchte Carp bei diesem Karriereschritt keine Steine in den Weg legen. „Wenn er woanders neu beginnen möchte, dann werde ich anregen, dass er vorzeitig aus seinem Vertrag raus kann.“ Ähnlich wie im Sport sei es auch in der Kultur schwierig, jemanden zu halten, der gerne etwas anders machen würde. Überrascht sei der Kulturdezernent nicht gewesen, dass Carp mit der Intendantur in Freiburg eine neue Herausforderung sucht. „Ich hätte mir eine weitere Zusammenarbeit gewünscht. Peter Carp steht für ein erfolgreiches Theater, das auch beim Publikum ankommt.“ In seine Zeit als Oberhausener Intendant fallen etwa die Geheimagentur oder zuletzt das Stück „Mord im Alltag“, das mit einer Inszenierung in einem Leerstand an der Marktstraße für Aufsehen sorgte.

„Wir haben ihm ebenfalls große nationale und sogar internationale Aufmerksamkeit für das Theater Oberhausen zu verdanken“, so Tsalastras.

Mit einem „lachenden und einem weinenden Auge“ hat Gerd Lepges, der Vorsitzende des Freundeskreis theater.für.oberhausen e.V., die Nachricht aufgenommen. „Einerseits ist es traurig, dass jemand, der vor Ort so viel bewegt hat, Oberhausen verlassen wird.“ Andererseits sei ihm dieser nächste Karriereschritt zu gönnen. „Das Theater in Freiburg hat einen guten Ruf“, so Lepges. Zudem werde Peter Carp in diesem Jahr 60. „Wenn er sich noch einmal verändern und etwas Neues anfangen möchte, dann ist es jetzt an der Zeit.“

Lepges erinnert daran, dass Carp spannende Ideen und aktuelle Themen ins Theater eingebracht hat. „Er hat zudem frische Regisseure in die Stadt geholt.“ Herbert Fritsch etwa sei inzwischen auf ganz anderen Bühnen zu finden.

„Veränderung gehört zum Theater dazu“, glaubt Lepges.