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Busfahrer in Oberhausen werden immer öfter Opfer von Attacken

17.10.2012 | 08:00 Uhr
Busfahrer in Oberhausen werden immer öfter Opfer von Attacken
Videoüberwachung hilft in den Stoag-Bussen gegen Vandalismus.Foto: WAZ Gladbeck

Oberhausen.  Busfahrer sehen sich in Oberhausen zunehmend den Beleidigungen der Fahrgäste ausgesetzt. Seit 2009 gab es 20 tätliche Übergriffe. Dank der Videoüberwachung in vielen Bussen ist die Zahl der Vandalismusfälle dagegen zurückgegangen.

Es ist der Alptraum eines jeden Busfahrers: Am Wochenende wurde in Recklinghausen ein Busfahrer angeschossen . Ein Räuber hatte sich in seinem Bus versteckt und gewartet, bis der Mann das Fahrzeug zurück zum Busdepot fahren wollte. Leider kein Einzelfall: Immer wieder kommt es zu Übergriffen gegenüber Busfahrern.

In Oberhausen das letzte Mal im April, als ein angetrunkener Fahrgast einem Busfahrer unvermittelt so heftig ins Gesicht schlug, dass dieser für mehrere Monate nicht arbeitsfähig war . Zu derartigen Übergriffen komme es zum Glück selten, allerdings registriert die Stoag einen erheblichen Anstieg der Verbalattacken.

„Grundsätzlich kann man sagen, dass der Ton gegenüber Busfahrern immer aggressiver wird“, so Stoag -Sprecherin Sabine Müller. „Seit 2009 hatten wir rund 20 solcher Vorfälle“, so Müller und ergänzt: „Allerdings sind 20 immer noch 20 zuviel.“ Sicherheit, sagt die Sprecherin, sei bei der Stoag immer ein Thema. „Wir versuchen, alles zu tun, um die Sicherheit zu erhöhen.“

Weniger Vandalismus

So seien bereits mehr als 50 Prozent der Busse mit Videokameras ausgestattet, die Zahl der Vandalismusfälle deutlich zurückgegangen. „Ich denke schon, dass so etwas abschreckt“, so Sabine Müller. Nicht zuletzt, weil in vielen dieser Fälle der Täter über die Videoaufnahmen ermittelt werden konnte.

Zudem gebe es den so genannten „Überfalltaster“ in allen Bussen, den die Fahrer in Notfällen drücken können: Dieser Schalter sorgt dafür, dass alle Türen des Busses aufgehen, die Warnblinkanlage wird eingeschaltet und die Hupe betätigt. Müller: „So macht man auf die Notsituation aufmerksam und bietet einem etwaigen Täter gleichzeitig die Möglichkeit zur Flucht.“ Denn: Wenn er sich eingesperrt fühle, könne eine solche Situation sich noch weiter verschärfen.

Deeskalationstrainings für Mitarbeiter

Selbstverständlich gibt es auch einen Schalter, der alle Türen des Busses verriegelt, damit niemand von außen hereinkommen kann. „Darüber hinaus prüfen wir die Möglichkeit, Sicherheitsscheiben in die Fahrzeuge einzusetzen“, so die Sprecherin. „Allerdings haben die bei den anderen Unternehmen, die diese Scheiben schon ausprobiert haben, geblendet.“

Seit einiger Zeit biete die Stoag ihren Mitarbeitern auch Deeskalationstrainings an, in denen sie lernen, ohne Schaden aus brenzligen Situationen wieder herauszukommen. Doch nicht jeder nimmt das Angebot an. „Manche sagen, dass sie das nicht brauchen, weil sie schon wissen, wie sie mit renitenten Fahrgästen umzugehen haben“, sagt Sabine Müller. „Bei vielen ist das Angebot aber gut angekommen.“

"Leider gibt es keine 100-prozentige Sicherheit"

Die Busfahrer lernen , eindeutige Signale in Gefahrensituationen besser einzuschätzen, sich gegen Angreifer zur Wehr zu setzen oder dem Gegenüber per Körpersprache zu vermitteln, dass man keine Angst vor ihm hat.

Allerdings, und das weiß auch Sabine Müller, schützen all diese Maßnahmen die Busfahrer nur bedingt: „Leider gibt es keine 100-prozentige Sicherheit“, so die Stoag-Sprecherin. Die Meldung, dass in anderen Städten Busfahrer einen Knüppel neben dem Fahrersitz liegen haben, sieht sie sehr kritisch: „Das ist das genaue Gegenteil von Deeskalation.“

Simon Rahm



Kommentare
14.02.2013
17:24
Busfahrer in Oberhausen werden immer öfter Opfer von Attacken
von putti | #8

Prügelt nur auf die Busfahrer ein, wird eine zusätzliche Begleitperson eingeführt und die Preise steigen dadurch geht das Gemecker von Vorne los.
Wenn die Kommentatoren sich im Bus genauso aufgeregt benehmen wie hier, arme Busfahrer schlechte Bezahlung und Prügelknaben für alle.
Leute Ihr könnt auch mit gutem Benehmen deeskalierend wirken.

18.10.2012
07:34
Busfahrer in Oberhausen werden immer öfter Opfer von Attacken
von Diggerblues | #7

Ich stimme "Revenge" in allen seinen Ausführungen zu. Liebe Frau Müller! Ein Deeskalationskurs ist kein Allheilmittel, wenn nicht ein großer Bestandteil dieses Kurses ein Rhetorik-Seminar bildet. Die Ausdrucksweise der Kollegen auch der Kolleginnen ist zeitweise absolut grenzwertig, wenn ihnen etwas nicht in den sog. "Kram" passt. Ich bitte dieses nicht zu Miß zu verstehen. Es soll keine Rechtfertigung für die Übergriffe sein. da ich aber täglicher Nutzer (Abo)Ihres "Fahrdienstes" und selbst in einer Art Dienstleistungsfunktion bin, kann ich nur raten, die Komponente Rhetorik nicht zu verachten. Gleichermaßen sollte m,an wirklich über einen Sicherheitsdienst nachdenken, da es viele Kleinigkeiten gibt, die durch etliche Fahrgäste nicht beachtetet werden und schnellzu einem "Großen" wachsen und dann richtig Schaden machen. Glück Auf

18.10.2012
03:33
Busfahrer in Oberhausen werden immer öfter Opfer von Attacken
von Revenge | #6

Es gibt noch viele Fälle, die zu, von Busfahrern provozierten, verbalen Attacken, führen können, aber meistens liegt es wohl einfach nur an der Unfreundlichkeit des Busfahrers.

Im vergleich bei Arbeiten mit direktem Kundenkontakt, habe ich mit Busfahrern die fast schlechtesten Erfahrungen gemacht.

Fazit: "So Du mir, so ich Dir" geht bei VERBALEN Übergriffen meiner Meinung nach in ordnung, denn die Kunden müssen sich auch nicht alles gefallen lassen.

Bleibt zum Schluss noch zu sagen, dass es mir leid tut für die wirklich unschuldigen Busfahrer.
Ich, als Handwerker im Kundendienst, habe es auch mit solchen Übergriffen zu tun. Kann und muss es allerdings auch wegstecken können bzw ruhig und deeskalierend wirken, denn mein Arbeitgeber bezahlt mich für meine Arbeit.

18.10.2012
03:12
Busfahrer in Oberhausen werden immer öfter Opfer von Attacken
von Revenge | #5

Teil 2
- Vor etwa 2 Wochen in Bottrop: Ich bin 6 Haltestellen gefahren. An zwei Haltestellen ist der Busfahrer weitergefahren, nachdem die Kunden ihn drauf hingewiesen haben, bremste er leicht, schaute in den Rückspiegel und fuhr weiter. Beim dritten Vorfall, mussten allerdings einige raus - wenn auch 200 Meter weiter dann. Das ist natürlich nicht alltäglich, ist mir so auch noch nie untergekommen, hat aber durchaus Potenzial die Aggressivität zu steigern, gerade, wenn man dadurch seinen Anschluss oder einen Termin verpasst.
- Dann gibt es die Busfahrer denen man alles aus der Nase ziehen muss. Statt auf die erste Frage vernünftig zu antworten, muss man ihnen, überspitzt gesagt, zehn Fragen stellen um die Richtige Antwort selbst herauszufinden, da man immer nur ein Nicken bekommt, oder ein leises, aber genervtes, ja bzw. nein.

18.10.2012
02:56
Busfahrer in Oberhausen werden immer öfter Opfer von Attacken
von Revenge | #4

Teil 1
Die Gewalt ist zu verachten, garkeine Frage.
Aber das Verbale wird nicht selten unberechtigt sein. Oft bekommt man patzige Antworten von genervten Busfahrern, die anscheinend die Kunden brauchen um auszureagieren(Wiederholungstäter!). Das sind vermutlich die, die denken, dass sie das Deeskalationstraining nicht nötig haben.
- Wer kennt es nicht, der Klassiker: der Bus steht an der Haltestelle (zu früh!!), man sieht ihn, rennt, der Busfahrer sieht und fährt.
- im frühjahr, nachdem mein Zug Verspätung hatte und die Leute schnell noch zum 91er rannten, da unterhielt die Busfahrerin den ganzen vordern Bus. Sie sagte/rief wortwörtlich: "WIE BLÖD KANN MAN NUR SEIN, DANN GEHE ICH DOCH EHER LOS.............................DA SIEHT MAN MAL WIEDER WIE DUMM DIE LEUTE SIND................." - Den Vorfall mit wollte ich eigentlich in einer eMail an die StoAG erläutern, habs dann aber sein lassen, da es bei der StoAG vermutlich eh nur im SpamOrdner verschoben wird.

17.10.2012
16:31
Busfahrer in Oberhausen werden immer öfter Opfer von Attacken
von TorstenOberhausen | #3

Ich nehme ja an, es liegt an der Fahrweise. Die Busfahrer geben sich alle Mühe, die Fahrgäste so gut wie eben möglich durchzuschütteln.

17.10.2012
10:30
Der Ton wird aggressiver
von Matty66 | #2

Die Ganze Technik, sei es die Videoüberwachung, die Verriegelung von Türen, etc..etc..schreckt nur bedingt ab. Das Deeskalationstraining ist eine Maßnahme um im Falle eines Angriffes demetsprechend vorbereitet zu sein, aber es schützt nicht immer.
Andere Verkehrsunternehmen im VRR haben auch Videoüberwachung und ihr Personal in Deeskalation trainiert, aber gebracht hat das nicht viel, so das sie dazu übergegangen sind sich einen Sicherheitsdienst zu engagieren oder eigenes Personal dementsprechend auszubilden und auszurüsten. Ich spreche hier nicht von schwarzen Sheriffs sondern von Fachkräften für Service und Sicherheit im ÖPNV mit abgeschlossener IHK Prüfung.
Es ist einfach auch wichtig, zusätzlich zur Videoüberwachung auf den Bussen und Bahnen durch ausgebildetes Sicherheitspersonal Präsenz zu zeigen, das gibt den Fahrgästen und den Fahrer ein zusätzliches Sicherheitsgefühl.

Sicherheit kostet und Frau Müller, man braucht nicht nur Technik sondern auch Sicherheitspersonal!

17.10.2012
09:24
Der Ton wird aggressiver
von kadiya26 | #1

Ich würde wieder die Funktion des Schaffners einführen. Mit zwei Personen legt man sich weniger schnell als mit einer, die dazu noch in der Bewegungsfreiheit hinter dem Steuer sehr eingeschränkt ist.

Ja, das wird etwas kosten. Sicherheit kostet eben!

1 Antwort
Busfahrer in Oberhausen werden immer öfter Opfer von Attacken
von Kiaora | #1-1

Das sehe ich genauso. Zudem gäbe es auch keine Schwarzfahrer mehr, denn ohne gültigen Fahrschein kämen die Leute gar nicht erst herein. Zudem hätte der Schaffner die Passagiere im Blick (Vandalismus und Gewalt gegen andere Mitfahrer könnten dann direkt verwieden werden).

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