Bungee-Jumping über dem Zentrum Altenberg

Ganz Mutige wie Lukas lassen sich beim Bungee-Jumping sogar rückwärts aus dem Korb fallen.
Ganz Mutige wie Lukas lassen sich beim Bungee-Jumping sogar rückwärts aus dem Korb fallen.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Mit 100 Sprüngen aus 70 Metern Höhe über dem Gelände der alten Zinkfabrik in Oberhausen rechneten die Veranstalter am Samstag und Sonntag

Oberhausen.. Der Kranführer legte einen Hebel um. Der Dieselmotor des 80-Tonnen-Krans brummte auf. Und der 1,8 Tonnen schwere stählerne Korb mit den beiden Bungee-Jumping-Assistenten und Maria Denker an Bord hob vom Boden des Zentrums Altenberg ab. Mit ihrem Freund Mathias Feist (28) war sie am Samstag eigens aus Siegen nach Oberhausen gereist, um das Weihnachtsgeschenk ihres Freundes einzulösen: einen Sprung am Gummiband aus 70 Metern Höhe.

Die beiden hatten im Internet Ausschau nach der nächsten Gelegenheit dazu gehalten und waren bei der Veranstaltung der Kusch und Stoltz GbR am Vortag des Frühlingsfestes im Zentrum Altenberg fündig geworden. 60 Euro kostete der Spaß, ein Tandemsprung zu zweit das Doppelte.

Gedenksekunden am Boden

„Ich habe Höhenangst, würde das nicht tun“, gestand Feist. Seine Freundin war mutiger: „Ich wollte das schon immer machen. Man muss im Leben mal was riskieren“, erklärte die 24-Jährige. Dann öffnete sich oben die Tür des Korbes und die Köchin aus dem Siegerland stürzte sich mit einem Schrei am Gummiband nach unten.

Etwa 20 Meter vor dem Kopfsteinpflaster des Hofs federte sie aus, wurde noch einmal zehn Meter in die Höhe katapultiert und dann langsam heruntergelassen, wo sie zwei junge Männer so in Empfang nahmen, dass sie mit dem Po auf dem Pflaster zu liegen kam. Nach ein paar Gedenksekunden am Boden stand sie auf, legte Fußfesseln und Brustgurt ab und ließ sich von ihrem Freund mit einem Küsschen in Empfang nehmen.

Nicht jeder hat das Glücksgefühl

„Unten, beim Zuschauen, war die Angst schlimmer als oben. Beim Öffnen der Tür kam sie dann noch mal kurz auf“, erzählte sie später. Man dürfe nicht lange darüber nachdenken. Beim Sprung selbst komme dann ein unbeschreibliches Glücksgefühl auf.

Nicht jeder Interessierte kam am Samstag zu diesem Glücksgefühl. Lange überlegte eine andere junge Frau, es ihrem Freund nachzumachen, der sich vor ihr in die Tiefe gestürzt hatte. Als sie dann oben angekommen war, verließ sie der Mut. Es ging im Korb wieder nach unten.

Ins Freizeitgeschäft eingestiegen

„Da wäre vielleicht der Tandemsprung hilfreich gewesen“, resümierte Grischa Stoltz (32), einer der beiden Chefs des Oberhausener Un­ternehmens. Dabei müssen sich die Springer eng umschlingen, um nicht in der Luft zusammmenzustoßen. Wenn man Routine habe, so Stoltz, genieße man den freien Fall.

Stoltz und Kompagnon Martin Kusch (31) waren Veranstaltungstechniker im Zentrum Altenberg, als sie sich damit vor acht Jahren selbstständig machten. Mittlerweile bilden der Verleih von über 50 Hüpfburgen und eben das Bungee-Jumping ihr Geschäft. 200 Sprünge hält so ein einzelnes Gummi aus. Am Wochenende rechneten sie allein mit 100 Sprüngen.