Büssow und das Abenteurerblut
04.01.2010 | 17:48 Uhr 2010-01-04T17:48:00+0100Düsseldorfer Regierungspräsident demonstriert kernige Entschlossenheit und hochbezahlte Unkenntnis.
Natürlich kann auch ein Regierungspräsident vom Format Jürgen Büssows nicht alles wissen, hochbezahlte Unkenntnis ist ein relativ weit verbreitetes Phänomen. Aber mit seinem Hinweis in einem Interview mit dem Internet-Portal unserer Zeitung (derwesten.de) auf einen Stadionbau für die Rot-Weißen aus Oberhausen und Essen hat er sich keinen Gefallen getan. Die Idee zu so einem Stadion auf der Stadtgrenze ist mindestens fünf Jahre alt und mindestens auch schon so lange außerhalb jeder Diskussion. Sollte/müsste ein Regierungspräsident eigentlich wissen, zumal er sich doch ansonsten erstaunlich kleinteilig (oder kleinkariert?) über finanzielle Dinge in den seiner Aufsicht unterliegenden Städten auskennt. Nur: Wenn einem ein derartiger Fehler unterläuft, kann er auch in anderen Ansichten noch ernst genommen werden?
Vielleicht doch, denn in manchem Punkt hat der Herr des Palais an der Düsseldorfer Cecilienallee sicher den richtigen Ansatz. Zum Beispiel bei der interkommunalen Zusammenarbeit. Da gibt es weit mehr Möglichkeiten als nur die Kooperation von Chemischen Untersuchungsämtern. Personalverwaltungen zu konzentrieren, ist so ein Gedanke, der Beifall findet. Aber gleich ganze Städte „fusionieren” zu lassen und zu glauben, die hätten dann eine kostengünstige Verwaltung, bestätigt eher die alte Kenntnis: In jedem Beamten steckt ein Schuss Abenteurerblut.
In einem Gespräch über die finanzielle Lage der Kommunen an Rhein und Ruhr kommt Oberhausen häufiger vor, was traurig genug ist. Interessant ist da Büssows Hinweis, mit dem er die Forderung nach Theaterkooperationen, -fusionen, -schließungen untermauert: „In Oberhausen wurde 2007 jede Theaterkarte mit 146 Euro bezuschusst.” Das Stadttheater ohne Zuschuss gibt's bekanntlich nicht, aber die genannte Zahl ist schon beträchtlich. Eine deutlich geringere „Hausnummer” würde die Probleme allerdings auch nicht lösen: In Essen lautet sie „93”, was die Nachbarstadt nicht einen Hauch vom Pleitekurs abbringt.
Dass dieser Pleitekurs möglicherweise damit zusammenhängt, dass Städte ausbaden müssen, was Gesetzgeber ihnen aufgeben, tut Büssow ab, zeigt sogar Entgegenkommen beim Nachweis des Eigenanteils für förderungswürdige Projekte und ist ansonsten unbeirrbar: „Trotzdem führt kein Weg an einem harten Sparkurs vorbei.”
Eine Frage taucht seit einigen Jahren nicht mehr auf in der politischen Diskussion, eine Frage, die einst auch Büssow zu schaffen gemacht hatte: Warum lösen wir seine staatliche Mittelinstanz nicht auf?
Das Interview im Wortlaut: www.derwesten.de – „Regierungspräsident Büssow fordert harten Sparkurs”.

20:37
Will man den lieben Herrn Büssow richtig einschätzen, ist unbedingt folgendes Grundwissen erforderlich.
Herr Büssow ist eigentlich ein geistiger Zwillingsbruder von Herrn Clement, beide haben schon früh mit den Neoliberalen geliebäugelt.
Allerdings hatten diese keine Posten und Pöstchen zu vergeben daher ist man bei den „dummen Sozis“ gelandet um Karriere zu machen.
Wolfgang Clement sind die Sozis ja nun los, natürlich nicht ohne das der liebe Wolfgang so richtig noch einmal los geholzt hat gegen die, welche Ihn zum Minister, Ministerpräsident und Superminister gemacht haben !
Ich bin mir sicher auch, Herr Büssow wird spätestens mit seiner Pensionierung den Sozis das Parteibuch zurück schicken.
Ob es sich bei den beiden Experten nun um Narzissten, Egomanen oder Psychopaten handelt ist schwer zu sagen.
Immerhin es gibt Hinweise auf die Veranlagung von Narzissten, denn das Interesse der beiden Herren kreist immer nur um die eigene Person.
Es kommt hinzu, dass sie andere in ihren Bedürfnissen nicht wahrnehmen und jede Gelegenheit nutzen sich auf Kosten anderer – zu profilieren.
Ein weiteres Anzeichen: der brennende Wunsch, um des Sieges willens zu gewinnen. Der Narzisst reagiert bei Kritik mit Gekränktheit oder Wut und neigt dazu, unter Druck überall nur noch Feinde zu sehen.
Und wenn es wirklich schwierig wird, dann werfen Narzissten gerne die Flinte ins Korn.
Na – alles nicht s neues bei Clement und Büssow – oder ?
Zum Schluss noch eine Bewertung für den Kommentar – Herr Wentz, das war Spitze – weiter so !
12:55
Sümmches = Sümmchen
12:54
Wie Herr Wenz schon fragt: Warum leisten wir uns überhaupt einen Regierungspräsidenten samt Apparat? Wofür brauchen wir den? Was schafft der? Was leistet der?
Ich denke auch, hier liegt ein schönes Sümmches Sparpotential auf der Cecilienallee herum...
23:12
Gib einem Mann eine lösbare Aufgabe!
Büssow hat ein Problem: er ist gesetzlich verpflichtet, auf einen Haushaltsausgleich der Kommunen hinzuwirken. Nur sind die Instrumente der Finanzaufsicht bei Bezirksregierungen und Innenministerium nicht zur Lösung von strukturellen Finanzproblemen vorgesehen und geeignet. Was macht der Mann? Er kristisiert nicht die Politik, die Verantwortung trägt, dass sich Oberhausen jährlich 20 Millionen für den Solidarpakt Ost leihen muss, oder mit neuen Gesetzen für kommunale Steuerausfälle in Millionenhöhe sorgt. Denn die Politik lässt ihn Regierungspräsident bleiben oder auch nicht. Also lenkt der Mann mit Plaudereien von den eigentlichen Problemen ab. Aber so reagieren Männer, die ihre Aufgabe nicht lösen können.
00:34
Lieber Stadtindianer (offenbar aus MH),
wenn die alles andere als schlank aufgestellten ÖPNV-Betriebe aus DU, MH und E fusionieren, hoffen sie, am Ende halbwegs so schlank zu werden wie die STOAG schon länger ist. Außerdem sind die meisten Ersparnisse im Bereich Schienenverkehr zu finden, in dem die STOAG nicht selbst aktiv ist. Kein Betrieb kooperiert an mehr Stellen, so bei der Beauftragung der 112 an die MVG, Automatenwartung durch MVG, bei rund einem Dutzend Gemeinschaftslinien mit MVG, DVG, EVAG und Vestische, gemeinsamen Umläufen mit dem BVR (935/995) usw. Aber Fusionen (eine echte ist VIA/Rhein-Ruhr-Partner aus Rechtsgründen aber gar nicht) bringen nicht unbedingt Vorteile für alle Beteiligten, sondern manchmal auch neue Wasserköpfe.
Den Erfolg kann man an den Fahrgastzahlen ablesen, pro Einwohner werden in OB mehr ÖPNV-Fahrten durchgeführt als in MH und erst recht in DU.
Gerade im ÖPNV muss man genau auf die Details schauen, Pauschalurteile helfen nicht, sind aber weit verbreitet.
21:57
Liebe Leute aus der Nachbarstadt ihr kommt doch nicht aus der Nummer raus,dass ihr zu lange der kuscheligen sozialen Wärme früherer Jahrzehnte gefrönt und die Zeichen der Zeit verpennt habt.Wie war da mal eine Aussage Wir haben im Sozialen eben etwas mehr Geld angepackt,was ist im Nachhinein daran sozial ? Mit welcher borniert scherrt die STOAG aus einem ÖPNV-Verbund aus und spielt den Einzelkämpfer,während die wesentlich größeren Betriebe aus Essen und nunmehr auch Duisburg fusionieren.Die Aufzählung von hausgemachten Mißständen ließe sich fortsetzen.Werdet endlich wach !!