Bürgerinitiative wehrt sich gegen Schienenbonus

Die Pläne zum Ausbau der Betuwe-Güterzugstrecke füllen zig Ordner.
Die Pläne zum Ausbau der Betuwe-Güterzugstrecke füllen zig Ordner.
Foto: WAZ FotoPool

Oberhausen.. Die Bürgerinitiative (BI) „Betuwe - so nicht“ ruft zur Beteiligung an einer Petition gegen den so genannten Schienenbonus auf. Dieser Bonus gibt an, dass für die Bahn ein um fünf Dezibel höherer Lärm-Grenzwert gilt. Anwohner also mehr Krach vor ihrer Haustür aushalten müssen. Dagegen läuft die BI Sturm und fordert Bürger auf, eine Online-Petition zu unterschreiben.

„Der umstrittene Schienenbonus bei der Berechnung des nötigen Lärmschutzes an Bahnstrecken muss endlich entfallen“, heißt es in einer Mitteilung der Initiative. Sprecher Manfred Flore sagt: „Wir haben uns an den Petitions-Ausschuss des Deutschen Bundestages gewandt, damit der Unsinn des Schienenbonus endlich aus der Bundes-Immisionsschutzverordnung verschwindet.“

Güterverkehr wird anwachsen

Mit dem Ausbau der Bahnstrecke Emmerich-Oberhausen, sprich mit der Erweiterung der Strecke um ein durchgehendes drittes Gleis, werde der Bahn- und Güterverkehr erheblich anwachsen. Die Menschen in den Stadtgebieten entlang der Strecke seien also von den Folgen steigenden Bahnlärms stark betroffen sein. „Ein für den Gesundheitsschutz der Anwohner notwendiger Schutz vor diesem Bahnlärm kann nur erreicht werden, wenn für die Stadtgebiete entlang der Strecke Emmerich-Oberhausen der Schienenbonus ausgesetzt wird“, heißt es in der Mitteilung.

Die Initiative verweist auf eine Bahnstrecke im Rheintal, wo die deutsche Bahn in den vergangenen Jahren rund 40 Millionen Euro für Lärmsanierungsmaßnahmen ausgegeben hatte, unter anderem auf 11,5 Kilometern Schallschutzwände errichtete. Es bestehe kein Hinderungsgrund, so fordert die BI, die Maßstäbe für die Rheintalbahn nicht auch in der Region des Niederrheins an der Betuwe-Linie anzuwenden.

Die Online-Petition findet man https://epetitionen.bundestag.de, die Petitions-ID lautet 24149.