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Bürger in Oberhausen wollen keine Schlingensief-Straße

18.03.2011 | 18:12 Uhr
Bürger in Oberhausen wollen keine Schlingensief-Straße
Foto: Ulla Emig

Oberhausen.Das Verhältnis der Oberhausener zu Christoph Schlingensief, einem der berühmtesten Söhne der Stadt, bleibt schwierig. Der Idee jedenfalls, die Straße Altmarkt in Christoph-Schlingensief-Straße umzubenennen , erteilten die Anwohner jetzt eine deutliche Absage. Nur zwei äußerten sich positiv, die anderen möchten die neue Adresse nicht. Unter den Begründungen dafür ist auch die, man lehne das Werk des im vergangenen Jahr verstorbenen Theater- und Filmkünstlers ab. Andere kennen ihn gar nicht.

„Wir haben 28 Parteien angeschrieben, 21 haben sich geäußert“, sagt Planungsdezernent Peter Klunk. „19 waren gegen die Umbenennung, zwei dafür.“ Die Stadt hatte die Erhebung auf eine Anfrage des Sprechers der SPD im Kulturausschuss, Manfred Flore, gestartet. Klunks Fazit angesichts des Ergebnisses: „Es wird keine Umbenennung dieser Straße geben.“

Herz-Jesu-Kirche vis-à-vis

Dabei schien die kurze Straße, die die südliche Grenze des Altmarkts in der Innenstadt bildet, besonders passend. Sie läuft auf die Apotheke zu, die früher Schlingensiefs Vater betrieb und liegt vis-à-vis der Herz-Jesu-Kirche. Dort war das spätere Enfant terrible der deutschen Kulturszene einst Messdiener, für seine Inszenierung „Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir“ bildete er das Innere des Gotteshauses nach. Nach seinem Tod nahmen Freunde, Familie und Wegbegleiter – auf seinen Wunsch – dort bei einem Trauergottesdienst von ihm Abschied.

Die Mehrheit der Anwohner des Altmarkts überzeugt das alles freilich nicht. Sie scheuen vor allem den bürokratischen und finanziellen Aufwand, den eine Umbenennung ihrer Straße mit sich brächte. Da müssen Personalausweise, Briefköpfe und Telefonbucheinträge geändert werden. Gerade wenn es sich um eine Geschäftsadresse handelt, kann da durchaus einiges an Kosten zusammenkommen.

Manfred Flore zeigt Verständnis, ist aber trotzdem enttäuscht, zumal es im Vorfeld „viele positive Stimmen“ gegeben habe.

Enttäuschung im Gdanska

Gemeinsam mit Gerd Lepges, dem Vorsitzenden des Theaterfreundeskreises und in Sachen Straßenumbenennung ein leidgeprüfter Kämpfer, will er nun „noch mal nachdenken, ob es nicht eine andere würdige Stelle für die Ehrung von Christoph Schlingensief in Oberhausen gibt“. Auch Planungsdezernent Klunk zeigt sich optimistisch, dass eine Alternative gefunden werden könnte. Entscheiden müsste über eine Umbenennung letztlich die zuständige Bezirksvertretung.

Vielleicht noch enttäuschter als bei den Initiatoren ist man über das Scheitern des Projekts Schlingensief-Straße am Altmarkt natürlich im „Gdanska“. „Wir waren 200 Prozent dafür“, sagt die Wirtin der Kulturkneipe Maria Golebiewski, die Christoph Schlingensief persönlich kannte. „Die Umbenennung wäre eine große Sache gewesen. Dass es nicht klappt, ist eine traurige Nachricht.“

Helen Sibum

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Kommentare
22.03.2011
13:05
Bürger in Oberhausen wollen keine Schlingensief-Straße
von Sparbier | #31

Wer oder was ist eigentlich Oberhausen?

22.03.2011
09:41
Bürger in Oberhausen wollen keine Schlingensief-Straße
von tegitel | #30

Es sind nicht DIE Oberhausener, die keine Schlingensief Strasse möchten, sondern die Anwohner und Eigentümer dieser Strasse. Man darf das nicht vermischen. Die bürokratischen Kosten und Mühen werden gescheut. Das kann man auch ein Stückweit verstehen. Allerdings ist Herr Schlingensief ein extrem symphatischer aber auch ein extrem überschätzer Kulturschaffender gewesen. Also muß man mal die Kirche im Dorf lassen.

21.03.2011
20:47
Bürger in Oberhausen wollen keine Schlingensief-Straße
von FleurOB | #29

Dat Schantall ist heut` aber lustig, gelll !

20.03.2011
21:40
Bürger in Oberhausen wollen keine Schlingensief-Straße
von Matamba | #28

@24
Na, Sie scheinen ja die größte Dumpfbacke zu sein. Was hat Schlingensief mit den Kurzfilmtagen zu tun? Über die Kunst von Schlingensief kann man sicher streiten, über eines kann man nicht streiten, Schlingensief hat Oberhausen frühstmöglich den Rücken gekehrt. In wird in keinster Weise mehr mit Oberhausen in Verbindung gebracht. Wahrscheinlich wissen mehr Leute in Deutschland, dass Heinz Schenk Hesse ist und Michael Wendler aus Dinslaken kommt, als dass ihnen bekannt ist, wo Schlingensief aufgewachsen ist.

20.03.2011
21:32
Bürger in Oberhausen wollen keine Schlingensief-Straße
von Schantall | #27

Will auch was konstruktives beitragen:

Vielleicht eine öeffentliche Bedürfnisanstalt nach ihm benennen?

Und am besten direkt vor dem Gdansk aufbauen!

Da hätten doch alle ihre Freude dran, oder?

20.03.2011
17:32
Bürger in Oberhausen wollen keine Schlingensief-Straße
von badchefin | #26

Oberhausen kreiert viel neue Baugebiete, da ist doch auch Platz für einen solchen namen.

20.03.2011
17:15
Blockierter Kommentar.
von Loeffelrotz | #25

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

20.03.2011
14:09
Bürger in Oberhausen wollen keine Schlingensief-Straße
von medlar | #24

Ich meine, Christoph Schlingensief hätte es auch nicht gut gefunden, wenn eine Straße voller Dumpfbacken nach Ihm benannt würde.

Man könnte eher das Kurzfilmfestival, eines der absoluten Highlights der Stadt, in Christoph-Schlingensief-Festival umbenennen.
Das fände ich wirklich gut.

20.03.2011
10:08
Bürger in Oberhausen wollen keine Schlingensief-Straße
von pegelstand | #23

Wäre Schlingensief im Alter von 90 Jahren an einem Schlaganfall gestorben, hätte man vielleicht mal erwähnt, dass er ursprünglich aus Oberhausen kam, aber mehr sicher nicht. Man kannte ihn sicher durch provokante Auftritte und Aktionen, aber das war es auch schon. Er hat keine großen Werke komponiert, er hat keine Massen begeistert oder staunen lassen. Er hat in der Tat bildlich gesehen Hurz gesungen. Allein damit hätte er nie diese Aufmerksamkeit erlangt, er hat sie nur für seinen Leidensweg bekommen. Der war zwar schlimm, aber nicht seine persönliche Leistung.

20.03.2011
08:15
Bürger in Oberhausen wollen keine Schlingensief-Straße
von Conquistadore | #22

Es steht im Artikel, dass einiges an Kosten zusammengekommen wäre. Aha.

Also bitte! Ich wohne da zwar nicht, aber meinetwegen kann der Name der Straße, in der ich wohne, geändert werden. Aber kostenlos für mich. Also sämtliche Dokumentenänderungen und Einträge für die Anwohner kostenlos und ohne Arbeitsaufwand.

Wenn das klappte, wäre doch schon ein Hindernis weniger vorhanden.

Ich würds nicht einsehen, dass ich noch dafür bezahlen soll.

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