Bürger feiern, Politiker streiten
29.04.2009 | 19:49 Uhr 2009-04-29T19:49:00+0200
Nicht nur eitel Sonnenschein bei der Eröffnung der Ripshorster Brücke. Weit über 1000 Menschen kamen.
Jede Menge los gestern in Borbeck – und zwar in jeder Beziehung: Deutlich mehr als 1000 Menschen kamen zur offiziellen und lange erwarteten Eröffnung der Ripshorster Brücke, doch während die Menschen die lange vermisste Verbindung zwischen Oberhausen und Essen fröhlich feierten, schien die Stimmung bei den Honoratioren trotz des erfreulichen Anlasses durchaus gereizt.
„Es war einmal”, begann der Oberbürgermeister seine Rede mit einer Anlehnung an die Märchenwelt. Und nutzte dann die Gelegenheit, um darauf hinzuweisen, dass während der fünfjährigen Sperrung der Brücke „wider besseren Wissens” Märchen erzählt worden seien. „Wir haben über jeden Schritt informiert”, wehrte sich Klaus Wehling noch einmal im Nachhinein gegen die Dauerkritik vor allem aus dem Bürgerverein Oberhausen Borbeck (BOB). Dabei sei kein Unterschied zwischen guten und schlechten Nachrichten gemacht worden, so der SPD-Politiker.
Schließlich ging Wehling dann noch auf die Brücke ein und lobte „die schöne Farbe der Träger, die alles zusammenhalten”. Und die sich – wie jeder sehen konnte – in sozialdemokratischem Rot über das Bauwerk spannten. Als dann noch Uly Stroh vom SPD-Ortsverein Ost zu Worte kam, drohte die Veranstaltung auf das falsche Gleis zu gelangen.
Nun wollte auch CDU-Vertreter Wilhelm Hausmann sprechen, was offenbar dem Oberbürgermeister überhaupt nicht gefiel. Trotzdem schnappte sich Hausmann das Mikrofon, bedankte sich unter anderen auch bei Renate Glombitza von der Bürgerinitiative für den Einsatz.
„Klaus Wehling hat ein Problem damit, Oberbürgermeister aller Oberhausener zu sein”, erklärte Hausmann später der NRZ. „Er ist eigentlich nur Oberbürgermeister der SPD.” Auf den Zwischenfall angesprochen, meinte Wehling, er habe eigentlich gar keine Rede mehr erwartet, auch nicht die Rede von Frau Stroh. Die Bürger freuten sich unterdessen am Getränkestand. Die Baufirma schenkte Freibier aus...

14:44
Unser Oberbürgermeister verliert immer mehr den Blick für die Realitiät und degradiert immer mehr zum reinen Mehrheitsbeschaffer der SPD in Oberhausen. Es wird Zeit, dass die Zeit des Sonnenkönigs beendet wird und die Genossen auf den Boden der Realität geholt werden. Am 30.08. sollten die Wählerinnen und Wähler auf jeden Fall einen Versuch wagen!
21:32
@ Alstaden9
Siehe auch hier: Wider des Dudens
http://www.korrekturen.de/forum/index.cgi/read/22928
21:29
@ Alstaden9
q.e.d.
Die Formulierung ist falsch. Punktum.
18:30
Wer ist Klaus Wehling?? Ach ja, unser Oberbürgermeister, der im Wahlkampf mit O-Vision geworben hat, von einem Sponsor für die nun eröffnete Brücke erzählte, der erst von riesigen Spielcasinos auf dem Stahlwerksgelände und später von Aldiläden schwärmte, dem wir die enorme Qualitätssteigerung der diesjährigen Kirmes zu verdanken haben, der es einer sektenähnlichen Vereinigung ermöglicht, ein Altenheim zu bauen, der den Sterkrader Händlern riesige Konkurrenz vor die Nase gesetzt hat, dem wir immer mehr Bauruinen in der City zu verdanken haben und und und. Ich bin mal gespannt, welche Rede er hält, wenn das größte Kindermuseum Deutschlands eröffnet. Dies müsste ja nun auch bald eröffnet werden. Oder ist Herr Wehling doch nicht unser Oberbürgermeister, sondern der große Märchenonkel?
16:56
In allen Artikeln wurde das großartige Engagement des Bürgervereins Borbeck mit seiner kämpfenden Vorsitzenden Renate Glombitza zu wenig gewürdigt. Nach Vorahnung von Wahlkampfgeplänkeln hätte nur der OB ein paar Worte - zur Sache - sprechen und ein Lob an den Bürgerverein verteilen sollen. Auch wenn der Wahlkampf bevorsteht, ist es beschämend , wenn sich die Politiker als unsere Vertreter lächerlich machen.
15:59
Man muß och jünne künne, heißt es in Köln.
Oberhausens bekanntester Grüßonkel ahnt doch wohl selbst, daß es sein letzter Großauftritt war - für seine Verhältnisse groß. Gönnen wir ihm diesen Wahlkampf-Flop. Tschüß Klaus ! ! !
15:06
@3 RWE-Fan?
12:08
Mann, Leute, regt euch doch mal ab. Es ist doch nur Wahlkampf. Ist doch klar, dass da jeder die Meriten einheimsen will. ;)
11:55
Mir scheint: Herr Hausmann von der CDU gefällt sich als chronischer Nörgler! Wir haben eine neue Brücke, sie ist schön, und dass es lange gedauert hat, liegt an vielen – aber ganz bestimmt nicht am Oberbürgermeister. Der hat sich doch nun wirklich für die Sache eingesetzt. In Essen genauso gebohrt wie beim Land. Denen war es doch absolut egal, wie lange wir sinnlos Kilometer runterreißen müssen. Tatsache ist: Das Problem ist gelöst. Wenn Herr Hausmann nun meint, er müsse sich mit langem Hals auf die Pressefotos drängen und sich das Mikrofon „schnappen“- bitte! Aber sein Rumgenörgel ändert nichts daran: Der Erfolg gibt Wehling Recht. Und genau darum ist er auch Oberbürgermeister und zwar von allen Oberhausenern.
11:28
Muss denn immer alles für Wahlkampfzwecke erhalten? Fest steht für mich: Der Brückenbau hat auf jeden Fall zu lange gedauert. Dass es nun endlich geklappt hat, ist weder Ully Stroh, noch Wilhelm Hausmann zu verdanken oder wer auch immer sich das Mikrofon noch geschnappt hat. Dass die Brücke heute offen ist, ist vor allem das Verdienst der Bürgerinitative, die über fünf Jahre nicht locker gelassen hat und die Stadt angetrieben hat. Das müssten eigentlich auch die Politiker einsehen. Dass der Oberbürgermeister als „Bauherr“ ein paar Worte sagt, mag ich noch einsehen. Für alle anderen gilt: Die Brücke steht – endlich! Jetzt ist es zu spät, sich in die Brust zu werfen – egal in welchem politischen Lager.