Brunnen senken Grundwasser ab
16.09.2009 | 18:19 Uhr 2009-09-16T18:19:00+0200Feuchte Keller sind Folge von Bergschäden.
Das Phänomen ist nicht schön, und der Fachausdruck dazu ist sogar häßlich: „Kellervernässung”. Feuchte Keller können einem das Leben vermiesen. Davon wissen zahlreiche Anwohner im Gebiet Buschhausen/Schwarze Heide, denn schon seit den 80er Jahren treten dort zunehmend diese „Kellervernässungen” auf. Ursache: hoher Grundwasserstand als Folge von Bergsenkungen.
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt? Nicht ganz, denn die seit Beginn der 90er Jahre von der damaligen Ruhrkohle AG Niederrhein in Betrieb genommenen so genannten „Grundwasserabsenkungsbrunnen” (zunächst drei, mittlerweile acht) bekommen das Problem nicht mehr in den Griff – auch Technik wird älter und damit leistungsschwächer. Die Emschergenossenschaft, die sich seit 2004 um die Angelegenheit kümmert, hat zwar regelmäßige Reparaturen und Wartungen veranlasst und durchgeführt, will nun aber eine neue Absenkungsanlage errichten.
Die ist nicht billig, ist sie doch mit 3,8 Millionen Euro kalkuliert. Keine Angst: Die Kosten werden sich nicht bei den Gebühren niederschlagen, denn sie werden komplett von der Deutschen Steinkohle AG übernommen. Im Frühjahr 2010 sollen die Bauarbeiten beginnen, die Inbetriebnahme ist für 2011 vorgesehen. Die künftig sieben Brunnen sollen rund 4,5 Millionen Kubikmeter Grundwasser fördern und per Druckrohrleitungen an die Emscher geben. Als Absenkziel ist ein Grundwasserspiegel 50 Zentimeter unter Kellersohle vorgesehen. Angelegt werden die Brunnen in der Neumühler und Württembergstraße sowie in der Oldenburger und Sachsenstraße.
Als sich der Umweltausschuss des Rates jetzt mit der Angelegenheit beschäftigte, kritisierte Anne Janßen als Vorsitzende vor allem, dass es zu dem Thema bislang überhaupt keine Öffentlichkeitsarbeit gegeben hat: „Vor allem sollte die Verwaltung die Bürger informieren, dass auf sie keine Kosten zukommen.” Umwelt-Dezernent Dirk Buttler erklärte, in dieser Frage bereits Kontakt zur Emschergenossenschaft aufgenommen zu haben: „Es wird bald auch in Bürgerversammlungen informiert.” Und: Sorgsam werde beobachtet, ob es zu weiteren Bergschäden komme.

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