Brandanschlag auf geplantes Flüchtlingsheim in Oberhausen

Die Feuerwehr hatte das Feuer an der geplanten Flüchtlingsunterkunft schnell unter Kontrolle.
Die Feuerwehr hatte das Feuer an der geplanten Flüchtlingsunterkunft schnell unter Kontrolle.
Foto: Gerd Wallhorn
Was wir bereits wissen
  • Unbekannte haben einen Anschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Oberhausen verübt
  • Verletzt wurde niemand, die Feuerwehr konnte den Brand schnell löschen
  • Der Staatsschutz ermittelt nun

Oberhausen.. Unbekannte haben einen Anschlag auf die geplante Flüchtlingsunterkunft an der Kapellenstraße in Oberhausen verübt. Gegen 6 Uhr am Dienstagmorgen hatten Sicherheitskräfte, Polizei und Feuerwehr alarmiert, nachdem sie auf dem Gelände ein Feuer bemerkt hatten. Verletzt wurde niemand.

Offenbar hatte es nahe des geplanten Gebäudes eine Verpuffung gegeben. Gegen 6 Uhr hatte der Wachdienst die Leitstelle der Feuerwehr alarmiert, dass es hinter der Baustelle der noch nicht bezogenen Flüchtlingsunterkunft brennen würde. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte brannten im Hinterland der Baustelle drei aufgestapelte Paletten. Darauf befand sich auch eine Acetylen-Gasflasche.

Polizei richtet Ermittlungskommission zur Aufklärung ein

Den Brand konnten die Feuerwehrleute schnell löschen, die Gasflasche wurde mit Wasser gekühlt, damit von ihr keine Gefahr mehr ausgehen konnte. An der Unterkunft selbst entstand kein Schaden, heißt es in einer ersten Bilanz von OB-Sprecher Hannes Fritsche. "Aus diesem Grund kann die Unterkunft wie vorgesehen Ende Februar bezogen werden."

Kriminaltechniker der Polizei sicherten die Spuren vor Ort. "Wir gehen davon aus, dass jemand gezielt ein Feuer gelegt hat", so ein Sprecher der Polizei. Da die Polizei einen fremdenfeindlichen Hintergrund nicht ausschließt, wurde eine Ermittlungskommission unter Leitung des polizeilichen Staatsschutzes in Essen eingerichtet. Diese untersucht jetzt die Vorfälle an der Kapellenstraße und an der Ruhrorter Straße. Dort hatten Unbekannte Mitte Januar versucht, einen Gastank anzuzünden.

Mit großem Entsetzen hat Oberhausens Oberbürgermeister Daniel Schranz den zweiten Zwischenfall an einer geplanten Flüchtlingsunterkunft zur Kenntnis genommen. "Die besonnenen Kräfte, die aus meiner Sicht bei weitem in der Überzahl sind, rufe ich auf, Flagge zu zeigen. Es darf keinerlei Verständnis für solche Taten geben", erklärte Schranz, der sich umgehend vor Ort ein Bild gemacht hatte. Er hofft, dass der oder die Täter schnell gefasst werden.

Polizei sucht Zeugen, die Verdächtiges beobachtet haben

Polizeipräsident Ingolf Möhring kündigt an, die Maßnahmen zum Schutz von Flüchtlingseinrichtungen in enger Abstimmung mit der Stadt nochmal zu intensivieren: "Gewalt gegenüber Zugewanderten oder Unterbringungseinrichtungen dulden wir in Oberhausen nicht."

Zeugen, die am frühen Dienstagmorgen Auffälliges in der Nähe des Geländes beobachtet haben, werden gebeten, sich bei der Polizei Oberhausen unter der Telefonnummer 0208 / 8260 zu melden. (we)