„Blindflug“ in Oberhausen zeigt Westernkomödie

Vor genau einem Jahr hatte das letzte Stück seine Premiere. Jetzt folgt der vierte Streich der integrativen Theatergruppe.
Vor genau einem Jahr hatte das letzte Stück seine Premiere. Jetzt folgt der vierte Streich der integrativen Theatergruppe.
Foto: Tom Thöne / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die integrative Theatergruppe „Blindflug“ zeigt in Oberhausen bereits ihre vierte Produktion am Freitag (10.4.) im Großen Haus.

Oberhausen.. Mit „Don Casino“ eroberten sie die Herzen der Zuschauer, mit der Märchenkomödie „King Kim Kobold von Kombodscha“ ermutigten sie weitere Personen zum Theaterspielen. Die vierte Produktion der integrativen Gruppe „Blindflug“, „Jackie The Kid“, eine Westernkomödie, feiert am heutigen Freitagabend (10. April) Premiere, im großen Haus des Stadttheaters und wird am morgigen Samstagabend ein zweites Mal aufgeführt.

„Wir sind auf 24 Personen angewachsen und haben momentan einen Aufnahmestopp“, sagt Heidrun Wetterich. Sie ist seit Bestehen des Ensembles nicht nur Schauspielerin in der integrativen Gruppe der Lebenshilfe, sondern außerdem noch „Mädchen für alles“, Organisatorin, Koordinatorin, Kummerkasten und verantwortlich für Technik, Bühne, Ton und Licht.

Nur fünf Euro Eintritt

Wer heute und morgen noch dabei sein will, muss Glück haben. „Es sind nur noch einige Plätze frei, wir rechnen wieder mit ausverkauften Vorstellungen“, sagt Wetterich. Nicht nur Angehörige, Freunde und Bekannte der beteiligten Akteure reißen sich um Karten. „Wir möchten, dass möglichst viele, die in den Werkstätten der Lebenshilfe arbeiten, die Aufführung erleben können. Deshalb kosten sie auch nach wie vor nur fünf Euro Eintritt.“

Das neue Stück, „Jackie The Kid“, hat Regisseur und Theaterpädagoge Jörg Wilms, der die Gruppe anleitet, dem Ensemble wieder auf den Leib geschrieben. „Jeder bekommt eine Rolle, die zu ihm passt und die er spielen kann“, erklärt Wetterich. „Damit das gelingt und weil die Behinderungen so unterschiedlich sind, muss Jörg Wilms unsere Stücke selbst erfinden.“

Gelebte Inklusion

Gefragt, wie viele Mitglieder behindert sind und wie viele nicht, muss sie erst einmal nachdenken. „Das fällt mir schon gar nicht mehr auf. Ich sage immer, wer wissen möchte, was Inklusion ist, muss mal zu unseren Proben kommen.“

Die finden normalerweise einmal wöchentlich statt, vor Aufführungen allerdings häufiger. „Seit März üben wir an den Samstagen und Sonntagen jeweils vier Stunden, seit 14 Tagen täglich.“

Eine 30-köpfige Zuschauergruppe, die geschlossen keine Karten mehr bekommen konnte, durfte bei der Generalprobe zusehen. „Das ist für uns neu, wir sind alle schon sehr aufgeregt.“

„Jackie The Kid“, eine Inszenierung mit viel Tanz und Musik, sei ein sehr unterhaltsames Theatervergnügen, Spieldauer etwa zwei Stunden einschließlich Pause. Jackie kehrt in Begleitung eines Auftragskillers in ihren Heimatort zurück, um den Mord an ihrem Vater zu rächen. Doch es stellt sich heraus, dass sehr viele Leute dort einen triftigen Grund gehabt hätten, ihn umzubringen.